Cem Özdemir (Foto: Imago)

Will Özdemir einen Bauernaufstand riskieren?

Berlin – In Zeiten, in denen sich die Bürger kaum noch Grundnahrungsmittel leisten können, grenzen solche Vorhaben schon an Menschenverachtung: Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) will die Landwirtschaft in Deutschland grundlegend neu aufstellen. „Ich will einen Wechsel zu einem System, das den Planeten schont“, sagte Özdemir den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). Gleichzeitig sollten Landwirte „ein faires Einkommen“ haben und Tiere „artgerecht leben“.

Ein Blick in den Weltklimabericht zeige deutlich: „Wir müssen klimafreundlicher wirtschaften, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, so der Minister. Damit das gelinge, müsse der Ausstoß von Treibhausgasemissionen reduziert werden. Als erstes großes Projekt habe er deshalb die Einführung eines Tierhaltungskennzeichens auf den Weg gebracht, sagte der Grünen-Politiker.

Man nehme Geld in die Hand, um die Landwirte beim Umbau der Ställe zu unterstützen, sagte er. Jeder Euro sei hier gut ausgegeben, denn er sei gleichermaßen eine Investition in den Klima-, Tier- und Verbraucherschutz.

Den Bauern plagen zur Zeit aber noch ganz andere Sorgen:

Wegen mutmaßlich häufigerer Dürren als Folge der Klimakrise fordert der Deutsche Bauernverband finanzielle Unterstützung für Landwirte, die Ernteversicherungen abschließen. „Wir müssen weg von Krisenhilfen, hin zu einem System von Ernteversicherungen“, sagte Udo Hemmerling, Vize-Generalsekretär des Verbands, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben). „Da wünschen wir uns einen staatlichen Zuschuss zu den Prämien.“

Wenn es den gäbe, bräuchten die Landwirte keine Nothilfen mehr. Nachdem 2018 eine heftige Dürre viele Landwirte in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hatte, war der Bund mit fast 300 Millionen Euro Hilfen für die Betriebe eingesprungen. Die Auswirkungen der Klimakrise spüre schon jetzt fast jeder Hof, erklärte Hemmerling: „Im Prinzip sind heute alle Landwirte davon betroffen. Vom Grünlandbauern bis zum Ackerbauern haben alle mit längeren Trockenperioden zu tun.“ Neben Zuschüssen zu Versicherungen plädiert der Verband auch für mehr Möglichkeiten bei der Anpassung von Arten. „Wir brauchen eine geänderte EU-Gesetzgebung, um bei der Züchtung schneller reagieren zu können“, sagte Hemmerling den Funke-Zeitungen.

Die Nutzung der sogenannten Genschere Crispr/CAS zum Beispiel sei bislang sehr eingeschränkt. „Da brauchen wir mehr Flexibilität, damit eine neue Getreidesorte nicht 15 Jahre in der Züchtung braucht, sondern nur drei bis fünf.“

Die Lebensmittelsicherung der Bürger scheint Özdemir aber ziemlich egal zu sein, Hauptsache „sein“ Klima wird geschont. Und es sieht so aus, als ob er den niederländischen Weg gehen will und wir sind gespannt, ob hier demnächst die Traktoren gegen den Reichstag „marschieren“. (Mit Material von dts)

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