Habecks grünes Öko-Paradies (Foto: amarklc/Shutterstock)

Nationalpark – scheißegal: Habeck will noch ´ne Pipeline

Schon jetzt ist der Boden des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft dicht bebaut. Hier vor Lubmin liegen nicht nur die drei Rohre von Nordtream 1 und 2, auch diverse Stromkabel der gigantischen Offshore-Windparks erreichen hier das Land. Dem grünen Umwelt-Frevler Habeck ist das sensible Ökosystem völlig egal. Er will nun die vierte Pipeline für sein aus dem fernen Katar angeschifften LNG-Gas verlegen lassen. Hauptsache die vorhandene „Russen-Rohre“ bleiben für immer ungenutzt. 

„Der Bundeskanzler fährt kommende Woche in die Vereinigten Arabischen Emirate und wird sicherlich dort einige Verträge (…) für LNG unterzeichnen können“, verspricht der Grüne Habeck vollmundig. Seite an Seite mit der Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besichtigte er vor wenigen Tagen die Gegebenheiten vor Ort. Auch die obligatorische Bootstour über den Greifswalder Bodden durfte nicht fehlen.

Damit das Gas der saudischen Menschenrechtsverletzer deutsche Wohnungen erwärmen kann, braucht Habeck die Infrastruktur in Lubmin. Zwei schwimmende Terminals für Flüssigerdgas (LNG) sollen dort entstehen und über die Verteilnetze den Osten und Süden des Landes versorgen.

Mit ihrer Firma „Deutsche Regas“ wollen zwei Potsdamer Unternehmer bereits zum 1. Dezember per Shuttle das teure LNG über den flachen Bodden in den Hafen von Lubmin transportieren.  und von dort ins deutsche Netz einspeisen. 4,5 Milliarden Kubikmeter Gas sollen so pro Jahr über Lubmin ins deutsche Netz fließen. Baubeginn im Hafen ist am heutigen Dienstag. Think Big-Wirtschaftsminister ist das nicht genug: Nun sollen die Energieunternehmer RWE und Stena mit Unterstützung der Bundesregierung ein weiteres LNG-Terminal in Lubmin errichten, damit die Gas-Speicher auch im Winter 2023/24 voll seien, plant Habeck. Doch da der Hafen zu klein ist und die schweren LNG-Tanker nicht über den Bodden fahren können, soll nun eine Anlegestation auf offener See errichtet werden. „Gastankstelle für Deutschland“ nennt der Rücksichstlos-Minister sein „ambitioniertes, ehrgeiziges und kreatives Projekt“, für das eine 30 bis 40 Kilometer lange – weitere – Pipeline den Ostseeboden durchqueren soll.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht das kritisch: „Es stellt sich die Frage der Verhältnismässigkeit, wenn für ein temporäres Gas-Terminal eine weitere Pipeline durch den Nationalpark verlegt wird“, erklärt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, gegenüber dem Tagesspiegel und schließt rechtliche Schritte nicht aus. Er sei äußerst skeptisch, ob diese Infrastruktur gebraut werde, so Müller-Kraenner.

Auch von der Aufsichtsratsvorsitzende der „Deutsche Regas“ hält das Vorhaben für überflüssig: „Eine dritte Pipeline auf dem Grund des Bodden durch den Nationalpark dauert mehrere Jahre und wäre ein schwerer Eingriff in das sensible und geschützte Ökosytem“ meint Stephan Knabe. Der Potsdamer Unternehmer würde lieber die ungenutzten Rohre von Nord Stream 2 nutzen. Damit könnte zeitnah deutlich mehr Gas nach Deutschland fließen. Für den Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe ein naheliegender Gedanke, den man man zumindest prüfen sollte. Nicht mit dem deutschen Vize-Kanzler! „Solche Überlegungen gibt es nicht“, pfeffert er solche Forderungen zurück. Er sehe  „kein absehbares Szenario, wo Nord Stream 2 eine Rolle für die Energiesicherheit von Deutschland spielt.  Was mit den Rohren von Nord Stream 1 und 2 passiere, „kann heute kein Mensch sagen“. Baukosten in Höhe von mehr als 10 Milliarden Euro allein für die Nordstern 2 Pipeline versinken so auf dem Ostseegrund.

Für den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft verheißen die Pläne Habecks nicht Gutes: Er ist nicht nur ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Zugvögel wie Kraniche sondern auch Heimat von 48 Fischarten samt ihrer ihrer Jäger – den Kegelrobben und Seehunden.

Für den Vizekanzler spielen Tier- und Pflanzenwelt anglichst außufernder Windparks an Land und auf offener See bekanntermaßen eine untergeordnete Rolle. Er ist gefangen in seiner eigenen kleinen grünen Welt und träumt von einem warmen Winter: „Wenn alles gut läuft, die Sparsamkeit in Deutschland hoch ist und wir ein bisschen Glück mit dem Wetter haben“, glaubt Habeck, „haben wir eine Chance, gut über den Winter zu kommen.“ Und wenn nicht, haben die Bürger halt zu wenig gefroren. (MS)

 

 

 

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