Knabbern für besseres Klima: Britische Grundschüler werden mit Insekten gefüttert

An vier Grundschulen in Wales startet noch in dieser Woche ein neues „Klimaschutzprojekt“ gegen die Fleischeslust: Die Kinder sollen Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer probieren, um ihren Appetit auf „alternatives Protein“ zu wecken. Sie sollen mit gutem Beispiel vorangehen und dann auch ihre Eltern von den Krabbler-Mahlzeiten überzeugen. 

Lehrer und Forscher arbeiten Hand in Hand, um möglichst viele der fünf- bis elfjährigen Schüler vom „Lebensmittel der Zukunft“ zu überzeugen. Zeitgleich werden die Kinder über die vielen Umwelt- und Ernährungsvorzüge der Insektenwelt aufgeklärt. Sind die Kleinen erstmal überzeugt, sollen sie ihre Eltern zur Reduzierung ihres Fleischkonsums bewegen und so zur Rettung von „Umwelt und Klima“ beizutragen.

„Wir möchten, dass die Kinder alternative Proteine ​​heute schon als reale Dinge betrachten und nicht nur als Lebensmittel für die Zukunft, daher steht das Ausprobieren einiger dieser Lebensmittel im Mittelpunkt der Forschung“, erklärt Christopher Bear von der Cardiff University laut inews. Das Schulprojekt in Wales werde von Organisationen wie den Vereinten Nationen wegen seiner potenziellen Umwelt- und Ernährungsvorteile und als potenzieller Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit gefördert, betont Dr. Bear.

Essbare Insekten seien zwar zur Zeit im Vereinigten Königreich noch nicht sonderlich beliebt, aber sie seien Teil der Ernährung von rund 2 Milliarden Menschen weltweit. In vielen Ländern hätte ihr Verspeisen eine langjähriger kulinarischer Traditionen und sie würden immer beliebter, erklärt Bear. Keines der Kinder soll gezwungen werden, das Krabbelgetier zu essen, betonen die Forscher, die hoffen, die Kleinen auch von Lebensmitteln auf pflanzlicher Basis überzeugen zu können.

Dafür haben sie eigens ein Produkt namens VeXo im Angebot, das Proteine ​​auf Insekten- und Pflanzenbasis kombiniert.

Für Carl Evans, Schulleiter der Roch Community Primary School in Pembrokeshire, die an dem Projekt teilnimmt, ist klar: „Es gibt eine wichtige Verbindung zwischen unserer lokalen Gemeinschaft, der Lebensmittelproduktion und umfassenderen globalen Problemen im Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung.“ Das seien wichtige Themen für die Kinder, aber auch schwer zu verstehen und sie könnten auch verwirrend sein, do der Schulleiter.

Für Verity Jones von der University of the West of England in Bristol, die ebenfalls an der Studie beteiligt ist, sind die Kinder der Schlüssel. Sie hat bereits Erfahrungen gesammelt und ist sich sicher, daß die Kleinen großen Einfluß auf ihre Eltern haben und deren Konsumverhalten drehen können.

„Viele Kinder haben die Macht, auf die Nerven zu gehen, daher können sie in manchen Fällen großartige Mittel für eine Ernährungsumstellung innerhalb der Familie sein“, meint Jones und erklärt, daß bereits jetzt in vielen täglichen Lebensmitteln Insekten zu finden seien, die jeder unwissentlich zu sich nehme. Ob in Schokolade, Brot oder Fruchtsäften, überall fänden sich Insekten, weiß sie. Sie habe festgestellt, dass, sobald Kinder wissen, dass Insekten bereits durch die Verarbeitung in vielen der Lebensmittel enthalten sind und sicher seien, dass sie dadurch nicht krank werden, sehr offen dafür sind, sie zu probieren.

„Alle Untersuchungen für Erwachsene und Kinder deuten darauf hin, dass ganze Insekten abstoßend sind, aber zerkleinerte Insekten in Lebensmitteln sind sehr akzeptabel. Niemand mag die Vorstellung, einen knusprigen Flügel oder eine Antenne zwischen den Zähnen zu haben. Tatsächlich entschieden sich Kinder eher für Lebensmittel, die essbare Insekten enthielten, als für gewöhnliche Fleischprodukte, wenn sie die Möglichkeit dazu hatten“, sagt Verity Jones.

Viele essbare Insekten sind reich an Proteinen, Antioxidantien, Vitaminen und anderen Nährstoffen und haben pro Kilogramm angeblich eine viel geringere Umweltbelastung als Fleisch. Mehlwürmer zum Beispiel produzieren weniger als 1 Prozent so viel Treibhausgas wie Kühe und etwa 10 Prozent des kleineren Kohlenstoffhufabdrucks eines Schweins, so die These. Eine andere Studie im Journal of Cleaner Production fand heraus, dass Insektenfarmen pro kg 75 Prozent weniger Kohlenstoff emittieren und halb so viel Wasser verbrauchen wie Geflügelfarmen.

Der Trend geht jedenfalls weg vom gequälten Tier: Eine kürzlich von der Finder-Forschungsgruppe durchgeführte Studie ergab, dass über sieben Millionen Erwachsene in Großbritannien eine fleischfreie Ernährung einhalten und weitere sechs Millionen auf eine vegetarische oder vegane Ernährung umsteigen wollen. Die fleischfreie Ernährung war bei den 18- bis 23-Jährigen am beliebtesten.

Eine Studie aus dem Jahr 2020 schätzt, dass 9 Millionen europäische Verbraucher im Jahr 2019 Insekten gegessen haben, und prognostiziert, dass diese Zahl bis 2030 auf 390 Millionen steigen wird, so die Organisation IPIFF, die sich dafür einsetzt, Insekten in Lebens- und Futtermitteln unterzubringen. (MS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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