Aus Reichstag wird Villa Kunterbunt: Regenboggenflagge gehisst

Über dem bunt bestückten Reichstag weht künftig die bunte Regenbogenfahne. Vorerst zweimal im Jahr soll die „Toleranzflagge“ gehisst werden, darauf hat sich das Parlamentspräsidium geeinigt. Der erste Termin steht: 23. Juni, zum diesjährigen Christopher Street Day. 

Begeisterung unter den „Erwachten“ macht sich breit. Die Fahne mit den sechs bunten Streifen, die für „Toleranz gegenüber der queeren Community“ steht, weht bereits in diesem Monat das erste Mal vor dem Reichstagsgebäude oder auf einem der vier Türme.

Der zweite Termin, an dem das Bundestagspersonal Flagge zeigen will, ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie, der jährlich am 17. Mai begangen wird. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) freut sich über die „noch einmal deutlich erhöhte Sichtbarkeit des Bekenntnisses zu Vielfalt und Diversität“. Bereits vor anderthalb Monaten hatte das Bundesinnenministerium offiziell das Hissen „sexuell-Andersgearteten-Symbolflagge“ zu bestimmten Anlässen vor Dienstgebäuden des Bundes genehmigt. Mit der Reichstagentscheidung sei die „Community im Zentrum der deutschen Demokratie angekommen“, jubeln die Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL), einer Vorfeldorganisation der FDP.

Doch echte Freude will sich nicht bei jedem einstellen. Im oberpfälzischen Neustadt hat vor kurzem doch tatsächlich ein Bürger seiner Haltung Taten folgen lassen – zum Entsetzen des dortigen Bürgermeisters. Vor knapp zwei Wochen riss dort ein junger Mann die Fahne vom Mast am Stadtplatz und warf sie kurzer Hand in den Brunnen. In den sozialen Medien hatte es für den brutalen Fahnen-Abriss durchaus Verständnis gegeben und viele Nutzer hätten sich mit Bezug auf den sechsstreifigen bunten Stoffstreifen abfällig geäußert, weiß ONetz.

Der Neustädter Bürgermeister Sebastian Dippold schreitet zur Tat, nennt die Aktion „armselig“ und zieht mit aller Härte gegen den „Toleranz-Feind“ zu Felde. Natürlich hätte man Strafanzeige gestellt und die Staatsanwaltschaft sei auch involviert, heißt es. Der bunte Rathauschef vermutet gar eine politisch motivierte Tat und in solchen Fällen würde auch der Staatsschutz ermitteln, warnt man in der entsprechenden Pressemitteilung. „Dass dies solche Kreise zieht, das hat der Herr wohl nicht kommen sehen. Ich empfehle ihm sich zu stellen; vor allem, weil Aufnahmen existieren, welche der Polizei vorliegen“, droht der SPD-Bürgermeister weiter, der bereits in Corona-Zeiten die „richtige“ Haltung zeigte und sich mit sobezeichneten Querdenkern anlegte. „Feiern Sie mit uns einen wunderbaren, bunten und vor allem friedlichen Christopher Street Day!“, lädt Dippold alle „Aufrechten“ ein. (MS)

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