Nicht nur Hunde sehen traurig in eine ungewisse Zukunft; Bild: Unsplash

Zum Jaulen: Jetzt droht sogar das Tierfutter knapp zu werden

Die für Herbst bevorstehende, aus reiner politischer Unfähigkeit und Größenwahn einseitig verschuldete Gaskrise wird voraussichtlich nicht nur Menschen treffen, die weder ihre Rechnungen bezahlen noch ihre Wohnungen heizen können. Auch ihre treuesten Begleiter, Millionen von Haustieren, werden wohl absehbar zu den Leidtragenden gehören.

Bereits im Juli hatten sich die Geschäftsführer der Tierfutter-Branchenriesen „Fressnapf” und „Futterhaus” an die Bundesregierung gewandt, um ihre „große Besorgnis“ vor einem Futtermittelmangel für Haustiere zum Ausdruck zu bringen. Johannes Steegmann, Chef der „Fressnapf”-Gruppe, verwies auf die energieintensive und größtenteils erdgasabhängige Herstellung von Heimtierfutter. Damit dieses haltbar bleibt und den Hygieneanforderungen entspricht, muss das Futter für Dosenkonserven sehr stark erhitzt werden. Eine Priorisierung von Gas für die kritische Infrastruktur ginge zulasten der Tierfutterproduzenten.

„Artgerechte Versorgung der Heimtiere in Gefahr“

„Durch den drohenden Engpass in der Gas-Versorgung sehen wir unseren Auftrag der artgerechten Versorgung der Heimtiere in konkreter Gefahr“, heißt es in dem Brief. Auch der Präsident des Industrieverbandes Heimtierbedarf, Georg Müller, warnt: „Im Fall eines Gasstopps würde man mit allen bestehenden Reserven 2-3 Monate überbrücken können.“ Steegmann erklärte, Fressnapf hätte noch Vorräte für lediglich vier Wochen. Davon wären dann besonders Tierheime betroffen, die ohnehin bereits auf Futtermittelspenden angewiesen sind.

Eine Sprecherin des Deutschen Tierschutzbunds schlägt ebenfalls Alarm: Tierheime spürten den Anstieg der Preise für Energie, aber auch Futter und anderer Materialien bereits deutlich. Ein Gasstopp könnte sich als fatal für den karitativen Tierschutz herausstellen. Die Autoren des offenen Briefes fordern daher, dass die Futtermittelproduktion für Tiere als „systemrelevant” eingestuft wird, um sie so im Falle eines Gas-Embargos abzusichern. Ein Ausweichen auf Öl in der Produktion würde zu lange dauern und sei mit einem erheblichen Rückgang der Futtererzeugung verbunden.

Einstufung als „systemrelevant“ gefordert

Steegman bekräftigte: „Ich male keine unnötig schwarzen Wolken an den Himmel, aber die Lösung des Problems kann nur in der klaren Erkenntnis der Politik liegen, unsere Tierfachbranche als systemkritisch einzustufen und damit die Produktion aufrechtzuerhalten.“ In Deutschland gibt es rund 34,7 Millionen Hunde, Katzen, Ziervögel und Kleintiere. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Futter, womit auch der Preis für das verarbeitete Fleisch und damit wiederum auch für das Futter steigt.

Zwar ist das Tierwohl seit zwanzig Jahren im Grundgesetz verankert, wozu auch eine artgerechte Fütterung gehört, doch wird dies im Fall einer massiven Gasknappheit wenig nützen, da man Menschen und wirtschaftlichen Erwägungen den Vorrang geben wird. Da eine endgültige Entscheidung über die Priorisierung erst im Winter getroffen wird, ist die weitere Entwicklung für Tierbesitzer, Produzenten und Einzelhändler noch monatelang ungewiss. (DM)

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