Nancy Pelosi (Foto: Imago)

Nach „Putin ruinieren“ Deutschland im „Pelosi-Rausch“?

Demnächst wollen einige der zahllosen Bundestagsabgeordneten ganz im Geiste der tapferen Nancy Pelosi Taiwan besuchen und damit ein Bekenntnis für „Freedom and Democracy“ demonstrieren.
Von Wolfgang Hübner
Da Deutschland bzw. das, was sich als „Elite“ unseres Staates missversteht, der gehorsamste US-Dackel in Westeuropa ist, kann das nicht verwundern. Und haben nicht unsere Vorfahren im 20. Jahrhundert gleich zweimal gegen fast die ganze Welt gekämpft? Da wird man doch nicht vor den 1,4 Milliarden Chinesen zurückschrecken, zumal die von der kommunistischen Autokratie manipuliert und unterdrückt werden, also schon lange dringend unsere Hilfe brauchen.
Dass infolge dieser Reise und brillanten Baerbock-Reden die engen ökonomischen Kontakte leiden könnten – was macht das schon? Schließlich heißt Deutschsein im 21. Jahrhundert: „Moral geht vor Handel“. Dafür ist das deutsche Volk samt Zustrom aus aller Welt gerne bereit, im Winter zu frieren oder auf lukrative Geschäfte in Fernost zu verzichten. Immerhin haben in Berlin, egal was passiert, so viele Politiker ihren Job so gutbezahlt wie nirgendwo auf der Welt sicher. Und wenn diese Chinesen uns keine Masken oder Corona-Testpackungen mehr liefern wollen sollten – Karl Lauterbach hat Impfstoffe für die ganze Menschheit bei Pfizer und Co. in doppelter Menge besorgt, da wird er sicher auch eine Lösung für eventuelle heimtückische Vergeltungsmaßnahmen der Asiaten finden.
Und überhaupt: Hat Deutschland etwa ernsten Schaden erlitten, weil seit nun über zwei Jahren keine chinesischen Touristenheere Rothenburg ob der Tauber oder Heidelberg heimsuchen? Wir können gut ohne China leben, aber kann China ohne VW und die Premiumklasse von Mercedes-Benz leben? Mitnichten – denn dann müssten die „gelbe Gefahr“ in Schanghai oder Peking wieder mit Fahrradrikschas herumwuseln. Es gibt also keinen Grund für unsere mutigen Abgeordneten, Taiwan nicht zu besuchen. Wer Zar Putin die Faust zeigt, braucht sich vor Kaiser Xi und seinen Mandarinen nicht beugen. Der Deutsche muss sich vor nichts auf der Welt fürchten – außer vor seiner eigenen politischen Idiotie.

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