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Die Lage eskaliert und wird immer gefährlicher

Sollten sich die Meldungen von einem breitangelegten Überfall des muslimischen Aserbaidschan auf das christliche Armenien bewahrheiten, dann ist die internationale Krise in noch größerer Gefahr, in einem Weltkrieg zu münden. Denn Armenien ist verbündet mit seiner Schutzmacht Russland, die angeblich auch schon um Erfüllung ihrer Bündnispflicht gebeten wurde. Aserbaidschan hingegen ist für die EU wichtig als Gaslieferant und gilt als „verlässlicher EU-Partner“.
Von Wolfgang Hübner
Russland kann das kleine arme Armenien nicht in Stich lassen, wird aber nun in eine weitere militärische Konfrontation gezwungen. Für Moskau könnte das ein Grund sein, zu mobilisieren und das Kriegsrecht auszurufen. Das wiederum würde die Situation im Ukraine-Krieg dramatisch verändern. Die Spannungen zwischen den beiden Kaukasus-Staaten sind nicht neu und werden immer wieder auch mit militärischen Mitteln ausgetragen. Offenbar handelt es sich bei den aktuellen Ereignissen aber nicht nur um ein weiteres Grenzgeplänkel der verfeindeten Länder, sondern um den Beginn eines Krieges zu einem verdächtigen, auf jeden Fall höchst gefährlichen Zeitpunkt.
Es kann durchaus sein, dass die aserbaidschanische Führung in Baku die für Moskau kritische Situation in der Ukraine nutzen will, um das mit Russland verbündete Armenien zu besiegen.
Von der EU erwartet sich Baku keinen echten Widerstand, denn Europa braucht unbedingt Gas, woher auch immer. Die Frage ist aber, ob die Russen an einen aserbaidschanischen Alleingang auf eigenes Risiko glauben oder vielmehr eine weitere vom Westen gesteuerte Provokation und Eskalation vermuten. Letztere Möglichkeit kann nicht ausgeschlossen werden. Die Lage ist höchst Besorgnis erregend.

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