Fundsache: Deutsche Fahrrad-Sitten aus der Sicht einer chinesischen Studentin

Fundsache: Eine chinesische Studentin schreibt über die woke, links-grüne, kriminelle Kindergefährdung auf Straßen und Bürgersteigen: den Kinder-Fahrradanhänger. 

Dieser Artikel erinnert mich daran, als ich das erste Mal in Deutschland ein Lastenfahrrad mit einem Kind sah. Darüber hatte ich im letzten Jahr im Deutschkurs einen Aufsatz geschrieben, der von meinen Lehrer lektoriert wurde. Er wollte ihn Zeitungen anbieten, aber die wollten leider nicht.

Deutsche Fahrrad-Sitten aus der Sicht einer chinesischen Studentin
Yan Bian:

„Als ich das erste Mal in Bonn im Bus unterwegs war, um zu meiner Sprachschule zu gelangen, erschrak ich richtig, als der Bus im weiten Bogen eine Frau überholen musste, die sich mühsam auf einem Fahrrad mit Anhänger abstrampelte. Denn zu meinem Entsetzen befand sich in dem Anhänger ein kleines Kind!

Ich war überzeugt, es hier mit einer sehr armen und bemitleidenswerten Frau zu tun zu haben, vielleicht mit einem Flüchtling aus Afghanistan oder Syrien, also mit einer Frau, die es gewohnt war, dass sie und ihr Kind ständig in Lebensgefahr schweben, und die deswegen ein anderes Risikobewusstsein hat. Denn dass man ein Kind in einen klapprigen Fahrradanhänger steckt und sich auf eine enge Kraftfahrstraße wagt, die man sich mit Autos, Bussen und Lieferwagen teilt, schien so gar nicht zu meinem Bild von den Deutschen zu passen, das ich bislang hatte, nämlich zum Bild eines Volkes von klugen, aufgeklärten, vernünftigen und tugendhaften Menschen.

Also musste es sich um eine Ausländerin handeln. Aber es war offenbar keine Frau aus dem Orient, denn sie trug keinen Schleier, dafür aber lila Strähnen in den Haaren und einen bunten Mantel, und auf dem Kinderanhänger prangten jede Menge bunte Aufkleber. Eine Roma vielleicht, ging es mir durch den Kopf, denn ich hatte in einem chinesischen Reiseführer für jugendliche Deutschland-Abenteurer gelesen, dass die auch abfällig Zigeuner genannten Roma sich gerne bunt kleiden und einige von ihnen ihre Kinder zum Betteln auf die Straße schicken.

Nach einigen Tagen hatte ich mich an solche Frauen und Männer, die strampelnd Kinder hinter sich herzogen, ein wenig gewöhnt, aber ich wunderte mich, dass diese armen Anhängerkinder nicht von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wurden, um sie nicht weiter dieser hochriskanten Verkehrssituation und den Abgasen aus den vorbeifahrenden Autos auszusetzen, deren Auspuff sich zumeist in Atemwegshöhe befand.

Aber wie staunte ich erst, als nach einer Woche meine Au-pair-Familie zu einer Radtour aufbrach, aus der Garage einen Fahrradanhänger holte und den vierjährigen Sohn da reinpackte. „Möchtest du den Anhänger fahren?“ fragte meine Gastmutter. Aber sie bemerkte meinen entsetzten Blick und sagte: „Musst du nicht, aber das ist wirklich nicht schwer. Der Anhänger gibt dir als Radfahrerin sogar mehr Stabilität.“ Die Gastmutter befestigte den Anhänger mit dem Kind an ihr eigenes Rad, und so machten wir uns mit vier Fahrrädern und der Kinderschleuder auf den Weg.
Diese Ausflüge waren mit Abstand das Schlimmste, was ich als Au-pair-Mädchen in Deutschland erdulden musste, zumindest solange es über Verkehrsstraßen ging. Auf denen ist oft eine gestrichelte Linie eingezeichnet, die einen etwa einen Meter breiten Streifen markierte, auf denen Fahrräder Vorrang haben. Und auf einer engen Straße hält so eine Kolonne von vier Pedalgefährten natürlich die Autos auf, so dass es zwangsläufig immer zu Staus hinter uns kam.

„Keine Sorge“, sagte mein Au-pair-Vater, „wenn ein Auto überholt, ist es gesetzlich dazu verpflichtet, anderthalb Meter Abstand zu halten.“ Das bedeutete, dass die überholenden Autos eigentlich warten mussten, bis die Gegenfahrbahn frei war, denn sonst hätten sie auf keinen Fall einen so großen Abstand einhalten können.
Jeder zweite Autofahrer hielt sich aber nicht daran und fuhr ganz dicht an uns vorbei, und dabei sah ich oft auch vorwurfsvolles Kopfschütteln, was ich sehr gut nachvollziehen konnte. Ich schämte mich, Teil dieses kindeswohlgefährdenden Verkehrshindernisses zu sein, aber ich war auch etwas froh, dass offenbar auch andere Deutsche befremdet darüber waren, dass man als wohlhabende Familie ohne Not auf dieses Verkehrsmittel zurückgriff, obwohl alle Naherholungsgebiete auch mit dem Auto super zu erreichen waren.
Nach dem ersten Horror-Trip dieser Art versuchte ich zaghaft, meine Gasteltern von der Gefährlichkeit dieser Fortbewegungsart zu überzeugen, biss aber auf Granit. „Wir machen das ja auch für den Klimaschutz. Außerdem ist man als Fahrradfahrer in Deutschland auf jeden Fall im Recht. Das ist bei euch in China wahrscheinlich noch anders. Aber hier müssen sich die Autofahrer an den Mindestabstand halten, und im Falle eines Unfalls ziehen sie vor Gericht den Kürzeren.“

Mir fiel zwar sofort ein Gegenargument ein, doch behielt ich dieses lieber für mich. Später las ich im Facebook einen Witz, der sehr gut zur Einstellung vieler prinzipientreuer Deutscher passte: Auf dem Grabstein eines Verkehrsopfers stand: „Ich hatte aber Vorfahrt.“ Eine noch passendere Inschrift wäre vielleicht: „Gefallen im Kampf für das Klima“.

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