Wo ist das nächste Virus? Foto: Karl Lauterbach (über dts Nachrichtenagentur)

CDU und Experten rügen Lauterbachs Booster-Vorstoß für Jüngere

Berlin – Vielleicht sollte man zu den sieben bekannten Plagen noch eine dazu fügen: Für seine Aussage, jüngere Menschen sollten sich zum vierten Mal gegen Corona impfen lassen, erntet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) weiter scharfe Kritik. „Der Minister wird sich entscheiden müssen, welche Impf-Empfehlungen maßgeblich sind: die der Stiko oder seine persönlichen“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Tino Sorge, der „Welt am Sonntag“. Der neueste Alleingang diskreditiere die Stiko und bringe nichts als Verunsicherung, sagte Sorge.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sprach von einem kommunikativen Desaster: „Es gibt eine klare Empfehlung der Stiko, die ist evidenzbasiert. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten, die nahelegen, dass sich zwanzigjährige gesunde Menschen ein viertes Mal impfen lassen sollten.“ Lauterbachs Aussage sei „rein spekulativ und seine pauschale Aussage, alle sollen sich ein viertes Mal impfen lassen ist, nicht hilfreich“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

Der Charité-Immunologe Andreas Radbruch hob hervor, dass die Wirkung des zweiten Boosters auch von der individuellen Immunerfahrung der Geimpften abhänge. „Haben sie hohe Antikörper-Titer gegen Sars-CoV-2, ist es fraglich, ob sie überhaupt auf eine vierte Impfung ansprechen.“ Lauterbach hatte dem „Spiegel“ am Freitag gesagt: „Wenn jemand den Sommer genießen will und kein Risiko eingehen will, zu erkranken, dann würde ich in Absprache mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung empfehlen. Dann hat man einfach eine ganz andere Sicherheit.“ Diese Auffassung teilt der Stiko-Chef Thomas Mertens nicht. Die Empfehlung seiner Kommission, wonach sich Menschen über 70, Vorerkrankte und Pflegepersonal die vierte Dosis verabreichen sollen, halte er nach wie vor für richtig, sagte er der „Welt am Sonntag“ bereits am Freitag.

Dass die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA die Altersgrenze in dieser Woche auf 60 festsetzten, hält Mertens dennoch für vertretbar: „Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf. Es ist nicht einfach, hier einen genauen Cut beim Alter zu machen.“

Wenn selbst die Freunde der Impfung diesen Bundesgesundheitsminister scharf angehen, wäre eigentlich ein Rücktritt fällig. Mindestens. Aber nicht in Deutschland.

Was dabei herauskommen könnte, wenn man zu viel impft, erfährt man aus dieser Meldung:

Gepäck- und Personalprobleme bei Deutschlands größter Airline. Ausgerechnet in der Hauptferienzeit ist der Krankenstand bei der Lufthansa durch Corona (-Impfung?) stark angestiegen. „Die Krankenquoten bei unserem Bodenpersonal sind stark angestiegen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher der „Bild am Sonntag“ dazu.

„Aufgrund von Corona-Infektionen, aber auch bedingt durch Überlastung erreicht der Krankenstand hier bis zu 30 Prozent. Beim fliegenden Personal in Cockpit und Kabine ist die Quote deutlich geringer im einstelligen Bereich.“ Laut Zeitung bleiben allein am Frankfurter Flughafen täglich 5.000 Koffer von Lufthansa-Passagieren am Boden zurück.

Herrenlose Koffer werden jetzt sogar von verschiedenen deutschen Flughäfen per LKW nach München transportiert. Nach Angaben des bayerischen Verkehrsministeriums lagern aktuell am Flughafen München rund 5.000 Koffer verschiedenster Fluggesellschaften, die noch ihren Besitzern zugestellt werden müssen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) bestätigte der „Bild am Sonntag“ dazu: „Bayern entlastet andere Flughäfen.“

Der Flughafen stellt dafür die Lagerflächen zur Verfügung, die Zustellung muss die jeweilige Fluggesellschaft übernehmen. Viel Spaß, Ihr armen Urlauber. Unter Karl dem Kleinen. (Mit Material von dts)

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