Die Delegation der Internationalen Atomenergie Behörde (IAEA) auf dem Gelände des AKW Saporischscha - Foto: Imago

Inspektion AKW Saporischschja: Anreise mit Hindernissen

Saporischschja – Die internationale IAEA-Delegation hat am gestrigen Donnerstag mit der seit längerem angekündigten Inspektion des unter Beschuß liegenden Atomkraftwerks Saporischschja begonnen. Dort sollen nur noch ein oder zwei Reaktoren in Betrieb sein. Übereinstimmenden Berichten zufolge ist die 14-köpfige Delegation auf ihrem Weg von Kiew nach Saporischschja für etwa drei Stunden von ukrainischem Militär an der Weiterfahrt gehindert worden. Begründung im „Spiegel“: Neue Gefechte. Der „Spiegel“ macht keine weiteren Angaben zu diesen Gefechten.

Eine zentrale Frage, welche die IAEA-Delegation zu klären hätte, ist neben der nach der technischen Sicherheit des AKW auch die, von woher der Beschuß des AKW erfolgt. Nach Aussagen des Ex-US-Militärinspekteurs Scott Ritter ist das die am leichtesten zu klärende Frage. Anhand der Beschädigungen am AKW lasse sich recht schnell herausfinden, aus welcher Richtung der Beschuß erfolgte. Russen und Ukrainer beschuldigen sich gegenseitig. Das russische Fernsehen zeigte vor Tagen bereits die Überreste britischer Geschosse, angeblich aufgenommen in Saporischschja. Auch hieß es, das AKW sei mit amerikanischen Himars-Raketen beschossen worden. Das AKW Saporischschja wurde bereits im März von russischen Truppen eingenommen, so daß sich die Russen praktisch selbst beschossen haben müssten, wenn es die Ukrainer nicht gewesen sein sollten.

Es gibt aber Informationen zu den Gründen für den dreistündigen Stopp der IAEA-Delegation auf ihrem Weg von Kiew nach Saporischschja. Wie Clayton Morris meldete, habe es sich bei den „neuen Gefechten“, von denen ohne weitere Angaben im „Spiegel“ die Rede ist, um den gescheiterten Versuch einer sechzig Mann starken ukrainischen Kampfeinheit gehandelt, das AKW Saporischschja unter Kontrolle zu bekommen. Morris spricht von einem „Selbstmordkommando“. Er beruft sich dabei auf einen sarkastischen Tweet von Gonzalo Lira, einem US-Journalisten und Regisseur in Charkow. Lira hatte seinen eigenen Tweet ironisch als Gerücht bezeichnet.

Lira-Tweet – Screenshot YouTube

Gonzalo Lira zufolge habe die ukrainische Einheit versucht, in russischen Uniformen mit sieben Schlauchbooten den Dnepr von Westen her zu überqueren, mutmaßlich mit dem Ziel, die IAEA-Delegation als Geiseln zu nehmen, um die Geiselnahme dann den Russen anzulasten. Ein anderer Grund für den Angriff sei just an dem Tag, an dem die IAEA-Delegation mit den Inspektionen beginnen wollte, schlecht denkbar. Der Angriff sei jedoch aus der Luft vereitelt worden, wobei 47 der 60 ukrainischen Kämpfer ums Leben gekommen seien. Der Rest habe gefangengenommen werden können. Drei der Überlebenden dieser selbstmörderischen Aktion seien lediglich so leicht verletzt worden, daß sie im Lauf des Tages von Russen vernommen werden könnten. Es habe sich um ein wahnsinniges Unternehmen gehandelt, für das es keinerlei Erfolgsaussichten gegeben habe. Geplant worden sei der selbstmörderische Versuch vom britischen MI6 in dessen Kiewer Vorstadtniederlassung. Der dreistündige Stopp für die IAEA-Delegation habe seinen Grund vermutlich in der Beseitigung von Spuren des gescheiterten Übernahmeversuchs des AKW Saporischschja durch dieses ukrainische „Selbstmordkommando“.

Westlichen Medienmeldungen zufolge sei die Begleitung der Delegation durch internationale Medienvertreter von den Russen abgelehnt worden. Sie berufen sich dabei auf Behauptungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die IAEA-Delegation will sich bis zum Samstag in Saporischschja aufhalten.  (RB)

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