Foto: Fliesenleger (über dts Nachrichtenagentur)

Handwerkermangel in Deutschland nimmt zu

Berlin – Das Drama nimmt seinen Lauf. Wer irgendetwas reparieren lassen muss, weiß schon jetzt, dass es so gut wie chancenlos ist, einen Handwerker zu kriegen und der Handwerkermangel in Deutschland nimmt weiter zu. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahl der offenen Stellen im Handwerk leicht zurückgegangen und jene der Arbeitslosen leicht gestiegen war, hat sich die Entwicklung im vergangenen Jahr umgedreht. Im Durchschnitt kamen auf 201.411 offene Stellen nur 139.256 arbeitslose Handwerker.

Das geht aus einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz erstellt wurde. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten darüber. Im Corona-Jahr 2020 war die Zahl der offenen Stellen demnach auf rund 180.000 gesunken, rund 150.000 Fachkräfte waren arbeitslos.

Die von den IW-Forschern ausgewerteten Zahlen gehen aus Sonderauswertungen der Bundesagentur für Arbeit und ihres Instituts für Arbeit und Beschäftigung (Iab) hervor. Seit dem Jahr 2015 gebe es in Handwerksberufen mehr offene Stellen als Arbeitslose mit entsprechender Ausbildung. Ihren bisherigen Höhepunkt hatte die sogenannte Fachkräftelücke im Jahr 2018 erreicht.

Unter Berücksichtigung der passenden beruflichen Qualifikation gab es in dem Jahr im Handwerk fast 110.000 mehr offene Stellen als Arbeitslose. 2021 lag die Differenz bei 87.485 offenen Stellen, die nicht besetzt werden konnten. Gesucht werden vor allem Handwerker mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Hier lag die Fachkraftlücke im vergangenen Jahr bei 75.452 Gesellen. Zudem fehlten 7.239 Meister und 4.794 Fortbildungsabsolventen. Besonders viele Fachkräfte fehlen laut der Studie vor allem in Handwerksberufen der Baubranche.

Besonders schwer zu finden sind Tiefbaumeister. Hier kamen durchschnittlich 15 Arbeitslose auf 100 offene Stellen. Im Hochbau beträgt das Verhältnis 28 zu 100. Besonders gefragt sind auch Meister im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 24 Arbeitslosen je 100 zu besetzenden Stellen.

Unter den Gesellen fehlen besonders viele Bauelektriker sowie Fachkräfte im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit jeweils 21 Arbeitslosen bei 100 offenen Stellen. Abseits des Baus ist der Mangel den IW-Berechnungen zufolge etwas weniger dramatisch. Ausnahmen sind Meisterberufe der Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik – hier kamen lediglich 16 Arbeitslose auf 100 offene Stellen.

Und beim Verkauf von Fleischwaren kommen 30 arbeitslose Gesellen auf 100 Stellenausschreibungen.

Ganz klar. Die letzte Generation will leben, konsumieren und genießen, ohne dafür einen Finger krumm machen zu müssen. In die Lehre gehen, um dann wenig zu verdienen, kommt nicht in die Tüte, wenn man mit Hartz IV genauso über die Runden kommt. Hier ist etwas in Schieflage geraten, was nicht mehr zu retten ist. (Mit Material von dts)

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Karl Lauterbach (Bild: shutterstock.com/Juergen Nowak)
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