Steckbriefe: Myrotvorets – die ukrainische „Hit List“ für ganz Europa

Der ungarische Premier Viktor Orbàn sowie der kroatische Präsident Zoran Milanovic sind auf ihr zu finden: Die Liste. Ukrainische Offizielle stehen in Verbindung mit einer sogenannten „Hit List“ gegen „Feinde der Ukraine“, wie „Free West Media“ berichtet. Es handelt sich um die seit 2014 bestehende Webpräsenz einer NGO mit dem Namen „Zentr Mirotworez“, die Verbindungen zum ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU sowie zum ukrainischen Innenministerium unterhält. Eine mörderische Webseite.

von Max Erdinger

Nicht nur der ungarische Premierminister Viktor Orbàn und der kroatische Präsident Zoran Milanovic sowie ein Nobelpreisträger sind bei „Myrotvorets“, einer Datensammlung des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts, die als „Hit list“ fungiert, als Feinde der Ukraine gelistet. „Hit list“ heißt in der deutschen Übersetzung „Todesliste“ oder auch „Abschußliste“. „To be on the hit list“ – auf der Abschußliste stehen.

Italienische Reportage „Myrotvorets“ – Screenshot YouTube

„Myrotvorets“ publiziert die persönlichen Daten von „Feinden der Ukraine“, darunter auch Wohnadressen. Mehrere Personen, deren Namen vorher auf der Liste veröffentlicht worden waren, wurden kurze Zeit später ermordet. Internationale Aufmerksamkeit hatte „Myrotvorets“ erstmals im April 2015 bekommen, als der ukrainische Schrifsteller Oles Buzina und der frühere Parlamentarier Oleg Kalashinkov ermordet worden waren, kurz nachdem „Myrotvorets“ ihre Wohnadressen veröffentlicht hatte. Sowohl Menschenrechtsorganisationen als auch verschiedene Regierungen haben die Ukrainer wiederholt aber vergeblich dazu aufgefordert, „Myrotvorets“ vom Netz zu nehmen. Auf der Liste findet sich sogar die Kremlkritikerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich.

Die Vorwürfe, derentwegen beispielsweise Viktor Orbàn zum „Feind der Ukraine“ erklärt wurde: Orbàn sei ein „Komplize der russischen Kriegsverbrecher“, ein „Komplize der russischen Regierung gegen die Ukraine und ihre Bürger“, außerdem schuldig der „Teilnahme an humanitärer Aggression gegen die Ukraine“ und als „anti-ukrainischer Propagandist“ generell schuldig der „Kooperation mit dem russischen Aggressor“. Im einzelnen ist Orbàn „Myrotvorets“ zufolge schuldig daran, den Waffentransport westlicher Länder über das Staatsgebiet Ungarns zu versagen sowie seiner Weigerung wegen, die langfristige Versorgung Ungarns mit russischem Gas zu beenden. Außerdem sei er als „Feind der Ukraine“ schuldig, weil er die russischen Gaslieferungen in Rubel bezahlen läßt.

Noch „besser“ wird es beim kroatischen Präsidenten Zoran Milanovic. Der Mann steht „Myrotvorets“ zufolge schon deswegen auf der ukrainischen Abschußliste, weil er wiederholt versichert hatte, daß sich Kroatien im Fall einer Eskalation in der Ukraine heraushalten und keinesfalls kroatische Truppen zur Unterstützung schicken würde, sowie seiner Ansicht wegen, daß die Ukraine in der NATO nichts verloren habe und daß die EU den Putsch gegen den ukrainischen Präsidenten Janukowytsch im Jahr 2014 unterstützt habe. So jedenfalls berichtete die staatliche Presseagentur Kroatiens (HINA) über „Myrotvorets“.

„Feinde der Ukraine“: 187.000 Personen

Insgesamt sind bei „Myrotvorets“ unglaubliche 187.000 Personen als „Feinde der Ukraine“ gelistet, darunter auch „Pink Floyd“-Mitglied Roger Waters. Er wurde zum „Feind der Ukraine“ erklärt, weil er vor drei Jahren behauptet hatte, die Russen hätten eher ein Anrecht auf die Krim, als die Ukrainer. Die Literatur-Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich gilt als „Feind der Ukraine“, weil sie darauf hingewiesen hatte, daß sich Ukrainer im Zweiten Weltkrieg an der Verfolgung von Juden beteiligt hatten. Etwa 4.500 westliche, ukrainische und russische Journalisten, die sich verpflichtend bei den Behörden des Donbass hätten akkreditieren lassen, schreibt „Free West Media“, hätten später dann Morddrohungen erhalten. Der Verfasser dieser Zeilen erhielt übrigens ebenfalls schon welche.

Die frühere ukrainische „Human Rights Watch“ -Aktivistin Yulia Gorbunova weist darauf hin, daß diese „Hit List“ der Ukrainer sehr gefährlich sei und umgehend vom Netz genommen werden sollte. Die Spannungen seien bereits jetzt hoch, und die Liste tue nichts anderes, als weiter Öl ins Feuer zu gießen. Sie ist mit ihrer Forderung nicht alleine. Die Entfernung der ukrainischen Abschußliste von „Myrotvorets“ war bereits wiederholt von den Vereinten Nationen, den G7-Staaten und EU-Botschaftern gefordert worden, bislang jedoch ohne Erfolg, wie die staatliche kroatische Presseagentur HINA berichtet. Von „Myrotvorets“ gesammelte Daten sollen auch regelmäßig einfließen in die Gerichtsakten gegen Angeklagte, denen ganz andere Delikte als „Anti-Ukrainismus“ vorgeworfen werden.

Schlußfolgerung

Auf der Webseite von „Myrotvorets“ sind auch außerukrainische „Niederlassungen“ angegeben, nämlich eine in Langley (USA), wo die CIA ihren Sitz hat, und in Warschau. Da nun der britische MI6, der französische Auslandsgeheimdienst DGSE, die CIA und diverse US-Organisationen ebenfalls wie „Myrotverets“ Einfluß auf – und Verbindungen mit dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU sowie dem Innenministerium in Kiew haben, ist die Annahme zulässig, daß sie ihren Einfluß zur Schließung von „Myrotverets“ nicht geltend machen. Das wiederum hieße, daß ihnen die Existenz dieser mörderischen Webseite auch dann egal ist, wenn sie Regierungschefs der EU auf der Abschußliste stehen hat, und daß ihnen die Gefährdung von etwa 187.000 Personen, die dort als „Feinde der Ukraine“ gelten, nach einer Nutzenabwägung gleichgültig geblieben sein muß. Am Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar musste auch BND-Chef Bruno Kahl per Sonderkonvoi aus dem Land und in Sicherheit gebracht werden. Es stellt sich also die Frage, weshalb irgendwer, der angeblich viel auf „westliche Werte“ gibt und deshalb gegen solche „Hit Lists“ wie die von „Myrotverets“ sein müsste, das ukrainische Schreckensregime von US-amerikanischen Gnaden als „Verbündeten“ bezeichnet – und die Ukraine als ein Land, in dem (wieder einmal) die Freiheit von „uns allen verteidigt“ wird. In der Ukraine wird definitiv keine Freiheit verteidigt, und „westliche Werte“ schon dreimal nicht.

Es stellt sich also die Frage, wer in aller Welt im „freiheitlichen und demokratischen Westen“ wirklich regiert, respektive, ob die in Frage kommenden Personen das tun, was sie eigentlich sollen, nämlich Demokratie, Freiheit und „westliche Werte“ zu schützen. Für die USA muß man sich gerade im Licht der Enthüllungen um die Machenschaften der Familie Biden u.a. in der Ukraine und die Fabrikation der „Russia Collusion“-Story gegen Trump samt der dysfunktionalen Begleitung durch eine „freie Presse“ dabei – resp. der Schwierigkeiten, diese Sachverhalte publik zu machen – fragen, ob die US-Regierung noch die amerikanischen Geheimdienste unter Kontrolle hat, oder ob es umgekehrt läuft. Und wenn, warum es überhaupt so laufen könnte.

Gerade in Deutschland als einem US-Vasallen fragt man sich angesichts der grünen Kriegsgeilheit, ob die Grünen wirklich das sind, was sie seit Jahrzehnten zu sein vorgegeben hatten – und wenn nicht, von wem sie wann genau mit welchen Summen gekauft worden sein könnten. Wenn man hierzulande die Dinge recht einfach vom Kopf wieder auf die Füße stellen wollte, müsste man wohl den Amtseid abändern, den „Volksvertreter“ leisten. – „Ich schwöre, jeden Nutzen vom deutschen Volke abzuwenden und seinen Schaden zu mehren“. Dann könnte wenigstens niemand behaupten, es sei gelogen worden. Auf alle Fälle wird immer offensichtlicher, daß der größte Teil der EU in diesem Krieg auf der falschen Seite steht, obwohl er eigentlich auf gar keiner Seite zu stehen hätte.

Selbst Papst Franziskus scheint inzwischen Zweifel bekommen zu haben, ob das Narrativ vom gänzlich unprovozierten Angriff der Russen tatsächlich stimmt. Vielleicht ist ihm ein Zitat von Friedrich dem Großen (1712-1786) eingefallen: „Angreifer ist, wer seinen Gegner zwingt, zu den Waffen zu greifen“. Daß die USA ein Meister darin sind, diskret einen solchen Zwang aufzubauen, ist nirgendwo auf der Welt ein Geheimnis mehr. Und wenn man sich überlegt, wen die Konsequenzen ihrer Loyalität zur bigotten Nation der amerikanischen Scheinheiligen letztlich treffen werden, lassen sich auch plausible Vermutungen darüber anstellen, wem die USA „via Ukraine“ tatsächlich den Krieg – in ihrem Fall einen Wirtschaftskrieg – erklärt haben. Neben Russland nämlich auch den eigenen Verbündeten in der EU. Es scheint für die EU im allgemeinen – und Deutschland ganz besonders – höchste Zeit geworden zu sein, sich von ihren falschen Freunden jenseits des Atlantiks zu trennen, um als nächstes zu versuchen, das im amerikanischen Interesse zerstörte Vertrauensverhältnis zu Russland wieder aufzubauen. Dazu müsste aber erst einmal das für die Gegenwartskatastrophe verantwortliche Politpersonal ausgetauscht werden.

An die Arbeit, meine lieben Westwert- und Freiheitsfreunde in der zu rettenden Demokratie! Es gilt anscheinend nicht, Russland niederzuringen, sondern es gilt, Westeuropa aus den Händen der übelsten Roßtäuscher seit Generationen zu befreien.

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