Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Sprachkurs Scholz-Deutsch

Scholz: Das ist meine Nase – (Foto: Imago)

+++ Gottlob kommen nur die Klügsten, Fähigsten, Integersten, Motiviertesten und Intelligentesten in die Spitzenämter der deutschen demokratischen Bundesrepublik. Kanzler Olaf Scholz ist der lebende Beweis. So voller Weisheit ist der Spitzenmann im Kanzleramt, daß der ordinäre Durchschnittsdeutsche einen Übersetzer von Scholz nach Deutsch braucht, um zu verstehen, was die Intelligenbestie gemeint hatte, wenn sie mit der Verkündung fertig gewesen ist. Exemplarisch für dieses hocherfreuliche Phänomen steht eine Herablassung von Kanzler Scholz, dem deutschen Volke gegeben am achtzehnten Tage des Monats Juli im Jahre des Herrn 2022. Herr Bundeskanzler Scholz: „Wenn wir es schaffen, Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden, dann halten wir auch das große Versprechen, das seit jeher für menschlichen Fortschritt sorgt: Kommenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen – und zwar in einer lebenswerten Welt.“ Das ist so durchdacht, so durchdrungen von Anstand und dem unbedingten Willen zur Wahrheit, daß es gar nicht jeder Sprachenkundige ins Deutsche übersetzen kann. Der erste, der es versucht hat, hat nun den Verfassungsschutz am Hals. Wegen verfasungsschutzrelevanter Delegitimierung des Staates. Seine Übersetzung: „Sabbel Rharbarber flö-tüddel. Di tüddel flöt sabbel Rhabarber. Sabrummsel Dummkacka ferbrischtel. Brimsimmsel granbasser Weltmeista.“ – Damit konnte natürlich niemand etwas anfangen. Der zweite Übersetzer hat es allerdings hervorragend hinbekommen, wurde aber wegen Rechtsextremismus sofort verhaftet, seine Übersetzung verbrannt. Ich versuche daher, sie einmal zu rekonstruieren.

Also das Original noch einmal: „Wenn wir es schaffen, Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden, dann halten wir auch das große Versprechen, das seit jeher für menschlichen Fortschritt sorgt: Kommenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen – und zwar in einer lebenswerten Welt.“ Bevor man das in sinnvolles Deutsch übersetzen kann, muß man es erst einmal analysieren. Gibt es Widersprüche? Was ist zwischen den Zeilen zu lesen? Zunächst: „Wenn„: Das heißt, daß etwas nicht sicher ist, sondern nur eine Möglichkeit besteht, die mehr oder weniger wahrscheinlich ist. Anders ist das nur bei Fischern, die ganz sicher aufs Meer hinausziehen. Die machen das zuverlässig immer dann, wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt. Erstes Wort übersetzt also: „Vielleicht“. Weiter geht’s: „Wenn wir …“ – wer „wir“? Der Kanzler? Pluralis Majestatis? Oder der Kanzler und seine Frau? Der Kanzler und sein Kabinett? Der Kanzler, sein Kabinett und alle „die Menschen“? Das Letztere kann man ausschließen, weil ich sicher weiß, daß ich nicht der einzige bin, der nicht mitgemeint sein will, wenn der Kanzler „wir“ sagt. Weil es „viele, viele“ Menschen gibt, die „ganz, ganz“ böse sind. So wie ich.

Übersetzung bis hierhin also: „Vielleicht jemand …“. Weiter: „Wenn wir es schaffen …“ – heißt: Vielleicht schafft es jemand. Was genau? – „Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden„. Ganzer Satz bis hierhin: „Vielleicht schafft es jemand, Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden“. Da kann man mal sehen, wie simpel gestrickt die Altkanzlerin gewesen ist. Die hätte einfach behauptet daß „wir“ das schaffen. Olaf Scholz, der selbstkritische Feingeist und Skeptiker, ist sich da nicht so sicher. Er sagt, daß es vielleicht jemand schaffen könnte. Das heißt, er weiß nicht, ob er selber derjenige sein wird.

So, wie gehts weiter? Vielleicht schafft es jemand, Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden - und jetzt Obacht! - damit das "<em>große Versprechen</em>" gehalten werden kann. Quadratsauerei. Es hat also jemand etwas versprochen, obwohl er sich nicht sicher war, das Versprechen auch einhalten zu können!? Hoffentlich hat er wenigstens nichts Wichtiges versprochen. Mal schauen: Das "<em>große Versprechen, das seit jeher für menschlichen Fortschritt sorgt</em>". - Leckage: Der menschliche Fortschritt. Gäbe es auch einen anderen? Das ist doch wieder in der Schublade "Menschheit, Planet &amp; Weltklima" einzusortieren, also da, wo sich fast alles einsortieren läßt, seit strunzdumme Bratzen, die keine Ahnung von irgendetwas haben, ihre extremen Wissenslücken mit "Haltung, Empathie &amp; Menschlichkeit" zukleistern, oder? Die passenden, extrem "menschlichen Haltungsjournalisten" umschwirren sie ja auch noch wie die Motten den fahlen Schein der trüben Talgfunzel. Das ganze Land verblödet. Und wenn es nicht wegen dieser Buchstabenpest ist, dann ist es wegen meinungsstarker grüner Jungmaiden in bestens entlohnten Positionen, an deren schamlosen Lippen die grünaffine Buchstabenpest hängt wie das Insekt am Leim des Fliegenfängers. Schrecklicher Verdacht: "<em>Menschlicher Fortschritt</em>" könnte mit "Sabrummsel Dummkacka" zutreffend übersetzt gewesen sein. Aber seis drum, wo war ich? – Ah, hier: „Vielleicht schafft es jemand, Klimaschutz und Wohlstand miteinander zu verbinden, damit das große Versprechen …“ – eingehalten werden kann. Gut. Wie lautet es also, das große Versprechen? Und wem ist es gegeben worden?

Gegeben worden ist es offenbar „künftigen Generationen“ – Sagenhaft. Noch nicht einmal gezeugt worden, die künftigen Generationen, und – zack! –  schon etwas versprochen bekommen. Glück muß er haben, der Ungezeugte. Ob er es wohl so lange im Kopf behalten kann bis er zur Welt kommt? Und hätte er sich vergeblich etwas gemerkt, wenn er nicht zur Welt kommt? – Na, egal jetzt. Unterstellt, daß er sich ein Versprechen bis zu seiner Geburt merken kann, der Ungezeugte – was wäre ihm dann versprochen worden von jemandem, der sich nicht sicher gewesen ist, daß er sein Versprechen auch würde einhalten können? – Das hier: „ein gutes Leben“ – Bier & Cheesecracker? – „in einer lebenswerten Welt„. – Tja, der Kanzler im Volk der undichten Denker scheint ein gutes Leben auch für möglich zu halten in einer nicht lebenswerten Welt. Im Grunde hätte er „Welt“ auch ganz weglassen können, es sei denn, er ginge davon aus, daß das gute Leben künftiger Generationen, welches ihnen versprochen worden war von einem Luftikus, der nicht wusste, ob er sein Versprechen auch würde einhalten können, im Weltraum stattfinden könnte für den Fall, daß es irgendwann einmal – wo? – gezeugt worden sein sollte. Leckage. Das wird eine Übersetzung. Nicht schmeichelhaft für den Kanzler. Ganz und gar nicht schmeichelhaft.

Also das ganze Ding, übersetzt von Scholz ins Deutsche: „Vielleicht gibt es jemanden, der das große Versprechen einhalten kann, welches ein Unbenannter den Ungeborenen gegeben hat, als er ihnen zusagte, daß sie ein gutes Leben mit Bier & Cheesecrackern in der Welt oder einem lebenswerten Sonstwo haben würden. Ich bin das möglicherweise nicht.“ – Jessers, wos a Blamage. Natürlich könnte ich jetzt noch darüber räsonieren, was eine Zumutung ist. Aber ich bin auch so schon wieder bedient von „unserem“ roten Gesellschaftsführer. Ich seh‘ mal nach, ob ich noch Cheesecracker zum Bier habe. Wenn nicht, muß ich welche kaufen gehen in einer Welt, die mich inzwischen ankotzt, weil sie alles andere als „lebenswert“ geworden ist. Im Kaufland. Das Kaufland heißt so, weil es ein Land ist, in dem es wahnsinnig viele Gekaufte als Verkäufer gibt. Die verkaufen einem dann auch Cheesecracker. Solange es noch welche gibt. +++

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