Hochrisikozone Krankenhaus (Foto:Imago)

20.000 Tote durch Krankenhauskeime – das juckt doch einen Lauterbach nicht

Neue, berechtigte Breitseite gegen Corona- und Impfpsychopath Karl Lauterbach: Der durch zahlreiche Medienauftritte bundesweit bekannt gewordene Intensivpfleger Ricardo Lange hat in einem „Welt”-Interview heftige Kritik an Deutschlands schlimmster amtierender Fehlbesetzung im Amt des Bundesgesundheitsministeriums geäußert. Dieser habe sich „wie ein Pitbull an Corona festgebissen“, sei generell nur an „medienrelevanten Themen“ interessiert und vernachlässige drängende Probleme, wie die katastrophalen Arbeitsbedingungen im Pflegebereich, wo hoffnungslos überlastetes Personal keine Zeit mehr für Patienten habe.

Vor allem aber warf Lange Lauterbach vor, nichts gegen die Gefahr multiresistenter Keime in Krankenhäusern zu unternehmen, denen jährlich ca. 20.000 Menschen zum Opfer fielen. Am Sonntag twitterte er: „Seit Wochen streiken in NRW ALLE Unikliniken für mehr Entlastung. Statt das zu kommentieren, sitzt unser Bundesgesundheitsminister Lauterbach in einer Sendung bei RTLDE Corporate und kommentiert Ballermann-Lieder! Wir Pflegekräfte fühlen uns verarscht!“ Und bereits zu Monatsbeginn hatte Lange Lauterbach vorgeworfen: „Anstatt sich um die dringenden Fragen zu kümmern, sitzt er da und twittert was über Affenpocken, bei denen wir zweistellige Infektionszahlen in Deutschland haben. Über den wahren Endgegner in unserem Gesundheitswesen redet er nicht.“

„Endgegner“ Krankenhauskeime

Als diesen „Endgegner“ sieht Lange – zutreffenderweise –  vor allem die nosokomalen, multiresistenten „Klinik-Keime”: Die Regierung rede immer davon, dass sie „für die nächsten Pandemien gewappnet” sein wolle; tatsächlich aber laufe hier eine Infektion im Hintergrund, die „jährlich tausende Menschen das Leben kostet“, so Lange. Tatsächlich liegen die Sterbezahlen, die auf solche Keime zurückzuführen sind, laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 10.000 bis 20.000 Fällen pro Jahr. Dagegen ist Corona, selbst in Lauterbachs wirren Aufbauschungen, ein Kindergeburtstag.

Lange berichtet von einem Freund, der nach einem Beinbruch nicht die üblichen drei Tage, sondern zwei Monate im Krankenhaus verbringen musste, weil er sich mit einem solchen Keim infiziert hatte. Er kenne „keine einzige Station, wo nicht irgendjemand gerade in Isolation ist, weil ein Patient dort multiresistente Keime hat.

Lauterbach ignoriert reale Probleme

Es ist auch keine Seltenheit, dass Menschen einen Keim abbekommen, während sie ein künstliches Knie oder eine künstliche Hüfte bekommen und dann muss es ihnen später wieder herausgenommen werden, bis die Infektion ausgeheilt ist. Dann liegen sie im Anschluss wochenlang immobil im Krankenhaus, das belastet ihren Körper und übrigens auch die Krankenkassen.“ Vehement beklagte er den Personalmangel in Krankenhäusern, der von Lauterbach ebenfalls nicht angesprochen werde.

Dieser springe stattdessen von einem „medienwirksamen“ Thema zum nächsten. „Letztens hat er in einem Tweet über Spürhunde geredet, die an Flughäfen Corona-Infizierte erkennen können. Da habe ich mich echt gefragt: Ist der Typ noch zu retten? Da macht er sich um Spürhunde einen Kopf! Der soll sich einen Kopf um gesundheitspolitisch relevante Themen machen, die uns hier jeden Tag betreffen. Warum redet er bei Lanz nicht mal darüber, wie viele Menschen am Personalmangel zugrunde gehen?“ Je weniger Pflegekräfte pro Schicht zur Verfügung stünden, desto höher sei „die Gefahr für ‚Krankenhaus-Keime‘, für Blutvergiftungen, für kritische Zwischenfälle, die nicht rechtzeitig erkannt werden. Die Aufmerksamkeit der Pfleger verteilt sich auf zu viele Patienten“, so Lange, wobei er sich auf entsprechende Studien berief.

NRW-Klinikstreiks ohne Resonanz

Dass die seit Wochen anhaltenden Streiks an Unikliniken in Nordrhein-Westfalen keine große öffentliche Resonanz finden, erklärt Lange damit, dass „wir im Gesundheitswesen mit unserer Mehr-Arbeit verschleiern, wie es tatsächlich um die Kliniken steht und auch im Streik immer Kollegen zur Stelle sind, um die niedergelegte Arbeit aufzufangen, die sich emotional erpressen lassen, einzuspringen. Wir geben 200 Prozent und dadurch denken Außenstehende: „Na, so schlimm ist es ja gar nicht.“

Diese Kritik Langes wird bei Lauterbach jedoch ebenso ungehört verhallen, wie bei seinen Vorgängern. Seinen Corona-Fetisch wird er sich nicht nehmen lassen, das Gesundheitssystem ist so gründlich ruiniert, dass es ohnehin nicht mehr zu retten ist, weil es in einem Wust von Lobbyismus und verschiedener bundes-und landespolitischer Verflechtungen gar keinen Hebel mehr für die erforderlichen Grundsatzformen gibt. Während man also weiterhin mit der Lupe nach Corona-Toten sucht, werden auch zukünftig zehntausende Patienten im Jahr an Krankenhauskeimen sterben, weil sich niemand dieses seit Jahren drängendsten Problems annimmt. (DM)

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