Rammstein erinnern an Freiheit, die wir meinen

Künstlerische Freiheit ist das von Lenkung und Anpassung befreite Agieren auf manchmal sehr dünnem Eis. In der alten Bundesrepublik war dieses Eis noch sehr dick, bevor jene Zonentrulla aus der Uckermark kam, um mit ihrem Marxismus-Leninismus in den Socken das ganze Land umzudrehen.

Von Hans S. Mundi

Wir spüren und erinnern an Dieses sofort, wenn eine der letzten authentischen Bands des Landes sich mit Untertönen zu Wort meldet. Rammstein haben wieder mal einen rausgehauen, mit hohem Unterhaltungswert bei scheinbar tiefer gelegtem Niveau. Etwas Unruhe im Feuilleton und leichte Aufregung im Boulevard, Pro und Contra in nicht wirklich sicher geschlossenene Reihen. Ist das denn noch politisch korrekt? Dürfen die das? Zitieren wir vom neuesten Rammstein-Song mal ein paar erweckende Zeilen:

„Sie muss nicht schön sein
Sie muss nicht klug sein
Nein
Sie muss nicht reich sein
Kein Model mit langen Schritten
Doch: dicke Titten“

Das sind ja Rrrrramstein! – Schreck, lass nach! Mist, kein klares Feindprofil! Seit ihren frühen Jahren schaffen es die Rotz’n’Roller, trotz ehemaligem Ostzonenhintergrund, Land und Leute immer wieder genialisch zu provozieren, vor allem jene Fraktion, die immer gerne brüllt „Keinen Fußbreit den Faschisten“, also jene, die sich selbst – knietief im roten Linksfascho-Sumpf – gar nicht als selbige wahrnehmen. Die wirren Gedankengänge der politisch angeblich „Korrekten“ kommen bei dieser letzten echt eigenständigen deutschen Gruppe immer wieder ins Schwimmen. Ist das nun eine faschistoide „Neue deutsche Härte“, bei der ja auch NdW-Companeros wie „Herbergsvater“ Joachim Witt einst schon verortet wurden, oder ist das witzig, und wir lachen, und wir tun so als ob das auch am Ende „Links“ ist, weil alles Populäre und Pop von Links hegemonialisch okkupiert und eingebettet werden muß…?! Also, wir stellen uns vor, wie in diesen Tagen ein Song namens „Dicke Titten“ die Runde macht und viele, viele, die Rammstein nicht kennen, gehen auf Jagd und wollen doch mal gucken, ob sie diesen rechten Schweine-Song, der sowas „Un-Rechtes“ eigentlich nur sein kann, auf Facebook eliminieren, blockieren und sonstwie denunziantenmässig bearbeiten können. Man stelle sich vor, bei den linksgesteuerten Hohlmatrosen namens „Faktenchecker“, sitzen Leute in ihren Meinungsüberwachungsstationen und kennen Rammstein nicht. Soll vorkommen. Diese geben nun „Dicke Titten“ in ihre politisch korrekten Geheimdienstcomputer ein und dann kommen Suchergebnisse wie diese: „Dicke Titten Porno Filme gratis |PORNOHIRSCH.net“ – lustig, gell…?!

Rammstein sind eine beeindruckende Band. Dreistfeine Texte, unterstützt von intelligenten Varianten aus Punk, Metal und sonstigem Heavy Rock, beschreiben und erzählen, karikieren und liefern dabei perfekte künstlerische Inszenierungen – zum Hören und Sehen. Es sind Auslotungen tiefster menschlicher Abgründe, bizarrer Sexualpraktiken und jede Menge Härte für den Alltag, der hier zum Kampf in einer dunklen Unterführung wird – Mann gegen Mann. Hardcore. Till Lindemann. Ein Mann sieht rot. Der Sänger ist ein Knaller, einmal gesehen, nie vergessen. „Dicke Titten“ steht im Kontext permanenter Provokation, künstlerisch wertvoll. Was wollen uns diese „Dicke Titten“ aber in diesen Tagen denn nun sagen? Eigentlich kann sich kein Mensch mehr anno 2022, nach Jahrzehnten internationaler Popkultur und deutschen Kinofilmreihen wie „Schulmädchenreport Teil 1 bis 100“, über sowas leicht Altbackenes noch aufregen. Oder doch?

Erinnern wir uns nur mal mit dem Journalisten Julian Reichelt an eines der letzten Wochenenden, offenbar machen scheinbar großväterliche Sexhumorigkeiten im Jargon ewiger Dumpfherren-Stammtische plötzlich ihren herb-satirischen Rammstein-Sinn. Also, Kollege Reichelt ätzte ins Netz: „Schock-Rekord für alle Deutschen: Inflation jetzt auf 7,9 Prozent. Unsere Regierung hat sich am Wochenende beschäftigt mit: Trans-Soldaten, Menstrual-Hygiene-Day, Corona-‚Herbstwelle’“. Im Land des blühenden Schwachsinns, gesät und breitflächig angebaut von Angela „FDJ“ Merkel, breitet sich der ewige Spießer im neuen, bunten Gewand immer mehr aus. Die angebliche „Vielfalt“ will in Wahrheit das Zwangskollektiv, den einseitig linkslastigen Humor, das konforme Gruppendenken und die politische Kontrolle durch eine neue Bonzokratie, wie wir sie aus kommunistischen Systemen mehrfach kannten und kennen. Nur alles etwas bunter und sexualverwirrter. Rammstein deckt das mit scheinbar harmlosen Erinnerungen an alte Zweideutigkeiten gnadenlos auf. Es ist Realsatire. Kunst als Spiegel, der zerbricht.

Wer das für falsch oder gar übertrieben hält, der möge bitte den „Berliner Kurier“ vom 4. Mai 2022 aufschlagen und sich an folgender Headline staunend erfreuen: „Es geht um Brüste, Schenkel, Nasen und Penisse. Aufregung im Netz! Rammstein provoziert mit neuer Single „Zick Zack“ – DAS wird der Berliner Band jetzt vorgeworfen“ – es geht also nicht immer nur um dicke Titten, hahaha, nein, bei Rammstein geht es immer um den wunden Punkt einer inzwischen sehr seltsamen zeitgeistigen Sexualmoral, gepowert durch linksfanatische Minderheiten. In dem Song „Zick Zack“ widmen sich Rammstein absurden Schönheitsoperationen als einem Gipfelpunkt bizarrer Modetorheiten und schriller Dekadenz. Im Text des „Berliner Kurier“ darüber heißt es dann: „Wangen straffen, Jochbein schnitzen, Sondermüll in Lippen spritzen, Falten rascheln am Skalpell, Vorhaut weg, sehr aktuell.“ Danach folgt der Satz, den nun einige als feindliche Äußerung betrachten. „Ist die Frau im Mann nicht froh, alles ganz weg, sowieso.“ Rrrrumms! Rrrrrammstein! Und nun folgte das Gepöbel einer überwiegend dämlichen Subkultur, die sich gigantischen Unsinn wie etwa jenen von der „kulturellen Aneignung“ einfallen läßt, was auf geistige Hohlraumturbulenzen schließen läßt. Unruhe in den schmuddeligen Dark Rooms: „Rammstein stellen die geschlechtsangleichende Operation transidenter Menschen gleich mit ,Sondermüll in Lippen spritzen‘ und ,Nase fräsen, Fett absaugen‘“, heißt es etwa in einem Kommentar auf Twitter. „Weiß man nun genau woran Transpersonen bei dieser zutiefst überbewerteten Band sind.““ – Überbewertet sind Männer in Frauenkleidern, die diesen Lifestyle für eine politisch tolle Idee halten und mit dieser nicht in ihren Transibars und sonstigen Treffs bleiben ohne die Gesellschaft mit trivialen und oft peinlichen Tuntenweisheiten zu nerven.

Jeder solle nach seiner Facon glücklich werden, hieß es doch mal dereinst, aber nein, politisch aufgehitzte Gemüter in den Minderheiten haben das Pöbeln für mehr und mehr „Sonderrechte“ entdeckt. Diese „Kritiker“ rissen – vermutlich eher unbewußt – das Zeilenwort vom „Sondermüll“ aus dem inhaltlichen Zusammenhang, der sich natürlich nicht auf Transvestiten bzw. Transgender-Wesen bezog. Es ist wie es ist. Das kleinste Karo macht inzwischen den größten Lärm. Nur Rammstein sind lauter. Und das ist auch gut so. Freuen wir uns schon auf deren nächste Single.

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