Energiekrise: Sind die Deutschen bald alle überschuldet?

Berlin – Während sich die Energiekonzerne die Taschen vollstopfen und jede Hilfe des Staates, also der Steuerzahler, einkassieren, werden immer mehr Bürger in den Ruin getrieben:

Die hohen Energiepreise drohen nach Einschätzung von Schuldnerberatungen viele ärmere Familien in Deutschland in Existenznot zu bringen. „Vor allem bei Haushalten mit geringem Einkommen wird das finanziell stark ins Gewicht fallen“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung, Ines Moers, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Ärmere Haushalte hätten oftmals bereits in der Pandemie „ihr weniges Erspartes aufgebraucht“.

Sie hätten keine Reserven mehr für den Fall, dass bald üppige Nachzahlungen kommen. „Für diese Haushalte wird es extrem reinhauen.“ Zur Nachzahlung bei der Jahresabrechnung komme später ein höherer monatlicher Abschlag für die Folgezeit hinzu.

„Das wird für viele Menschen zu einer erheblichen finanziellen Mehrbelastung werden“, sagte Moers, die einem Netzwerk aus rund 1.400 öffentlichen Schuldner-Beratungsstelle in Deutschland vorsteht. Der Wirtschaftsforscher und Verschuldungsexperte Patrik-Ludwig Hantzsch von der Auskunftei Creditreform rechnet wegen der hohen Preise mit einem Anstieg der Privatpleiten. „Wir werden in den kommenden Monaten immense Probleme mit der steigenden Inflation bekommen, die die Überschuldungslage deutlich verschärfen wird und für mehr Privatinsolvenzen sorgt“, sagte Hantzsch den Funke-Zeitungen.

„Die Verteuerung vieler Produkte wird Opfer fordern.“ Niedriglöhner, prekäre Beschäftigte und Familien mit Kindern würden ganz besonders unter Kostendruck geraten. „Einigen wird es das Genick brechen“, sagte der Wirtschaftsforscher.

Auch Solo-Selbstständige würden erhebliche Probleme bekommen. Laut Hantzsch gelten aktuell in Deutschland mehr als drei Millionen Haushalte als überschuldet. Zugleich kritisierte Hantzsch das Entlastungspaket der Ampel-Regierung.

Es sei „gut gemeint“, werde aber strukturell nichts ändern. „Die Ampel muss sich mit Maßnahmen befassen, die nicht nur kurzfristig wirken, indem sie weiter Schecks ausstellt“, forderte der Wirtschaftsforscher.

Genau so ist es. Die Maßnahmen kommen zu spät und werden von den weiter steigenden Preisen gleich wieder aufgefressen. Von einer finanziellen Entlastung kann man deshalb wahrlich nicht sprechen.

Aber darum geht es den Regierenden auch gar nicht. Sie stehen einfach gut da, wenn sie solche Hilfen, die andere wieder belasten, verkünden. (Mit Material von dts)

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