Wie witzig! (Bild: shutterstock.com/Von Sergey Furtaev)
Wie witzig! (Bild: shutterstock.com/Von Sergey Furtaev)

Lustige Geschichte: Herr Obama und die Migranten auf Martha’s Vineyard

Es geht rund auf der Welt. Das ist kein Wunder, schließlich handelt es sich um eine Kugel. In Europa sind die lieben „die Menschen“ mit „Herausforderungen“ beschäftigt und streiten sich darüber, wer überhaupt der Herausforderer gewesen sein soll, während sich jenseits des Atlantiks im fernen Westen eine Groteske abspielt, welcher man ein europäisches Aufmerksamkeitsdefizit attestieren muß. Es geht um illegale Immigranten auf einer Insel mit dem schönen Namen „Martha’s Vineyard“. Sie liegt vor der Küste von Massachusetts und gilt als das „Sylt“ der Kennedys, der Bushs und seit einigen Jahren auch der Obamas. Der Durchschnittspreis einer Immobilie dort liegt bei einer Million US-Dollar.

von Max Erdinger

Wunderschön ist es auf Martha’s Vineyard, einer grünen Insel im weiten Blau des Atlantiks, ganz im Nordosten der Vereinigten Staaten. Prächtige Anwesen gibt es zu sehen, die Ortschaften haben klingende Namen wie zum Beispiel „Kennebunkport“. Immer wieder las man von Martha’s Vineyard, weil dort viele US-Präsidenten Ruhe & Erholung fanden. Auch das eine oder das andere wichtige Statement zur Weltpolitik ging von Martha’s Vineyard aus um die Welt.

Hafen von Edgartown auf Martha’s Vineyard – Foto: Imago

Besonders beliebt ist Martha’s Vineyard bei den weißen und sich progressiv dünkenden Milliardären der amerikanischen High-Society, den Befürwortern von Immigration, Diversity, politischer Gesellschaftsverschwulung und dem ganzen anderen hippen Kram. Auf Martha’s Vineyard sind sie ganz unter sich. Tucker Carlson meinte, Martha’s Vineyard sei so weiß wie ein „schwedisches Bluegrass-Festival“. Wer in den USA die hochgelobte Diversity sucht, findet sie ausgerechnet da auf keinen Fall, wo sie am heftigsten propagiert wird. Das heißt: Bis vergangene Woche war das so. Dann kamen zwei Diversity-Tage über die Insel – und inzwischen ist alles wieder wie immer. – Schnitt.

Wir befinden uns ganz im Süden der USA, in Texas. Wer will, befindet sich auch in Florida. Die Städte in der Nähe zur Grenze nach Mexiko kämpfen seit Jahren mit einer Flut illegaler Immigranten. Ihre städtischen Sozialeinrichtungen kollabieren unter dem Ansturm, sie haben massenhaft Obdachlose, die unter freiem Himmel campieren, sie leiden unter einer sprunghaft gestiegenen Kriminalität und sind sehr bemüht, die ankommenden Immigranten möglichst großflächig über die Vereinigten Staaten zu verteilen.

Auf bestimmte US-Demokraten ist man dort nicht gut zu sprechen, zum Beispiel auf Joe Biden nicht, der vor nicht allzu langer Zeit tönte, es sei völlig undenkbar, daß eine Nation von 330 Millionen Einwohnern Schwierigkeiten damit haben könnte, 2 Millionen – legal oder illegal – scheißegal – Immigranten zu integrieren. Da brauche es eben Gemeinschaftssinn und alle guten Tugenden. Ex-Präsident Obama hatte jahrelang ins selbe Horn gestossen. Immigration sei der Stoff, aus dem die USA gemacht seien, wiederholte er immer und immer wieder. Die Vereinigten Staaten verdankten ihre Großartigkeit dem Umstand, daß sie seit jeher Ziel der Hoffnungsvollen, der Träumer und der Fleißigen aus aller Welt gewesen seien. Seine Ehefrau Michelle (m/w/d) erzählte die Geschichte von der demütigenden „weißen Flucht“ der Rassisten, die sich aus Stadtvierteln zurückgezogen hätten, sobald dort ein gewisser Prozentsatz an Schwarzen erreicht gewesen sei – und wie erniedrigend das alles für die Schwarzen gewesen ist. – Schnitt.

Kein Entkommen

Vor einigen Jahren allerdings ist Familie Obama den geflüchteten weißen Rassisten nachgereist. Auf der Insel mit dem schönen Namen „Martha’s Vineyard“ konnten die fluchtweißen Übelfiguren den Obamas nicht länger mehr entkommen. Sie waren ringsum vom Atlantik eingeschlossen. Herr Obama kaufte auch gleich ein prächtiges Anwesen auf der Insel und legte dafür 15 Millionen Dollar auf den Tisch, wie die FAZ im Jahr 2019 berichtete. Viel Grund und Boden hat er für sein Geld dazubekommen. Doch sehen Sie selbst.

Herrn Obamas Haus auf Martha’s Vineyard – Screenshot FAZ
Details von Herrn Obamas Haus auf Martha’s Vineyard – Screenshot FAZ

Der republikanische Finsterling aus Florida

Ron DeSantis ist republikanischer Gouverneur des „Sunshine-State“ Florida. In den Augen der US-Demokraten handelt es sich bei Herrn DeSantis um einen wahren Finsterling. – Warum? Weil Herr DeSantis der Ansicht ist, daß man sein „Geld genau dorthin legen sollte, wo man auch sein Mundwerk aufbewahrt“ („put your money where your mouth is“), wie der prinzipientreue Bewohner der Neuen Welt zu sagen pflegt. Oder pflegte. Inzwischen ist dieser Ratschlag nicht mehr so populär.

Dieser Herr DeSantis hat sich jedenfalls überlegt, wohin er die große Zahl illegaler Immigranten im Süden der USA recht sozialverträglich verlegen könnte. Um das herauszufinden, studierte er allerlei Broschüren mit Städtewerbung und ähnlichem. Und siehe da – er fand eine kleine Insel vor der Küste von Massachusetts mit dem schönen Namen „Martha’s Vineyard“, die mit ihrer Weltoffenheit für sich warb und bekundete, wie sehr die aufgeschlossenen Bewohner des Inselchens solidarisch seien mit den Mühseligen und Beladenen dieser Welt. Ob es Schwarze seien, Braune – schwul oder unschwul -, transrassige und hinübergeschlechtliche Hyperdiskriminierte jedweder Art, arm oder reich, legal im Land oder illegal – ganz egal. Alle Menschen seien gleich auf Martha’s Vineyard, hieß es in der hübschen Broschüre.

Da lachte der Herr DeSantis erleichtert und freute sich, daß er nun wusste, wohin er eine Gruppe von 50 immigrierten Venezolanern schicken kann. Auf der hübschen Insel im Atlantik bei den liebenswerten weißen Milliardärsdemokraten würden sie mit offenen Armen aufgenommen werden. Sogleich charterte er ein Flugzeug und wenige Stunden später landeten die Venezolaner auf dem Flughafen von Martha’s Vineyard, auf demselben Flughafen also, auf dem sonst US-Präsidenten oder ehemalige US-Präsidenten landen. Dort stiegen die immigrierten Venezolaner aus und gingen die letzten dreieinhalb Meilen bis zum Himmelreich auf Erden zu Fuß in die nächste Ortschaft.

Zur allgemeinen Verwunderung jedoch mussten sie feststellen, daß die Freundlichkeit, mit der sie von den dortigen Engelsgleichen empfangen wurden, eine ziemlich schlecht gespielte Freundlichkeit gewesen ist. Im Städtchen der weißen Milliardärsdemokraten schien man beispielsweise der Ansicht zu sein, daß sich Venezolaner traditionell ausschließlich von Cornflakes und Fruit-Loops ernähren, die sie von Papptellern essen und mit Leitungswasser in ihrem Schlund hinunterspülen – und zwar draußen an der frischen Luft. Während die Venezolaner also auf ihren Cornflakes herumknusperten, meldeten sich bereits die ersten hilfsbereiten Sachverständigen des Inselchens zu Wort und erklärten, weshalb die 50 Venezolaner auf gar keinen Fall hierbleiben könnten. Das Inselchen sei nicht gut für die armen „die Menschen“. Es fehle an der sozialen Hilfsinfrastruktur, es gebe keinen Platz für 50 Venezolaner, auch zum Ende der Sommer- und Feriensaison nicht, wenn mehrere tausend Betten frei sind, weil es kaum noch Touristen gibt, kurz: Die armen Venezolaner hätten es ganz furchtbar schlecht auf Martha’s Vineyard. Wer die da hingeschickt habe, der Herr DeSantis also, sei ein ganz übler Menschenhändler, der den armen Venezolanern nicht wohlgesonnen sei. Unterdessen glühte bereits die Telefonleitung von Martha’s Vineyard rüber zum Militärstützpunkt nach Cape Cod.

Langer Rede kurzer Sinn: Der Aufenthalt der Venezolaner auf Martha’s Vineyard währte keine 48 Stunden. Von Cape Cod herüber kam das Militär, verfrachtete die Venezolaner in einen Bus, dann auf die Fähre – und seither sind sie in einem Militärlager bei Cape Cod interniert. Warum? – Wahrscheinlich ist dort die soziale Hilfsinfrastruktur besser auf Venezolaner zugeschnitten und es gibt mehr freie Betten bei fetten Cheeseburgern und eiskaltem Bier.

Das Gelächter

Für das konservative Amerika ist die Nummer mit den Venezolanern auf Martha’s Vineyard seit Tagen der Schenkelkopfer schlechthin. Für einen der meistgesehenen Politmoderatoren in den USA, Tucker Carlson bei Fox-News, ist die Story ein wahrer Quell der Inspiration. Er sprüht vor Sarkasmus und bricht vor laufender Kamera ständig in schallendes Gelächter aus. Inzwischen hat er die dritte Folge seiner Sendung bei Fox-News mit dem Thema gefüllt. Eine besser als die andere. Es ist zum Kringeln.

Die Milliardärsdemokraten auf Martha’s Vineyard wissen natürlich genau, daß sie der Spott der ganzen Nation trifft. Tapfer jedoch tun sie so, als sei alles ganz anders. Sie seien ganz fürchterlich mißverstanden worden, ist der allgemeine Tenor ihrer Verlautbarungen. Und dieses Verhalten steigert das Amüsement der Amerikaner im Rest des Landes endgültig gar bis zu Bauchkrämpfen vor Lachen.

Tucker Carlson „bricht ab“ vor Lachen – Screenshot Fox-News

Eine Stellungnahme von der reinweißen Insel im Atlantik vor der Küste Massachusetts mit dem schönen Namen „Martha’s Vineyard“ (MV), nachdem die einflußreichen Bewohner dafür gesorgt hatten, daß ihnen das Militär zu Hilfe eilt, um die ungeliebten Immigranten aus Venezuela wieder loszuwerden. Übersetzung: „Einwohner von Martha’s Vineyard unglaublich stolz auf sich selbst. ‚Unsere immigrantischen Besucher haben die Insel verlassen … sie drückten ihre enorme Dankbarkeit für den Erguss an Unterstützung und Großzügigkeit der Inselgemeinschaft aus, welcher von Herzen kam und überströmend gewesen ist‘.

Und das ist nun wirklich zwerchfellerschütternd. Bruaahh-ha-ha … ich kann nicht mehr. Was für eine abgefuckte Nummer! – Wahnsinn …

 

 

 

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