Foto: Gas-Verdichterstation Mallnow (über dts Nachrichtenagentur)

Panik und faule Kompromisse beim Energieembargo

Über diese Maßnahmen wird sich Putin „hoffentlich“ totlachen, dann wäre der Ukrainekrieg auch ganz schnell vorbei:

Die EU-Staaten haben sich auf ein teilweises Öl-Embargo gegen Russland geeinigt. Als Kompromiss sollen nun nur etwas mehr als zwei Drittel der bisherigen russischen Öl-Lieferungen von dem geplanten Einfuhrverbot in die EU betroffen sein, sagte Ratspräsident Charles Michel während des Gipfeltreffens in Brüssel. Betreffend des seit Wochen diskutierten Öl-Embargos gab es bis zuletzt Streit unter den EU-Staaten.

Bleibt die Frage, wer jetzt noch beliefert wird, wer Öl verbrauchen kann und wer im Winter frieren muss.

Evonik-Chef Christian Kullmann warnt derweil erneut vor einem raschen Gas-Embargo. „Sanktionen haben noch nie ein System ins Wanken gebracht“, sagte Kullmann der „Rheinischen Post“. „Die Verluste an Wohlstand, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen wären dramatisch.“

Aus Sicht der Chemie gilt: „Ein Gas-Embargo ist Mitte 2024 verkraftbar“, so Kullmann. Er betont, dass die Chemieindustrie natürlich das Primat der Politiker respektiere, aber: Sanktionen hätten auch nicht das Ende der Regierungen in Syrien oder Venezuela bewirkt. „Die russische Bevölkerung ist nicht unser Feind, das ist Putin“, betonte er.

Daher habe Evonik seine Geschäfte in Russland nicht abrupt beendet.

Es herrscht also weiter Uneinigkeit, wie man den Russen am besten schaden kann. Bislang haben sämtliche Boykotts nichts gebracht – außer Elend im eigenen Land. Im Gegenteil, der russischen Energiewirtschaft geht es besser als je zuvor.

Putin kann es sich sogar leisten, den Hahn einfach zuzudrehen:

Der russische Energiekonzern Gazprom will die Gas-Lieferungen an den niederländischen Versorger GasTerra sogar bereits ab Dienstag einstellen. GasTerra habe entschieden, „den einseitigen Zahlungsanforderungen von Gazprom nicht nachzukommen“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Gemeint ist damit das Ende März herausgegebene Dekret von Russlands Präsident Putin, wonach Gas in Rubel bezahlt werden muss.

Wer in Russland Gas kaufen will, müsste demnach sowohl ein Euro- als auch ein Rubelkonto bei der Gazprombank in Moskau eröffnen. „GasTerra wird sich den Zahlungsforderungen von Gazprom nicht anschließen. Dies liegt daran, dass dies zu einem Verstoß gegen die von der EU verhängten Sanktionen führen würde, und auch daran, dass mit dem erforderlichen Zahlungsweg zu viele finanzielle und operative Risiken verbunden sind.“

Insbesondere die Eröffnung von Konten in Moskau nach russischem Recht und deren Kontrolle durch das russische Regime stellten ein „zu großes Risiko“ für das Groninger Unternehmen dar. Die Einstellung der Lieferung durch Gazprom bedeute, dass bis zum 1. Oktober 2022, dem Datum des Vertragsendes, etwa zwei Milliarden Kubikmeter vertraglich vereinbartes Gas nicht geliefert werden. GasTerra habe dem vorgegriffen, indem es Gas von anderen Anbietern zugekauft habe, so das niederländische Unternehmen.

Es ist noch nicht absehbar, wie sich der Versorgungsausfall auf die Angebots- und Nachfragesituation auswirken werde. GasTerra gehört teilweise dem niederländischen Staat, aber auch den Energiekonzernen Esso und Shell.

Die Turbulenzen auf dem Energiesektor werden immer größer, die Preise werden also weiter in die Höhe schießen – und der Endverbraucher wird wie immer der Dumme sein, da können die Regierungen tun, was sie nicht lassen wollen. Sie kommen eh immer zu spät und ihr blinder Aktionismus dient lediglich dem Aufpolieren ihres Images. (Mit Material von dts)

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