Ines Hoge-Lorenz (Bildrechte: MDR/Steffen Junghans)

Nächste Runde im öffentlich-rechtlichen Selbstbedienungsladen: MDR-Funkhausdirektorin tritt zurück

Die Nächste ist aufgeflogen: Am Freitag teilte die ARD mit, dass Ines Hoge-Lorenz, Landesfunkhausdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Sachsen-Anhalt, von ihrem Amt zurücktritt. Den Selbstbedienungsladen muss sie aber nicht verlassen. Der Zwangsgebührenzahler sorgt weiterhin für ihre Rundumversorgung.

„Ich habe es vor meinem Amtsantritt als Landesfunkhausdirektorin Sachsen-Anhalt versäumt, klar darüber zu informieren, dass mein Ehemann vor über zehn Jahren in der Causa Foht eine Rolle gespielt hat“, so Hoge-Lorenz zu ihrem „Versäumnis“ rund um die Causa Foht. Einer der unzähligen Skandale, in welchen Gestalten sich den Zwangsgebührensender zur Beute gemacht haben.

Konkret flog 2011 der frühere  MDR-Unterhaltungschef Udo Foht auf. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit zum Nachteil verschiedener mutmaßlich Geschädigter vor. Zusammengefasst stehen Vorwürfe im Raum, dass es ab Februar 2008 Filz und Geldschiebereien gegeben haben soll. Mehr als eine Million Euro soll sich Foht ergaunert haben. Manager, Veranstalter und TV-Produzenten gehören ebenso zu den Geschädigten wie Hape Kerkeling, Florian Silbereisen, Stefan Mross oder Helene Fischer, die auf Foht hereinfielen.

Der MDR hatte Foht nach Aufkommen des Skandals gekündigt. Vor dem Arbeitsgericht schlossen Foht und der MDR einen Vergleich. Nächste Woche beginnt der Strafprozess gegen ihn.

Der Ehemann von Hoge-Lorenz, Stefan H., geriet ebenfalls ins Visier der Justiz. Es fand eine Hausdurchsuchung statt, bei der Ines Hoge-Lorenz anwesend war. Konkret ging es um den Verdacht der Bestechung: Der TV-Produzent Stefan H.  habe, so der Verdacht, nach Aufforderung durch Foht eine Zahlung an eine Eventagentur geleistet und im Gegenzug einen lukrativen Produktionsauftrag erhalten.

Solche „Versäumnisse“ sind offensichtlich Pillepalle beim ÖR-Selbstbedienungsladen. Denn die vergessliche Hoge-Lorenz  muss laut MDR-Angaben den Sender nicht verlassen. Sie übernimmt ab 1. September die Hauptredaktion Information und Innovation der Programmdirektion Leipzig.

Die ehemalige SED-Funktionärin Karola Wille – die DDR-Juristin huldigte in ihrer Dissertation noch 1985 dem Sozialismus und sitzt trotz ihrer unappetitlichen Vergangenheit  seit 2011 auf dem Posten der MDR-Intendantin, erklärte mittlerweile, sie nehme die Entscheidung von Hoge-Lorenz „mit großem Respekt und Bedauern“ zur Kenntnis. Die kommissarische Leitung des Landesfunkhauses übernimmt der Direktor des Landesfunkhauses Sachsen, Sandro Viroli. Anstatt den Selbstbedienungsladen endlich einzustampfen wird die „Leitungsposition umgehend ausgeschrieben, um eine rasche Nachfolge zu gewährleisten“. (SB)

>> Hier geht es zur Petition „GEZ-Zwangsgebühren sofort abschaffen!"

 

Themen

AfD
Brisant
Corona
Deutschland
Gender
International
Islam
Corona
Brisant
Linke Nummern
Deutschland
Migration
Satire
Ukraine
Politik
Wirtschaft