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Leck in Nord-Stream-Pipelines: Wer sprengte die Gasleitungen?

In der Nacht zum Montag kam es zu einem gewaltigen Leck der Nord Stream 2 Pipeline südöstlich vor Bornholm. Als am Montag das erste Leck in der Pipeline Nord Stream 2 bekannt wurde, war zumindest theoretisch auch ein technischer Defekt oder ein Unfall als Ursache denkbar. Doch seit Montagabend gilt das als praktisch ausgeschlossen. Denn inzwischen sind auch die beiden Röhren von Nord Stream 1 massiv beschädigt.

Doch viele Fragen sind noch offen. Die WELT, aber auch der Tagesspiegel, spekulierten direkt munter über potenzielle Täter los. Während der Tagesspiegel vermutet, „ukrainische oder mit der Ukraine verbundene Kräfte“ könnten verantwortlich sein, nennen andere Zeitungen vor allem Russland als möglichen Tatverdächtigen. Der Russe war’s, wer sonst? Natürlich sprengen die Russen ihr eigenes Eigentum in die Luft, um auch im Notfall kein Gas liefern zu können, propagieren die Leitmedien. Echte Verschwörungstheoretiker wissen natürlich, die Russen wollen „Verunsicherung schüren“ und „möglicherweise den Gaspreis wieder nach oben zu treiben“.

Logik scheint in Kriegszeiten eine andere Qualität zu bekommen

Diese Gedankengänge entbehren jeglicher Logik, da über die beiden Pipelines gar kein Gas mehr fließt. Wenn doch, hätte der Russe den Hahn einfach zudrehen können, wenn er es denn gewollt hätte. Dafür muss er nicht in die Tiefe der Ostsee krabbeln und seine eigenen Gasleitungen zerstören. In diesem Fall sollte dem Springer Verlag der Goldene Aluhut verliehen werden. Vielleicht kommt Claas-Hendrik Relotius noch mit einer Geschichte ums Eck, die diese Vermutungen nicht nur toppen, sondern auch belegen. Wie so oft war er zufällig vor Ort und hat an einem Taucherkurs teilgenommen. Dort unten in der tiefen See, sah er plötzlich ein helles Licht und mitten im Schein der Unterwasserlampe, schwamm ein Russe, natürlich mit allen Militärabzeichen. Sein Pass lag auf der Pipeline. Schnell machte Claas ein Foto und tauchte auf. Claas und sein Glück immer an dem richtigen Ort zu sein. Offensichtlich hat sich da irgendwer einen Online Casino Bonus ohne Einzahlung abgegriffen. Für Außenstehende ist dieser Krimi bösartiges Glücksspiel ohne Chance auf jeglichen Durchblick in der Sache selbst. Das wird auch so verstörend bleiben.

Sieht man tatsächlich den Wald vor lauter Bäumen nicht oder will man ihn nicht sehen? Es ist ja nicht so, dass es keinen Verdächtigen gäbe. Die USA haben ein Motiv und die technischen Mittel, um diese Taten begangen zu haben, und sie haben im Vorfeld auch bereits gewarnt, dass sie im Zweifel Nord Stream 2 „ein Ende setzen werden“. „Am Dienstagabend hat der polnische Europaabgeordnete Radek Sikorski über Twitter eine Luftaufnahme eines massiven Gaslecks an einer der Nord-Stream-Pipelines veröffentlicht, die das Ausmaß der Zerstörung an der Erdgas-Pipeline erahnen lässt. Dazu schrieb er kurz und knapp: „Thank you, USA.“

Gute Freunde sind einfach unbezahlbar

Einige Beobachter glaubten zunächst, dass es sich um einen Vorwurf an die USA gerichtet handeln könnte, die von Anfang an gegen die Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Russland waren und in den letzten Jahren immer wieder versuchten, das Projekt Nord Stream 2 zu stoppen. Doch die politischen Einstellungen des polnischen EU-Abgeordneten, der zwischen 2007 und 2014 Außenminister von Polen war, lassen hinter der Äußerung eher vermuten, dass er die Zerstörung der Pipeline tatsächlich willkommen heißt und unterstützt.

Dass die USA ein großes Interesse daran haben, russische Rohstofflieferungen nach Deutschland auch langfristig zu verhindern, steht außer Frage. Immerhin soll ja der CIA vor dem Anschlag gewarnt haben. Die USA sind kurz davor, größter Gaslieferant Europas zu werden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach hingegen von „sehr beunruhigenden Nachrichten“. Wir sprechen in der Tat von einem Schaden unklarer Natur an der Pipeline in der dänischen Wirtschaftszone“. Er sagte, dies beeinträchtige die Energiesicherheit des Kontinents. Keine der beiden Pipelines lieferte zum Zeitpunkt der Entdeckung der Lecks Gas nach Europa, aber die Vorfälle werden alle verbleibenden Erwartungen zunichtemachen, dass Europa noch vor dem Winter über Nord Stream 1 mit Gas versorgt werden könnte (…)

Die USA haben jedoch auch ein geostrategisches Interesse, einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu treiben. Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe – den alten Feind Russland und den alten Konkurrenten Deutschland. Das muss nicht so sein. Dass aber die Leitmedien diese Möglichkeit nicht in Betracht ziehen, macht sie angreifbar und die Berichterstattung nur suspekter.

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