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Wahnsinn Flüssiggas: 150 Millionen Dollar Gewinn pro Schiff – EU will jeden Preis überbieten

Extrem begehrt und extrem teuer – amerikanisches Flüssiggas, kurz LNG genannt. Um den Energie-Supergau zu verhindern, ist man seitens der EU gewillt, weltweit jeden Preis zu überbieten. Praktisch, denn die Rechnung wird einfach nach unten durchgereicht. Zahlen dürfen Bürger und Unternehmen. Die Strompreise steigen weiter rasant.

Sagenhafte Profite streichen die amerikanischen LNG-Lieferanten derzeit ein und sie dürfen auf noch mehr hoffen. Denn Europa sei bereit, „die Heizkosten für alle Bürger weiter in die Höhe zu treiben, um die Versorgung mit Erdgas für den kommenden Winter zu sichern“, so die US-amerikanische Zeitschrift  Fortune unter Berufung auf EU-Beamte, die erklärt hätten, für einen Tanker mit Flüssiggas jeden Weltmarktpreis überbieten zu wollen. Die Taktik geht offenbar auf, denn viele Länder – vor allem Asien – seien nicht bereit das Spiel mitzumachen. So konnten die EU-Staaten laut Forbes in den vergangenen Monaten 21 Milliarden Kubikmeter aus den globalen LNG-Beständen zukaufen. Für private Haushalte und Unternehmen wird das extrem teuer.

Rund 59 Millionen Euro ist die LNG-Fracht wert, wenn sie einen US-amerikanischen Hafen verläßt. Bei der Landung in Europa spült die begehrte Ladung dann sagenhafte knappe 270 Millionen Euro in die Kasse des Lieferanten, berichtet der französisch-britische Investmentbanker und Energieexperte Laurent Segalen dem Business Insider (BI). „Wir reden hier nicht über eine Marge. Es geht um einen Multiplikator. Alles in allem ist es verrückt“, findet Segalen. Der Leiter der Flüssigerdgas-Analyse bei Vortexa, Felix Booth, erklärte gegenüber BI, er gehe davon aus, dass die Unternehmen bei jeder Lieferung knapp 147 Millionen Euro verdienen könnten.

Für US-LNG-Unternehmen ist Europa mittlerweile zum wichtigsten Markt geworden. Laut Vortexa gingen in diesem Monat knapp 60 Prozent der LNG-Lieferungen aus den USA nach Europa. Im August vergangenen Jahres waren es nur 19 Prozent. Dank der von Wirtschaftsminister Habeck verordneten Gasumlage, werden die irrwitzigen Gas-Preise von den deutschen Konsumenten gezahlt, die Gasrechnungen für Privatpersonen und Unternehmen laufend erhöht.

Trotzdem strauchelt in Deutschland der Energiekonzern Uniper, er hat im ersten Halbjahr mehr als zwölf Milliarden Euro Verlust gemacht. Grund, seien die weggebrochenen Gaslieferungen aus Russland, erklärte Konzernchef Klaus-Dieter Maulbach am Mittwoch. Obendrauf würden die Milliarden-Abschreibungen für die Pipeline Nord Stream 2 kommen, bei der man sich wegen der Zusicherung seitens der Bundesregierung darauf verlassen hatte, daß sie ein sicheres Investment ist. Die jetzige Regierung hat nun ein Steuergelder-„Rettungspaket“ in Höhe von 15 Milliarden Euro geschnürt, um den Uniper vor dem Untergang zu bewahren. Für global agierende ausländische Öl- und Gasunternehmen dürften solche Verluste verkraftbar sein, glaubt Maulbach. Doch in Deutschland gebe es kein einziges Energieunternehmen, das eine solche Entwicklung nicht in die Knie zwingen würde, warnt der Konzernchef, der sein Unternehmen de facto als Bauernopfer in diesem Konflikt sieht.

Helfen würde neben dem vom Staat bereitgestellten Eigenkapital und den KfW-Krediten auch die Gasabgabe, mit der die Energie-Versorger den größten Teil der Kosten für Gas ab Oktober an die Kunden weitergeben können, so der Uniper-Chef. Trotzdem sei die Energiekrise noch lange nicht zu Ende und die Gasversorgung im kommenden Winter schwierig. Die nun verstaatlichte Uniper dürfte am Ende nicht daran vorbeikommen, um die LNG-Fracht mitzupokern. (MS)

 

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