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Wagner-Erbin richtet den „Führer“ hin

Nach dem Festspielsommer 2022 ist Deutschland schon wieder weniger Hitler. Zu verdanken ist das der Erbin einer Sippe, die einst zu diesem Hitler eine besonders enge, ja familiäre Beziehung pflegte: Richard Wagners Urenkelin Katharina, derzeitige Leiterin der alljährlichen Bayreuther Wagner-Festspiele, hat nämlich eigenmächtig zwei Textstellen aus der wohl schönsten und populärsten romantischen Oper „Lohengrin“ kastriert.
Von Wolfgang Hübner
Denn nun bitten der deutsche König Heinrich der Vogler und die brabantischen Krieger Lohengrin im dritten Akt nicht mehr: „Des Führers harren deine Mannen!“ Sondern singen sie brav: „Des Schützers harren deine Mannen!“
Und ganz am Ende der Oper, wenn der Schwan den schönen Knaben bringt, singt Lohengrin nicht mehr: „Seht da den Herzog aus Brabant, – zum Führer sei er euch ernannt.“ Sondern: „…zum Schützer sei er euch ernannt.“ Diese Veränderungen wird die grün-linksliberale Schickimicki im Parkett des Festspielhauses sicher ebenso erfreuen wie diejenigen Politiker, die bald über eine Vertragsverlängerung von Katharina Wagner zu entscheiden haben. Doch der Texteingriff einer Frau, in deren Genen nur noch traurige Restbestände des Genies ihres Urgroßvaters übriggeblieben sind, ist nicht nur eine anstoßende opportunistische Anbiederung an den „woken“ Ungeist unserer Zeit.
Katharinas Veränderungen sind auch sinnentstellend und sinnverzerrend: Im ersten Fall brauchen der König und die bewaffneten Mannen nämlich keinen Schützer, sondern einen Führer für den Kampf gegen den Feind aus Osten. Begeistert singen der König und seine Krieger: „Für deutsches Land das deutsche Schwert! So sei des Reiches Kraft bewährt!“ Doch Lohengrin, gekommen als „Schützer von Brabant“, steht für diese Rolle nicht mehr zur Verfügung, weil er seine Aufgabe erfüllt hat und er am bewegenden Ende der Oper den einst verschwundenen Herzog präsentieren kann. Der kann aber schon kraft seiner herausgehobenen Stellung kein „Schützer“, sondern muss Brabants legitimer Führer sein.
Vorschlag an Katharina: Einfach die ganze völkisch durch und durch verseuchte Oper aus dem Bayreuther Spielplan streichen und eine öffentliche Verbrennung der völkisch aufputschenden Partitur des antisemitischen Urgroßvaters und Hitler-Idols vor dem Festspielhaus mit Originalübertragung von ARD und ZDF sowie einer Mahn- und Bußrede von Bundespräsident Steinmeier veranstalten. Und Nazivokabular wie Reiseführer oder Festspielführung muss selbstverständlich schleunigst auch weg!

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