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Weil der Dritte Weltkrieg so lange auf sich warten lässt? Militärexperte drängt zu „All in“ bei Ukraine-Hilfe

München – Manchen kann der nächste Atomkrieg nicht schnell genug beginnen: Der Militärexperte Carlo Masala hat dazu aufgerufen, bei der Militärhilfe für die Ukraine „All in“ zu gehen, um einen drohenden Erfolg der Russen zu verhindern. Es sei eine „konzertierte Anstrengung“ nötig, um der Ukraine bei der Verteidigung ihres Territoriums zu helfen, sagte er in einem Podcast des „Stern“. Er warnte davor, dass im Herbst und Winter angesichts hoher Energiepreise die Solidarität in den westlichen Gesellschaften ebenso bröckeln könne wie die Widerstandskraft der vom Krieg unmittelbar betroffenen Ukrainer selbst.

Der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München warnte: „Wir laufen auf eine Situation zu, die möglicherweise darin enden kann, dass die öffentliche Unterstützung im Westen kippt, dass die Unterstützung der ukrainischen Gesellschaft für ihren Präsidenten sich möglicherweise verändert.“ Dann habe man eine ganz neue Ausgangslage, die niemand wolle, „weil sie dann den Russen in die Hände spielt bei möglichen Verhandlungen über einen Frieden, die dann geführt werden“. Masala wertete die jüngste Entlassung des ukrainischen Geheimdienstchefs und der Generalstaatsanwältin nicht als Hinweis auf einen internen Machtkampf.

Es gebe auch „keinerlei Anzeichen dafür, dass die Unterstützung der Bevölkerung in einem signifikanten Maße nicht mehr da ist“. Aber natürlich verändere sich auch in der Ukraine durch den Krieg etwas. Der Militärexperte verwies auf den enormen Druck zur Zusammenarbeit mit den Angreifern, dem die Menschen in den besetzten Gebieten ausgesetzt seien.

„Wenn Sie vor der Alternative gestellt werden, umgebracht zu werden oder zu kollaborieren, entscheiden sich halt viele für die Kollaboration“, sagte er. Eine problematische Situation auch für den Westen wäre es, wenn die ukrainische Gesellschaft ihrer Führung die Gefolgschaft verweigere, „weil die Kosten, die sie tragen muss, auch ihrer Sicht unakzeptabel hoch sind“. Dann müssten Friedensverhandlungen geführt werden, die aber nicht so enden dürften, „dass Russland mit seiner Aggression davonkommt“.

Wie das zu erreichen sei, sehe er nicht. „Das ist so ein bisschen die Quadratur des Kreises.“

Interessant ist ja die Aussage, dass man an Selenskij festhalten will, auch wenn die ukrainische Bevölkerung etwas ganz anderes möchte. Es geht hier also in Wirklichkeit nur darum, Krieg zu spielen – gegen die Interessen der Bürger, die dafür ihr Leben lassen müssen. (Mit Material von dts)

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