Foto: Hochwasser-Helfer beim Befüllen von Sandsäcken (über dts Nachrichtenagentur)

Weil der Staat regelmäßig versagt: Katastrophenhilfe-Bundesamt fordert mehr Nachbarschaftshilfe

Bonn – Kann jemand mal erklären, warum die Bürger eigentlich noch Steuern zahlen sollen, wenn sie – wenn es darauf ankommt – im Ernstfall doch alles selber machen müssen, weil der Staat versagt?

Ralph Tiesler, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), plädiert nach Ereignissen wie der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr für mehr gegenseitige Hilfe innerhalb der Bevölkerung. „Am besten ist, wenn man sich nicht nur um sich selbst sorgt, sondern auch beispielsweise Nachbarn helfen kann. Die ersten, die am Unfallort sind, sind nicht die Rettungskräfte, sondern zum Beispiel die Nachbarn“, sagte Tiesler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Als gutes Beispiel gelte die Hilfsbereitschaft im Ahrtal im vergangenen Sommer. „Wir brauchen diesen Zusammenhalt in der Gesellschaft.“ Die Tausenden spontanen Helfer an der Ahr hätten gezeigt, wie das funktioniert, sagte Tiesler, der selbst in der Nähe der betroffenen Region lebt.

Natürlich hat Tiesler recht, aber das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und muss nicht extra betont werden. Dennoch ist hier auch der Staat gefragt. Und was fällt ihm dazu ein?

Ralph Tiesler ist dafür, dass bestimmte Flächen in Deutschland nicht mehr bewohnt werden. „Als Bevölkerungsschützer sage ich, dass manche Flächen aufgrund des Klimawandels und der akuten Bedrohung durch Unwetterkatastrophen und Flutkatastrophen nicht wiederbesiedelt werden sollten. Auch an den Küsten stellt sich diese Frage“, sagte Tiesler vor dem Hintergrund der sich jährenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben).

Und wo sollen die Leute hin, vor allen Dingen die Alten und Kranken? In die Ballungszentren? Auf die Berge, in die Wälder? Vielleicht muss Deutschland dann irgendwann wieder expandieren, denn noch immer strömen hunderttausende Menschen in dieses Land, weil sie es angeblich klimabedingt in ihrer Heimat nicht mehr aushalten. (Mit Material von dts)

 

Dass es zukünftig Klimaflüchtlinge innerhalb Deutschlands geben wird, könne Tiesler derweil nicht ausschließen. „Ob Menschen tatsächlich aus einzelnen Regionen Deutschlands in andere Landesteile fliehen müssen, lässt sich heute nicht sagen“, sagte der BBK-Präsident. Es gebe keinen Ort in Deutschland, bei dem man nicht genau hingucken müsse.

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