Mit Wut im Bauch wird vorerst weitergearbeitet (Foto: Jack Frog/Shutterstock)

Sachsen-Anhalts Handwerker an Scholz: „Wollen Sie wirklich für die Ukraine Ihr Land opfern?“

In Sachsen-Anhalt rumort es gewaltig. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Scholz fordern jetzt Handwerksvertreter aus allen Innungen einen sofortigen Stopp der Sanktionen gegen Russland sowie Verhandlungen über ein Kriegsende. Alle getroffenen Entscheidungen seien „auf den Nutzen für das deutsche Volk“ zu überprüfen, so die Unterzeichner des Schreibens.

„Wir als Handwerker wissen aus vielen Gesprächen mit unseren Kunden, dass die breite Mehrheit nicht gewillt ist, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern. Es ist auch nicht unser Krieg!“, heißt es in dem Brief der Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis, der 16 Unterzeichner aus allen Innungen hat. „Eingangs möchten wir betonen, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine ein klarer Verstoß gegen Artikel zwei der UN-Charta ist und von uns als schweres Verbrechen gesehen und kritisiert wird“, erklärt die in Sachsen-Anhalt beheimatete Kreishandwerkerschaft. Allerdings habe dieser Krieg nicht erst am 24. Februar 2022 begonnen.

„Jeder, der sich ohne ideologische Scheuklappen das Ergebnis der bisherigen Sanktionen anschaut, kommt unweigerlich zu der Erkenntnis, dass seitdem deutlich mehr Geld in die russischen Kassen gespült wurde als vor den Sanktionen. Europa, und im speziellen Deutschland, sind die eindeutigen Verlierer.“ Zudem seien “alle politischen Entscheidungen auf den Nutzen für das deutsche Volk zu überprüfen”, heißt es weiter.

Darüber hinaus mache sich die Kreishandwerkerschaft „berechtigte Sorgen um die Zukunft unserer Kinder und Enkel, Sorgen um den Fortbestand unserer Betriebe, Sorgen um unser Land.“ Sie bemängelt auch die Korruption in der Ukraine. Das Land habe laut einer Veröffentlichung von Transparency International Deutschland e.V. im vergangenen Jahr schließlich Platz 122 belegt. „Kein anderes europäisches Land schneidet hier schlechter ab“, so die Unterzeichner. Deshalb könne man die Ukraine keinesfalls als einen lupenreinen demokratischen Staat bezeichnen. „Und dafür wollen Sie Deutschland aufs Spiel setzen?“, so die knallharte Frage an „Grinsebäckchen“ Scholz.

Für sie, die ständig im Gespräch mit Kunden seien, ist deutlich: Im Land rumort es. „Wir als Handwerker wissen aus vielen Gesprächen mit unseren Kunden, dass die breite Mehrheit nicht gewillt ist, für die Ukraine ihren schwer erarbeiteten Lebensstandard zu opfern. Es ist auch nicht unser Krieg!“

Man fordere die “sofortige Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen.” Voraussetzung sei aber eine “realistische Einschätzung der Lage. Niemand kann ernsthaft glauben, dass Russland auf die Krim verzichten wird. Wer das als Bedingung für Verhandlungen macht, hat kein Interesse an einem baldigen Ende des Krieges.”

Bei dem Tempo der Preissteigerungen, könne Otto Normalverdiener bald nicht mehr seinen Lebensunterhalt bezahlen, prophezeien sie. Auch ganz normale, notwendige Handwerksleistungen würden unerschwinglich. Das führe zu Entlassungen und Schließungen von Betrieben „Wollen Sie der Kanzler sein, der Deutschland in den Ruin getrieben hat?“, fragen die Unterzeichner.

„Wir reden hier nicht von ein oder 2 Grad weniger Raumtemperatur oder ob Schwimmbäder ihre Wassertemperatur senken müssen. Wir reden hier vom Sterben Deutschlands! Das erkennen viele Menschen in unserem Land, warum Sie nicht?“ Und: „Ändern Sie Ihren Kurs. Im Interesse unserer Heimat“, heißt es am Ende des Schreibens.

Die Kreishandwerkerschaft Halle-Saalekreis stellt drei Forderungen an Scholz und erinnert ihn an seinen Amtseid: „1. Sofortiger Stopp aller Sanktionen gegen Russland. 2. Sofortige Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges. 3. Alle politischen Entscheidungen sind auf den Nutzen für das deutsche Volk zu überprüfen – sowie Sie es geschworen haben.“ (MS)

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