Pro Atom: Das antigrüne Re-Thinking läuft an (Foto:Imago/Große)

Grüne in Bedrängnis – Mehrheit will Atomkraftwerke wieder haben

Berlin – In der Debatte um eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke spricht sich eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent der Befragten dafür aus, dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, dass die letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland länger laufen als bisher vorgesehen. Das geht aus einer INSA-Umfrage für „Bild“ (Dienstagausgabe) mit 1.004 Teilnehmern hervor. Dagegen ist etwa ein Viertel (26 Prozent) der Befragten.

Elf Prozent wissen es nicht oder möchten dazu keine Angabe machen. Lediglich Wähler der Grünen sowie der Linken (je 53 Prozent) sprechen sich mehrheitlich gegen eine Verlängerung der Laufzeiten der letzten drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland aus. Unter den Grünen-Wähler sagen aber immerhin auch 40 Prozent, sie seien für längere Laufzeiten.

Die absolute Mehrheit von 55 Prozent würde es eher befürworten, wenn die verbliebenen drei Atomkraftwerke länger betrieben werden dürften, wenn dafür ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen eingeführt werden würde. Etwa ein Drittel (34 Prozent) der Befragten ist dagegen. Zwölf Prozent weiß es nicht oder möchte dazu keine Angabe machen.

Wohl auch deshalb (man will ja an der Macht bleiben) ist bei den Grünen eine Debatte um die Laufzeitverlängerung der letzten drei in Deutschland im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke entbrannt. Nach einem Statement von Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang in der Talkshow „Anne Will“, wonach zur Energiesicherung „alle Maßnahmen“ geprüft werden müssten, sagte ein Sprecher des von Steffi Lemke (Grüne) geführten Bundesumweltministeriums der „Welt“ (Dienstagausgabe), richtig sei, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) „einen erneuten Stresstest in Auftrag gegeben hat, der insbesondere das Stromnetz untersucht“. Aktuell aber gebe es mit Blick auf eine AKW-Laufzeitverlängerung „keinen Anlass für eine neue Bewertung der Situation“.

Das Ergebnis eines entsprechenden Prüfvermerks von März 2022 gelte nach wie vor, so der Sprecher. In einer Abwägung von Nutzen und Risiken könnten das Ministerium sowie Habecks Ressort eine Verlängerung nicht empfehlen. In den Prüfvermerk eingeflossen seien organisatorische und logistische sowie genehmigungsrechtliche Hürden und Sicherheitsaspekte.

„Diese haben nach wie vor Bestand.“ Andere Grüne fordern, den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken angesichts der erwarteten Energieengpässe zumindest zu prüfen. Grünen-Politikerin Rebecca Harms sagte der „Welt“: „Alle Möglichkeiten müssen ins Auge gefasst werden, um die Energieversorgung in Deutschland und in der EU gemeinsam zu sichern.“

Energie-Einsparung und Effizienz seien jetzt wichtiger denn je, so die 65-Jährige, die 1977 Mitbegründerin der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg war, die sich gegen das Endlagerprojekt Gorleben einsetzte. „Nach einer Sicherheitsprüfung würde ich auch der konditionierten befristeten Verlängerung von AKW-Laufzeiten zustimmen“, so Harms. „Wichtig wäre mir, dass wir bei allen möglichen Notmaßnahmen den nachhaltigen Umbau der Energiewirtschaft nicht aus den Augen verlieren. Auch Kosten und Nutzen müssen im Auge behalten werden.“ Stephan Kühn, der mehrere Legislaturperioden für die Grünen im Bundestag saß und nun Baubürgermeister von Dresden ist, sagte: „Wenn sich abzeichnet, dass im Winter nicht genug Energie für die Industrie und die Privathaushalte da ist, wird keine Maßnahme außen vor bleiben können – weder eine zeitlich befristete Verlängerung der letzten Atommeiler, noch ein Tempolimit auf Autobahnen.“ Joschka Knuth (Grüne), Staatssekretär in Schleswig-Holsteins Energieministerium, sagte hingegen: Ein Betrieb der noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke über den Jahreswechsel hinaus sei aus Sicht der Landesregierung „nicht zielführend“, denn: „Dagegen sprechen sowohl Sicherheits- als auch wirtschaftliche Gründe. Um den Weiterbetrieb zu ermöglichen, wäre zunächst eine Sicherheitsüberprüfung erforderlich, die bereits 2019 hätte stattfinden müssen.“

Jetzt wird so lange debattiert, bis nichts mehr geht und die Atomkraftwerke endgültig stillgelegt werden MÜSSEN. Bei Dingen, die die Bürger belasten, ist man eben bekanntlich etwas schneller. (Mit Material von dts)

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