Symbolfoto: Von Yuganov Konstantin/Shutterstock

So einfach ist das: Ungeimpfte Pflegekräfte arbeiten einfach weiter

Düsseldorf – Das war von Anfang an klar, auch, weil Karl Lauterbach damit zu tun hat: Die einrichtungsbezogene Impfpflicht in Nordrhein-Westfalen wird zum Flop. Bislang wurden landesweit nur 66 Betretungs- und Tätigkeitsverbote erlassen und 1.479 Bußgeldverfahren eingeleitet, wie das NRW-Gesundheitsministerium auf Anfrage der „Rheinischen Post“ (Montag) mitteilte. Die Kliniken, Heime und Praxen meldeten den Gesundheitsämtern aber 19.456 Beschäftigte, die keine Corona-Impfung oder Genesung vorweisen konnten.

Hinzu kommen 4.741 nachweislose Mitarbeiter, die bei externen Firmen angestellt und in den Kliniken/Heimen tätig sind. Insgesamt sind das bis zu 2,4 Prozent der in den Kliniken und Heimen Beschäftigten und Tätigen, so das Ministerium. Doch die Meldung bleibt meist ohne Folgen.

So erklärte der Sprecher der Stadt Düsseldorf der Redaktion: „Bisher wurden keine Betretungs- oder Tätigkeitsverbote ausgesprochen. In 370 Fällen haben die Arbeitgeber die Unabkömmlichkeit der Beschäftigten geltend gemacht“. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bekräftigte seine Forderung, die einrichtungsbezogene Impfpflicht zum Jahresende auslaufen zu lassen: „Aktuell ist die einrichtungsbezogene Impfpflicht geltendes Recht, aber der Bundesgesetzgeber sollte die einrichtungsbezogene Impfpflicht dringend auf den Prüfstand stellen. Eine Verlängerung halte ich aus heutiger Sicht nicht für sinnvoll“, sagte Laumann.

Wenn sich die Bürger nicht an geltendes Recht halten, ist etwas ziemlich faul im Staate Deutschland und wenn keiner mehr die Regierung ernst nimmt, ebenfalls. Und es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Politik sich hier von der Realität verabschiedet hat. Und das die Pflegekräfte lieber den Alten und Kranken helfen wollen, statt schwachsinnige Verordnungen einzuhalten, die nicht nur das Gesundheitssystem insgesamt kaputt machen, sondern auch die eigene Gesundheit gefährden.

Und noch eine gute Nachricht:

Die Virologin Marylyn Addo bezeichnet die Corona-Situation auf den Intensivstationen als weitgehend entspannt. „Im Krankenhaus ist die Lage seit ein paar Monaten relativ stabil“, sagte die Direktorin des Instituts für Infektionsforschung und Impfstoffentwicklung an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf der „Welt am Sonntag“. „Gerade auf der Intensivstation haben wir im Verhältnis zu der hohen Zahl an Infektionen wenig schwer kranke Covid-19-Patienten, was sicherlich unter anderem am Impffortschritt liegt.“ Vielleicht liegt das aber eher daran, dass das Virus naturgemäß immer schwächer wird.

Probleme bereiteten die vielen Ansteckungen unter den Mitarbeitern. „Worunter die Krankenhäuser derzeit leiden, ist der hohe Personalausfall“, sagte sie der Zeitung weiter. „Da so gut wie alle Maßnahmen aufgehoben wurden und eine hochansteckende Virus-Variante zirkuliert, wundert mich das nicht.“ Auch hier irrt die Dame wahrscheinlich. Es sind einfach zu viele geimpft, laufen mit geschwächtem Immunsystem herum und stecken sich deshalb an.

Mit Blick in die nähere Zukunft sagte Addo: „Es ist möglich, dass wir es mit neuen, noch ansteckenderen Varianten zu tun haben werden.“ Man sei aber nun deutlich besser vorbereitet und habe die Bedingungen verbessert, darauf zu reagieren. „Sowohl die letzte Impfung als auch eine Covid-Erkrankung sollten mindestens drei Monate zurückliegen, bevor eine erneute Impfung Sinn macht“, empfahl die Virologin.

Drei Impfungen für die breite Bevölkerung müsse man anstreben, ältere und immunsupprimierte Menschen sollten sich gemäß Stiko-Empfehlung mindestens viermal impfen lassen. Sie rechne im Herbst mit einem angepassten Kombinationsimpfstoff, der verbessert gegen Omikron helfe. Zu möglichen neuen Lockdowns im Herbst und Winter sagte sie: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Wir auch nicht, weil dann hier die Hölle losbricht. (Mit Material von dts)

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