Russland-Ukraine: Der gefühlige Herr Sarrazin und seine merkwürdigen Wahrnehmungen

Das hat er nicht geschrieben. Nicht der Sarrazin. Der würde doch so einen Unfug niemals schreiben. Man fasst es nicht. Doch, er hat es tatsächlich geschrieben. Eine schier wahnsinnige Betrachtung zum Ukrainekrieg. Hat er den Verstand verloren? Kann er Propaganda nicht mehr von der Wahrheit unterscheiden? Will er nicht? Wenn nicht, warum dann nicht? – Die Medienkritik.

von Max Erdinger

„Achgut“ war mal einer meiner Lieblingsblogs. Meistens ist er ja auch immer noch klasse. Seit dem Ukrainekrieg fragte ich mich aber schon beim Gründer von „Achgut“, dem Herrn Broder, ob er den zuletzt fälligen Zündkerzenwechsel versäumt hat. Die Ausblendung wichtiger Sachverhalte, was ist das? Das müssen Zündaussetzer sein. Und jetzt Thilo Sarrazin bei „Achgut“ mit – man reiche mir mein Taschentuch – „Putin ist ein Vergewaltiger„. Wenn das stimmt, dann ist Sarrazin wahrscheinlich ein spotzender Trabant. Zeit für eine Fehlerdiagnose.

Es macht sich allerweil bezahlt, gut Englisch zu können. Weil man dann auf indische Sender, asiatische, afrikanische, amerikanische und überhaupt auf jede Menge Nachrichten zugreifen kann, die jemand, der nur Deutsch spricht, schon deswegen nicht zur Kenntnis nimmt, weil ihm das mit der Übersetzung zu mühselig ist. Der Google-Translator ist jetzt auch nicht ein Ausbund an Präzision. Folglich wird der exclusiv Deutschssprachige nur das lesen, was es im deutschsprachigen Raum eben zu lesen gibt. Das heißt: Keine Fox-News, kein Tucker Carlson, kein Levin, kein JP, kein Patrick Lancaster, kein Clayton Morris, kein Bannon, keine Asia Times usw.usf. – und wenn er den Verdacht hat, daß ihm der deutschsprachige Medien-Mainstream hauptsächlich einen Bären aufbindet, dann kommt er auf seiner Flucht u.U. bei „Achgut“ raus und liest, was Thilo Sarrazin zum Ukrainekrieg zu meinen & zu finden hatte. In diesem Fall „gefühlt“, wie Sarrazin selber schreibt. Dann denkt er sich, der Sarrazin – und der Broder auch – das sind doch solche Oppositionellen da, solche Renitenzler, die sich auf der Wahrheitssuche befinden. Die werden mir doch bestimmt nicht gleich den nächsten Bären aufbinden? – Und schon sitzt er wieder in der Propaganda-Falle. Einen derartigen Stuss, wie das, was Sarrazin da von sich gegeben hat, habe ich schon lange nicht mehr gelesen von einem, den ich eigentlich für einen aufgeweckten und informierten Geist gehalten hatte.

Der Imperator

Putin hat es offenbar aufgegeben, das rohstoffreiche, aber ansonsten sehr unterentwickelte Russland zu modernisieren. Er möchte in die imperiale Vergangenheit zurück. Der Überfall auf die Ukraine ist dabei die Ouvertüre.“ – Tja. Sarrazin hat es offenbar aufgegeben, sich erst einmal kundig zu machen, bevor er mit Behauptungen aufkreuzt, die ziemlich leicht zu widerlegen sind. Wer Russland heute mit dem Russland der Jahrtausendwende vergleicht, wird feststellen, daß das sehr viel moderner geworden ist. Moskau gilt heute international als Metropole mit einer sehr hohen Lebensqualität. St. Petersburg ist kaum noch wiederzuerkennen, die Durchschnittslöhne in Russland liegen etwa beim Dreifachen dessen, was in der Ukraine üblich ist. Sämtliche Wirtschaftsdaten und soziologische Daten weisen nach, daß es mit Russland alles in allem steil nach oben ging in den vergangenen zwanzig Putinjahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung z.B. hat enorm zugelegt. Hat der russische Präsident dem Herrn Sarrazin etwa erzählt, daß er in eine imperiale Vergangenheit zurückmöchte? Sarrazin liefert keinen Beweis dafür. Er beläßt es bei einer Behauptung. Hat Putin etwa eine Karte aus dem 19. Jahrhundert vorgezeigt, auf der Finnland und Polen noch zum russischen Reich gehörten und die heutige Ukraine tief im Landesinneren lag? Wenn ja, könnte Putin dann etwas für die historischen Fakten? Und was für ein Überfall auf die Ukraine? Einmal abgesehen davon, daß ein Überfall etwas Überraschendes ist, das spontan passiert: Wurde dieser „Überfall“ etwa nicht provoziert? – Doch, wurde er. Ich komme weiter unten darauf zurück.

Wenn sich der Angeklagte einer zweifelsfrei nachgewiesenen Vergewaltigung vor Gericht mit der Behauptung verteidigt, auch das Opfer habe in seiner Vergangenheit dunkle moralische Flecken oder es habe ihn gar durch aufreizendes Betragen zu der Vergewaltigung verführt, so empfinden wir das als schäbig, denn die behaupteten Mängel und angeblichen Verfehlungen des Opfers haben ja mit der Untat des Verbrechers gar nichts zu tun.“ – und schon haben wir den ersten Zündaussetzer beim Trabi festgestellt. Nein, schäbig wäre es, die Umstände einer Tat nicht zu würdigen. Jedes Gericht würdigt die Umstände einer Tat bei der Feststellung der Schwere von Schuld. Schäbig ist es, den Krieg als solchen mit einer Vergewaltigung gleichzusetzen. Natürlich ist beides Gewalt. Vanillepudding und Leberwurst sind beides Lebensmittel. Ein Trabi und ein Rolls Royce sind beides Autos. Sarrazin und Merkel sind beides Politiker. Sonst noch was?

Der Empfindsame und die Zügellosigkeit

Exakt so habe ich in den letzten drei Monaten weite Teile der Berichterstattung der Weltwoche empfunden: Der Vergewaltiger Putin mit seiner zügellosen Soldateska stößt bei aller formalen Distanzierung von dem Überfall auf vielfältiges Verständnis. Das um seine Existenz kämpfende Oper des Überfalls, die Ukraine, wird dagegen vielfältig bekrittelt.“ – hmm-hmm, hat er so empfunden, der Herr Sarrazin. Wenn es nicht recht zielorientiert dahergeschwindelt ist. Er darf natürlich empfinden, was er will. Nachempfinden muß das keiner in derselben Weise. Und die „Zügellosigkeit einer Soldateska“, die Sarrazin in den vergangenen Jahren oft genug hätte bekritteln können, war aber im Fall der USA in Serbien höchstens ein „energisch geführter Militäreinsatz“. Die regelmäßige Zügellosigkeit der US-Air Force: Wir machen erst einmal aus der Luft alles platt, bis sich da unten kein Mäuschen mehr rührt. Wenn Totenstille herrscht da unten, Frauen, Zivilisten, Kinder – egal – dann gehen wir mit Bodentruppen rein, vorher nicht.

Da haben doch einen Sarrazin die um ihre „Existenz kämpfenden Opfer“ der soldateskischen Zügellosigkeit nicht interessiert? Wenn aber Russen vorrücken, die sich die größte Mühe geben, die Schäden unter den Zivilisten so gering wie möglich zu halten, während die Verteidiger ihre Geschützstellungen neben den eigenen Kindergärten, Krankenhäusern und mitten ihn dicht besiedelten Wohngegenden aufstellen, – dann wären die Verteidiger nicht selber die Zügellosen? Zivilisten in Mariupol haben viel über die Zügellosigkeit zu erzählen, mit der sie von den Azow-Banden in Geiselhaft genommen – und oft genug auch ohne viel Federlesens füsiliert worden sind. Und dennoch: Im Vergleich mit allen bekannten Kriegen des vergangenen halben Jahrhunderts hat die ukrainische Zivilbevölkerung prozentual die geringsten Opferzahlen zu beklagen. So viel zur „Zügellosigkeit von Putins Soldateska“.

Daß der Krieg für sich genommen schon eine einzige Zügellosigkeit ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Deswegen wäre er ja auch unbedingt zu vermeiden gewesen. Hat aber niemanden interessiert – und zwar ganz egal, was jedermann über das Wesen des Kriegs und seine Ursachen hätte wissen können – in den USA, im „Westen“, in der EU, in der NATO. Eine komplett zügellose Verantwortungslosigkeit. Eine Arroganz in der Ignoranz, die ihresgleichen sucht. Um noch einmal auf die Zügellosigkeit im Zusammenhang mit jener Vergewaltigung zurückzukommen, die der Trabi mit den Zündaussetzern dem Krieg gleichzustellen beliebte (Gleichstellung ist eine Sozen-Spezialität – und Sarrazin ist einer): Die ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Lyudmyla Denisova war nach der Aufdeckung ihrer äußerst phantasievoll ausgeschmückten Lügen über Sexualdelikte durch russische Truppen sogar von der eigenen Regierung, resp. der Werochnwa Rada entlassen worden. Zuvor hatten allerdings fast alle westlichen Medien ihre Behauptungen ungeprüft und eins zu eins übernommen. Jens Berger auf den „Nachdenkseiten“ am 10. Juni: „Nun erklärte sich Denisova in den ukrainischen Medien. Sie habe mit den Gräuelmärchen doch nur der Ukraine helfen wollen, indem sie den Westen zu Waffenlieferungen bringt. Davon erfahren wir in deutschen Medien natürlich nichts und es ist davon auszugehen, dass Denisovas Gräuelpropaganda auch weiterhin von deutschen Journalisten und Politikern weiterverbreitet wird.“ – jo. Zum Beispiel von Sarrazin bei „Achgut“. Ausgerechnet bei „Achgut“. Irre.

Die zügellose Auslassung

Der Wirtschafts-Soze gibt dann einen kleinen geschichtlichen Exkurs über die Nationenbildung der Ukraine im Jahr 1991, garniert das, was er schon in „Deutschland schafft sich ab“ ausführlich getan hat, mit ein bißchen Zahlen und Prozentwerten – und kommt dann sofort im Jahr 2004 resp. 2014 an. Das Jahr 1994 läßt er schnöde links liegen, ganz so, als ob es in jenem Jahr nichts gegeben hätte, das eine gravierende Rolle bei der Beurteilung des russischen Gewaltengagements in der Ukraine spielt: Das Budapester Memorandum, in dem sowohl Russland als auch die USA und Großbritannien die Unverletzlichkeit der Grenzen einer – aufgepaßt – „souveränen und neutralen Nation“ namens Ukraine garantiert hatten im Gegenzug für den Verzicht der Ukraine auf die dort nach dem Zusamenbruch der Sowjetunion noch immer stationierten Atomwaffen – und deren Rückgabe an Russland. Das ist nämlich ein ganz wichtiger Punkt. Und Sarrazin weiß vermutlich, warum er das Budapester Memorandum 1994 einfach ausläßt: Weil er Probleme hätte, zu erklären, wie sich das mit der Souveränität und der Neutralität hernach entwickelt hat. Zum Zeitpunkt der russischen Invasion am 24. Februar 2022 war die Ukraine seit Jahren alles andere als eine souveräne und neutrale Nation. Lediglich nach dem Völkerrecht galt sie noch als eine solche. Realiter hatte sich die Ukraine in eine US-amerikanische Kolonie verwandelt, in welcher der US-Präsident sogar die Entlassung von Staatsanwälten verfügen konnte, mit abgeschirmten Militärbereichen, zu denen noch nicht einmal ukrainische Offizielle noch Zutritt hatten. Realiter war da nichts mehr mit „Souveränität & Neutralität“. Die Garantieerklärungen für die Unverletzlichkeit der ukrainischen Grenzen bezog sich aber explizit auf eine „souveräne und neutrale“ Nation namens Ukraine. Und um den Faß den Boden gar auszuschlagen, wollte der „korrupte Selenskyi“ (Süddeutsche Zeitung, Februar 2021) – seinen Worten bei der Münchener Sichereitsheitskonferenz 2021 nach – auch wieder Atomwaffen auf dem Staatsgebiet der ach-so-souveränen und ach-so-neutralen Ukraine haben. Aber gut, Sarrazin also über die Jahre 2004 bzw. 2014 – der Baron von Münchhausen hätte es nicht schöner formulieren können.

Der nächste Zündaussetzer also: „In der Ukraine entstand im Lauf der Jahre eine lebendige Demokratie, bei der die Maidan-Proteste 2004 und 2014 eine große Rolle spielten. Das Land wandte sich mehr und mehr dem Westen zu und ist dabei, den inneren Reformstau zu überwinden und offenbar auch die Korruption einzudämmen.“ – Wahnsinn. Die „lebendige Demokratie“ in der Ukraine bestand darin, daß schon vor dem Krieg Oppositionsparteien verboten wurden, daß die russische Minderheit im eigenen Land bombardiert und abgeschlachtet wurde (14.000 Tote), daß Selenskyis Amtsvorgänger Poroschenko in der Werochnwa Rada wortwörtlich sagte: „Unsere Kinder werden in die Schule gehen, deren Kinder werden im Bunker hocken“, daß Russisch als zweite Amtssprache verboten wurde, den Russen ihre Rentenansprüche vorenthalten wurden, daß Russen abfällig als „Orks“ beschimpft wurden, Träger des Georgsbandes verprügelt und z.T. auch erschossen wurden, ein Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa an Russen vollzogen wurde (für das die Täter Amnestie erhielten) – und daß sich die Ukraine lediglich insofern „dem Westen zuwandte“, als daß eine beispiellos korrupte Verbrecherclique – erst rund um Poroschenko – und später dann unter Selenskyi und dessen Produktionsfirma „Kwartal 95“, das gesamte Tafelsilber der Ukrainer an westliche Konzerne verscherbelt hat und sich selbst dabei die Taschen vollstopfte.

Poroschenkos Privatvermögen bei seinem Amtsantritt 2014: etwa 350 Mio. Dollar. Nach seiner Abwahl 2019: 1,3 Mrd. Sein Nachfolger Selenskyi hat heute ein Privatvermögen, das auf 850 Mio. bis 1,2 Mrd. Dollar geschätzt wird. Stichwort Selenskyi: Pandora Papers. – Die Klitschkos: 2 Mrd . – Jazenjuk: 2 Mrd. – Julia Timoschenko: Mindestens 1 Mrd.  – Igor Kolomoisky, Selenskyis Förderer als Betreiber eines Fernsehsenders, Besitzer der „PrivatBank“, die er so in den Ruin trieb, daß sie vom ukrainischen Staat übernommen werden musste, ebenfalls milliardenschwer, kam überhaupt erst wieder in die Ukraine zurück, nachdem Selenskyi als „Diener des Volkes“ im Fernsehen tatsächlich Präsident und Nachfolger Poroschenkos geworden war. Der Selenskyi-Förderer und Spezi wurde in den USA vergangenes Jahr mit einem Einreiseverbot belegt. Begründung: „Large scale corruption“. Der frühere georgische Präsident Saakaschwili, von Gnaden der USA 2004 dort als Präsident installiert (–> Folge Kaukasus/Georgienkrieg), ab Februar 2015 Präsidentenberater in der Ukraine, sitzt heute in Tiflis im Knast, vermutlich der einzige Platz, an dem er noch einigermaßen sicher ist. Er hatte sich im Herbst 2021 freiwillig gestellt, um sich wegsperren zu lassen. 2016 bereits marodierten die US-Senatoren McCain (+2018) und Lindsey Graham (Republikaner – Rino – heute Unterstützer der „Red-Flag-Initiative“ ultralinker Dems) in der Ukraine umeinander und spuckten große Töne darüber, wie sehr sie sich im US-Kongreß dafür einsetzen würden, daß die Ukrainer den Russen so richtig eins auf die Mütze geben können. Azow-Leute, gute Leute! Bis Oberkante Unterlippe ist die ach-so souveräne und ach-so neutrale Ukraine in den Folgejahren mit amerikanischen Waffen vollgestopft worden, um sie später in einem Proxykrieg gegen Russland zu verheizen! Es ist kein unüberwindliches Problem, jemanden so zu provozieren, daß er sich hernach einen Aggressor schimpfen lassen muß. Putin war das zuletzt einfach egal und er hat nolens volens in den sauren Apfel gebissen, der ihm hingehalten worden war.

Und dann kommt Sarrazin bei „Achgut“ daher und will den Lesern den hanebüchenen Stuß erzählen von „lebendige Demokratie“, „Maidan-Protesten“ und deren segensreicher Rolle bei der demokratischen Heilswerdung, „Westen“ (Werte?), „innerer Reformstau“ und „Korruptionseindämmung“? – Hat er sie noch alle? Weiß dieser Mann mit seinen Zündaussetzern überhaupt, wo die Ukraine liegt? Der andere „Achgut“- Ukraineexperte, Henryk M. Broder himself, verlegte bei „Welt-TV“ Mariupol am Asowschewn Meer bereits in die Nähe von Odessa am Schwarzen Meer („Mariupol bei Odessa“), obwohl die beiden Städte fast 700 Kilometer voneinander entfernt sind. Seine „Expertise“ gab er unmittelbar danach ab. Sehr interessant war das, auch wenn der überaus joviale Herr Broder nicht erklärte, weshalb ihm die Brille nie über die Nasenspitze nach unten rutscht. Was glauben die beiden „Selenskyi-Trolle“ (Broder spricht gern von „Putin-Trollen“) bei „Achgut“ eigentlich, wie viel Leserverblödung sie sich erlauben können? – Soll ich Sarrazin ein Heiligenkerzchen statt neuer Zündkerzen schicken?

Der heilige Westwert-Wolodymyr – Screenshot Facebook

Sarrazin kehrt vor Putins Tür

Und dann basht Sarrazin den russischen Herrn Präsidenten für den Mangel an Demokratie in Russland, für seinen Umgang mit Dissidenten und was -noch-alles, – und nur, um so zu tun, als habe Putin nach den Erfahrungen mit den von der CIA initiierten „Farbrevolutionen“ rund um den Globus (arabischer Frühling, Syrien, Georgien, Kasachstan, Ukraine) nicht den geringsten Grund, hinter den Dissidenten im eigenen Land  CIA-gestützte Umstürzler zu vermuten. Klar hätten die USA lieber wieder einen wie Jelzin, der ihnen Russland für einen Appel und ein Ei samt einer Flasche Wodka verkauft, damit sie Russland – was noch viel lohnender wäre! – so ausnehmen können wie zuvor schon die Ukraine.

Und dann das: Selbst der überaus kremlfeindlich eingestellte Boris Reitschuster, der 16 Jahre lang für den „Focus“ aus Russland berichtete, räumte anläßlich seines Ausschlusses von der Bundespressekonferenz ein, daß er in Putins Russland nicht derartig zensiert worden sei, wie in der Bundesrepublik des Jahres 2021. Und Sarrazin mault über die mangelnde Demokratie in Russland. Unfassbar. Derweilen richtet der Verfassungsschutz in seinem eigenen Land eine Abteilung „Randphänomen Delegitimierung des Staates“ ein, die dem Verfassungsschutzbericht 2021 zufolge sogar den Ex-Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier (78) bespitzeln dürfen müsste, nachdem der vor dem Wiesbadener Anwaltsverein harsche Kritik an der regierenden politischen Klasse geübt hatte und u.a. von „Rechtsbruch“ und „Staatsversagen“ sprach. Was glaubt der Mann mit seinen Zündaussetzern eigentlich, in welchem Land er selbst sitzt, um sich derartig gehässig und selbstgerecht über Putins Russland auszulassen!? Und wenn schon: Putin hat genau beobachtet, was aus Staaten werden kann, die sich selbst als Demokratien bezeichnen. Es ist nur logisch, daß er sich da weder die USA noch die EU-Staaten zum Vorbild nehmen kann. So viel steht auf jeden Fall fest: Putin ist gewählt, der „US-Präsident“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht.

Westliche Dissidenten

Ach ja, wie hieß nochmal dieser tapfere junge Mann, der jene Kriegsverbrechen der USA ausgeplaudert hatte, welche man dort lieber geheimgehalten hätte, so daß der westliche Souverän, der ach-so-demokratische, hernach etwas über Bushs und Obamas  „zügellose Soldateska“ wissen konnte? – Julian Assange. Ihm drohen bis zu 175 Jahre Haft in den USA. Seit zehn Jahren lebt der demokratische Held in Botschaften und Auslieferungsgefängnissen, die CIA will ihn offenbar lieber tot als lebendig. Nicht Sarrazins Metier. – Nein, Putin! Putin, die Demokratie, Putin, der Diktator, Putin und die Dissidenten, Putin-Putin-Putin. Hallo, Thilo Sarrazin: Putt-putt-putt – vielleicht findet auch ein blinder Hahn mal ein Korn?

Sarrazin:  „Wer hier nicht eindeutig Partei ergreift, ist nicht ’neutral‘, sondern unterstützt implizit den verbrecherischen Akt der Aggression.“ – und – „Jeder aufrechte Demokrat und Europäer sollte keine Sekunde daran zweifeln lassen, auf welcher Seite er dabei steht.“ – Ich schicke ihm jetzt erst einmal zwei Zündkerzen auf Bewährung, weil der Sozen-Trabi gottlob nicht mehr braucht als zwei. Dann schau ich nochmal nach seinem zerebralen Einlaßschieber – und wenn das nichts hilft, dann halte ich mich an seine beiden Ratschläge, ergreife „eindeutig Partei„, stelle mich auf „welche Seite“ – und verschicke ihn mit UPS nach Moskau. Sollen die sich mit seinen Zündaussetzern herumärgern. Vielleicht läuft er ja danach wieder rund.  Diesen anderen „Selenskyi-Troll“ bei „Achgut“, den Broder, schicke ich am besten gleich mit. Unfassbar, die beiden, der Sarrazin und der Broder. Oder, wie man auf dem Land sagt: Unter aller Sau.

 

Themen

AfD
Brisant
Corona
Deutschland
Gender
International
Filmplakat (Bild: Screenshot)
Islam
Justiz
Klima
Analyse
Medienkritik
Migration
Erdingers Absacker; Bild: Collage
Deutschland
Analyse
Wahlkampf
Wirtschaft
Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.