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Vertreibung wegen Gasknappheit: Rentner sollen in Türkei überwintern

Die Vorsitzende des Reisebüro-Verbands VUSR hat den zündenden Einfall gegen den drohenden kalten Wohnungswinter: Ab in den Süden mit den Rentnern, fordert Marija Linnhoff. Und wer das bezahlt, weiß sie auch schon. 

Um in Deutschland Energie zu sparen, so ihr Vorschlag, sollten sich Senioren in den Flieger setzen und über den Winter in wärmere wärmere Gefilde reisen. Linnhoff fallen da gleich die Türkei, Tunesien und Mallorca als Ziele an. Schließlich würden schon jetzt viele Rentner auf der Insel die kalten Wintermonate verbringen. Diese Langzeitreisen sollten laut Linnhoff mit 500 Euro bezuschusst werden. Und wer bezuschusst? – Na klar: „Der Staat“, erklärt Linhoff gegenüber der „Mallorca Zeitung„.

Sie rechnet vor: „Der Einstiegspreis für eine solche Reise nach Mallorca liegt derzeit bei etwa 1.300 Euro pro Person. Das sind 50 Tage in einem guten Mittelklassehotel auf Mallorca. Inklusive Halbpension und Flügen mit Selbstverpflegung liegen wir derzeit bei 950 Euro pro Person“, so Linnhoff, die mit ihrem Verein über 7.000 Reisebüros in ganz Deutschland vertritt. Mit 500 „geschenkten“ Euro „vom „Staat“ – also vom Steuerzahler – wäre das ein erschwingliches Urlaubsangebot, findet sie. So könne man in Deutschland quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Man spare Gas für die Industrie und unterstützen die Urlaubsziele.

Immer noch sei Mallorca durch die Pandemie gebeutelt, erklärt Linnhof weiter und auch der Krieg in der Ukraine habe Auswirkungen auf die Tourismus-Branche: „Wenn Familien mit Kindern in finanzielle Probleme geraten, dann werden sie wohl als erstes auf den Urlaub verzichten. Wir brauchen Möglichkeiten, dass gerade Reisen subventioniert werden“, fordert die Verbandsvorsitzende weiter.
Deutsche Politiker halten erstmal wenig von dem Vorstoß. Eine „Schnapsidee“ nennt Ralf Stegner ihren Vorschlag, der sicher kein Beitrag zur Lösung der energiepolitischen Herausforderungen sei.
NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart von der FDP hat sogar Angst um die Kaufkraft, wenn zu viele Menschen das Land über Monate verlassen würden und CDU-Politikerin Jana Schimke warnt gar:“ Der Vorschlag würde mindestens 10 Mrd. Euro kosten, und das zusätzlich zu Rekordverschuldung, Sondervermögen und inflationsbedingten Mehrausgaben. Es ist nicht quantifizierbar, was damit am Ende eingespart würde“. Sie glaubt, daß sich nur wenige Rentner die Doppelbelastung aus laufender Miete in der Heimat und Auslandsaufenthalt – auch mit einer kleinen Finanzspritze „vom Staat“ tatsächlich leisten könnten, teilt sie in Bild mit.

So ist das nun mal in Deutschland: Die Eigenen werden vertrieben, die Anderen werden eingeladen.(MS)

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