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Nord Stream gesprengt: Die wohl dümmste Propaganda aller Zeiten

Die Nord-Stream-Pipelines wurden gesprengt und die westlichen Medien veranstalten die wohl dümmste Propaganda-Aktion aller Zeiten.

sikorski

Nachdem die Nord-Stream-Pipelines offensichtlich gesprengt wurden, beginnt die Suche nach dem Schuldigen. Die westlichen Medien beginnen die dümmste Propaganda-Aktion aller Zeiten, indem sie zunächst einige Tage so tun, als sei man bei der Suche nach dem Schuldigen ergebnisoffen. In Wahrheit sieht man bereits deutlich, dass sie Russland die Schuld geben wollen. Die USA werden als möglicher Schuldiger nicht einmal erwähnt. Wie dumm das ist, versteht sogar ein Grundschüler.

Und um es gleich klar zu sagen: Eine Reparatur der Pipelines dürfte unmöglich sein, denn die Röhren werden sich nun mit Salzwasser füllen und sie werden beginnen, zu rosten. Eine Reparatur wäre nur dann zumindest theoretisch möglich, wenn sie sofort beginnen würde. Das jedoch ist nicht zu erwarten. Die Pipelines sind damit tot.

Die USS Kearsarge

Die Medien tun so, als habe Russland den Anschlag auf die Pipelines organisiert. Die USA werden von den Medien bei ihrer „Suche nach Schuldigen“ als mögliche Verursacher der Explosionen nicht einmal genannt, dabei ist es ausgesprochen interessant, dass die USS Kearsarge, ein amphibisches Angriffsschiff der Wasp-Klasse der US-Navy, schon seit Monaten in dem Gebiet operiert. Ungewöhnlich ist, dass das englische Wikipedia darüber mit sehr vielen Quellen sehr ausführlich berichtet:

„Am 13. Mai 2022 nahm die Kearsarge an einem PASSEX-Training mit der finnischen und der schwedischen Marine in der nördlichen Ostsee teil. Vom 17. bis 23. Mai nahm die Kearsarge mit ihrer amphibischen Bereitschaftsgruppe an der NATO-Wachaktivität Neptune Shield 2022 teil. Am 27. Mai dockte die Kearsarge vor der Übung BALTOPS 22 in Tallinn, Estland, an. Am 2. Juni traf sie in Stockholm, Schweden, ein. Am 20. August traf sie in Klaipėda, Litauen, ein.“

Außerdem brachte die Kearsarge am 23. September US-Marines der 2nd Marine Logistics Group nach Finnland, wo sie an dem Manöver Freezing Winds 22 teilgenommen haben. Die Kearsarge ist unter anderem auf Operationen mit Kampfschwimmern und andere Unterwasser-Operationen spezialisiert. Und dieses Schiff fährt seit Monaten unbemerkt von den deutschen Medien in der Ostsee herum, auch in der Nähe der Nord-Stream-Pipelines.

Dass die NATO vor Portugal erst vor wenigen Wochen den Einsatz von „unbemannten maritimen Systemen“ geprobt hat, die „über dem Wasser, auf dem Wasser und unter Wasser“ eingesetzt werden können, ist sicherlich ein Zufall. Das Manöver endete am 22. September.

Ob die Systeme danach mit dem Flugzeug nach Finnland gebracht und auf die Kearsarge verladen wurden, die dort am 23. September festgemacht hat? Die Frage würde ich der NATO stellen, wenn ich ein Journalist bei deutschen Medien wäre, aber die „Qualitätsmedien“ finden diese Frage nicht interessant genug, um ihre Leser darüber zu informieren, oder gar bei der NATO nachzufragen.

Russische Schiffe?

Die Explosionen bei den Nord-Stream-Pipelines haben sich nur drei Tage nach dem Besuch der Kearsarge in Helsinki ereignet. Wo war die Kearsarge zu dem Zeitpunkt? Auch die Frage ist interessant.

Es muss allerdings nicht zwangsläufig die Kearsarge sein, die mit den Explosionen zu tun hat. Die Systeme, die in Portugal erprobt wurden, könnten sich schon seit Monaten auf NATO-Schiffen in der Ostsee befinden und könnten mit den vor Portugal gewonnenen Erfahrungen eingesetzt worden sein.

In der Ostsee sind viele US-Kriegsschiffe unterwegs, warum fragt kein Journalist nach, welche NATO-Schiffe (einschließlich U-Boote) sich zum Zeitpunkt der Explosionen, oder in den Tagen davor, dort aufgehalten haben?

Die Frage ist nämlich auch im Hinblick auf eine mögliche russische Täterschaft interessant, denn wenn sich herausstellen sollte (und davon ist auszugehen), dass sich in dem Gebiet viele NATO-Schiffe aufgehalten haben, dann hätten sie etwaige russische Kriegsschiffe (auch U-Boote) in dem Gebiet geortet.

Daher wiederhole ich die Frage: Wie viele und welche NATO-Schiffe haben sich zum Zeitpunkt der Explosionen, oder in den Tagen davor, dort aufgehalten? Und um eine mögliche russische Täterschaft zu klären, muss man auch eine zweite Frage stellen: Welche russischen Schiffe (und U-Boote) haben die NATO- Schiffe zum Zeitpunkt der Explosionen, oder in den Tagen davor, dort geortet?

Diese Fragen werden von den deutschen „Qualitätsmedien“ jedoch nicht gestellt.

Russlands Interesse

Die deutschen Medien und Politiker unterstellen Russland ein Interesse an der Zerstörung der Pipelines. Aber warum sollte Russland die Milliarden-teuren Pipelines zerstören, die Russland eigentlich noch mehr Milliarden einbringen sollen? Zumal Russland einfach den Gashahn zudrehen könnte und den Gasfluss auch ohne Sprengung der Milliarden teuren Pipelines unterbrechen könnte?

Als Grund wird vom Westen genannt, dass Russland sein Gas als politische Waffe und Druckmittel einsetzt. Das hat Russland zwar nie getan, aber nehmen wir einmal an, Russland würde das tun wollen. Dann wäre es doch ziemlich dumm, die Pipelines zu zerstören. Intelligenter wäre es, den Hahn zuzudrehen und darauf zu warten, dass die EU (oder Deutschland) auf Knien angerutscht kommt und um Gaslieferungen bettelt. Dann könnte Russland Bedingungen für die Gaslieferungen stellen. Aber wenn Russland die Pipelines zerstört, hätte es sich das Druckmittel, das es angeblich einsetzen möchte, selbst genommen. Ist das logisch?

Die norwegisch-polnische Pipeline

Wie es der Zufall will, wurde just an dem Tag, an dem die Pipelines gesprengt wurden, die neue Pipeline in Betrieb genommen, die Polen über Dänemark mit Gas aus Norwegen beliefern soll.

Polen hat die Jamal-Europa-Pipeline, die russisches Gas über Weißrussland nach Polen und Europa gebracht hat, schon zum Jahreswechsel faktisch geschlossen und später die Pipelines von Gazprom in Polen verstaatlicht. Seitdem fließt natürlich kein russisches Gas mehr nach Polen. Wenn Russland Druck ausüben wollte, hätte Russland die norwegisch-polnische Pipeline sprengen müssen, um Polen unter Druck zu setzen, den Gastransit durch Weißrussland wieder aufzunehmen. Nun aber kann Polen Gas aus Norwegen beziehen und es sogar nach Deutschland weiterverkaufen, weil Deutschland keinen eigenen Zugang zu Pipelinegas mehr hat.

Man kann Putin natürlich für die Ausgeburt des Bösen in Person halten, aber für dumm hält ihn niemand. Warum sollte Russland die Nord-Stream-Pipelines sprengen, und so Polen in die Hände spielen, und gleichzeitig seine eigenen Möglichkeiten, Gas zu verkaufen (oder von mir aus auch als Druckmittel zu benutzen) zerstören?

Hinzu kommt, dass der ehemalige polnische Außenminister und Europaabgeordnete Radosław Sikorski am 27. September, einen Tag nach den Explosionen, einen Tweet abgesetzt hat, in dem er den USA für die Zerstörung der Pipelines gedankt hat. Dazu hat er den Tweet mit einem Foto der Unfallstelle, mit dem Hashtag #Nordstream und einem Zitat von US-Präsident Joe Biden vom 7. Februar versehen, als Biden sagte, die USA würden Nord Stream 2 stoppen, sollten russische Truppen die ukrainische Grenze überschreiten. Den Tweet hat Sikorski am 29. September wieder gelöscht.

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Am 7. Februar gab es folgenden Dialog zwischen Biden und einem Journalisten, auf den Sikorski sich dabei bezogen hat:

Die Interessen der USA

Dass die USA gegen russische Gaspipelines nach Europa generell und gegen Nord Stream 2 im Besonderen sind, war nie ein Geheimnis. Das haben die USA offen gesagt und auch Sanktionen gegen den Bau von Nord Stream 2 verhängt. Noch zu Sowjetzeiten haben die USA versucht, alle Pipelineprojekte zwischen der Sowjetunion und Europa, vor allem zwischen der Sowjetunion und Deutschland, zu verhindern. Die Älteren unter uns erinnern sich noch daran, wie Präsident Reagan die damaligen Pipelineprojekte bekämpft hat.

Die USA wollen außerdem schon seit fast zehn Jahren, als sie im großen Stil mit Fracking begonnen haben, ihr Frackinggas nach Europa verkaufen und Russland aus dem europäischen Gasmarkt drängen. Das US-Frackinggas, das als Flüssiggas verschifft wird, ist unter normalen Marktbedingungen um etwa 30 Prozent teurer als russisches, auf herkömmlichem Wege gefördertes und mit Pipelines nach Europa transportiertes Gas. Daher haben die USA all die Jahre kaum einen Fuß in die Tür des europäischen Marktes bekommen, wenn man von politischen Entscheidungen in Ländern wie Polen absieht, die trotzdem auf amerikanisches Gas gesetzt haben, es aber in Europa aufgrund des hohen Preises nicht verkaufen konnten. Vor der aktuellen, von der EU selbstverschuldeten Gaskrise waren die Flüssiggasterminals in Europa zu kaum 25 Prozent ausgelastet.

Unter dem Druck der USA haben sich die EU und ihre Mitgliedsstaaten nun entschieden, so weit wie nur möglich auf russisches Gas zu verzichten. Die Folgen sind bekannt: Die Preise explodieren, weil das nun gelieferte Flüssiggas nicht nur ohnehin teurer ist, sondern auch, weil weltweit schlicht zu wenig davon verfügbar ist, um den europäischen Bedarf zu decken.

Bekanntlich gab es Stimmen in der EU – und vor allem in Deutschland -, Nord Stream 2 als Notlösung zumindest vorübergehend in Betrieb zu nehmen, wenn die Gaskrise im Winter allzu verheerende Folgen haben sollte. Das wurde durch die Zerstörung der Pipelines nun unmöglich gemacht, was weder im Interesse Russlands ist, das sein Gas gerne verkaufen würde, noch im Interesse Deutschlands, dessen Wirtschaft nun unweigerlich vor die Hunde gehen wird. Aber es war im Interesse der USA, denn nach der Zerstörung der Pipelines ist nicht nur der lästige Konkurrent Russland faktisch aus dem europäischen Gasmarkt versdrängt, sondern die Staaten der EU sind bei den Lieferungen von Gas nun plötzlich von den USA abhängig.

Die USA haben damit ein starkes Druckmittel gegen die EU in die Hand bekommen, denn im Gegensatz zu russischem Pipelinegas, das nicht einfach umgeleitet werden kann, können die USA ihr Flüssiggas erstens meistbietend verkaufen und die Tanker flexibel dahin schicken, wo der beste Preis zu erzielen ist, und zweitens können sie der EU jederzeit den Gashahn zudrehen, wenn sie politisch ungehorsam wird, ohne dabei auf Einnahmen aus dem Gasverkauf verzichten zu müssen. Schließlich können die USA es auch nach Asien transportieren.

Und das Beste an all dem ist, dass die USA die EU bei der Untersuchung der Explosionen unterstützen wollen, wie Bidens Sprecherin verkündet hat. Da dürfen wir alle ganz gespannt sein, was bei der Untersuchung wohl herauskommt.

Dass EU-Chefdiplomat Josep Borrell den Schuldigen an der Zerstörung der Pipelines eine „robuste und vereinte Reaktion“ angedroht hat, ist Realsatire. Oder will die EU allen Ernstes die USA bestrafen? Natürlich nicht, denn am Ende wird – mit freundlicher Unterstützung der USA – bei den „Untersuchungen“ der Explosionen herauskommen, dass Russland der Verursacher ist.

Die Auswirkungen auf Deutschland

Die deutsche Wirtschaft wird mit Vollgas an die Wand gefahren, denn erstens wird der Gasmangel dafür sorgen, dass im Winter ganze Industrien eine Zwangspause machen müssen. Ob diese Unternehmen die Produktion danach wieder aufnehmen können, oder ob sie dann finanziell ruiniert sind, steht in den Sternen.

Hinzu kommt, dass Gas – und damit Strom – in Deutschland und Europa nie wieder so billig werden wie früher, denn selbst wenn es ab morgen genug Flüssiggas in Europa geben würde, wird es wesentlich teurer sein, als das russische Gas. Ob die Unternehmen zu den erhöhten Energiepreisen in Europa auch weiterhin zu Preisen produzieren können, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind, ist unwahrscheinlich, zumal Konkurrenten, zum Beispiel in China, ihre Energiekosten aufgrund des russischen Gases, das durch die neuen Pipelines nach China fließt, senken können.

Dabei muss ich wieder an das Papier der in den USA sehr einflussreichen RAND-Corporation denken, in dem geschrieben steht, dass es im Interesse der USA ist, die deutsche Wirtschaft zu schwächen, um die US-Wirtschaft durch einen Abzug von Kapital und Produktionskapazitäten aus Deutschland in die USA zu stärken. Die Übersetzung des Papiers finden Sie hier, das Original finden Sie hier. Ob das Papier authentisch ist, ist nicht garantiert, aber Fakt ist, dass alles, was darin geschrieben wurde, gerade eintritt.

Wäre die deutsche Bundesregierung wirklich dem Wohl der in Deutschland lebenden Menschen verpflichtet, würde sie nun massiv auf Aufklärung drängen. Aber die deutsche Regierung ist erstaunlich still und beschuldigt ebenfalls mehr oder weniger direkt Russland. Dabei dürften sich viele in der deutschen Regierung heimlich über die Zerstörung von Nord Stream freuen, denn vor allem die Grünen waren schon immer gegen das angeblich schmutzige russische Gas. Mit Frackinggas aus den USA haben die prinzipientreuen Grünen hingegen nie ein Problem gehabt, denn das Prinzip der Grünen ist nicht der Umwelt- oder Klimaschutz, ihr Prinzip ist es, den USA zu dienen, wie Wirtschaftsminister Habeck bei seinem Antrittsbesuch in den USA selbst gesagt hat. Darüber hat der Focus damals in einem sehr kurzen Artikel berichtet:

„Je stärker Deutschland dient, umso größer ist seine Rolle“: Diese Worte sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck bei seinem zweitägigen Besuch in Amerika. In den USA sei man erfreut, dass Deutschland bereit sei, „eine dienende Führungsrolle auszuüben.“

Aber von all den Zusammenhängen erfahren die Leser und Zuschauer der deutschen „Qualitätsmedien“ nichts, ihnen wird stattdessen vermittelt, dass Russland die Pipelines gesprengt hat, weil es Gas als Druckmittel einsetzen will. Nur von welchem Druckmittel kann die Rede sein, wenn Russland gar kein Gas mehr über die Pipelines liefern kann? Und dass die USA ein Interesse an der Zerstörung der Pipelines haben könnten, wird von den deutschen „Qualitätsmedien“ nicht einmal erwähnt.

Proteste gegen hohe Preise – gegen wen protestieren?

Ein weiterer Effekt der Sprengung der Pipelines ist, dass die Deutschen sich im Winter zwar über steigende Preise ärgern werden, aber ihre Proteste nicht mehr die Bundesregierung treffen. Bisher war zu befürchten, dass die Deutschen im Winter in Massen für eine Inbetriebnahme von Nord Stream 2 demonstrieren könnten. Das ist nun vorbei, denn eine faktisch nicht mehr existente Pipeline kann man nicht in Betrieb nehmen.

Wenn es Politik und Medien gelingt, die Geschichte von Russlands angeblicher Schuld an der Zerstörung der Pipelines in die Köpfe der Menschen in Deutschland zu hämmern, dann wäre das ganz im Interesse der deutschen Regierung. Für das Versagen der Bundesregierung und ihrer Vorgängerregierungen in der Energiepolitik würden die Menschen dann Russland verantwortlich machen, was die ohnehin gewollte anti-russische Stimmung weiter anheizen würde.


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Dieser Artikel erschien zuerst hier.

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