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Inflation ist Systemversagen

Offiziell beträgt die Inflationsrate in Deutschland 10,9 Prozent. Jeder normalkonsumierende Bürger weiß aber, dass die reale Inflation deutlich höher ist. Der Versuch, die Schuld für diese Entwicklung allein dem Ukraine-Krieg und Putin zuzuschieben, ist so verlogen wie lächerlich. Denn die besonders für Deutschland extrem selbstschädigenden Russland-Sanktionen sind die Folgen von politischen Entscheidungen, die selbstverständlich auch ganz anders hätten getroffen werden können.
Von Wolfgang Hübner
Die Propagandasysteme arbeiten allerdings nicht erfolglos daran, den politikfernen Massen in die Köpfe zu hämmern, diese ruinösen Entscheidungen seien „alternativlos“ gewesen.
„Alternativlos“ soll es 2012 auch gewesen sein, als der damalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in London sein berühmt-berüchtigtes „Whatever it takes!“ verkündete, um den Euro und die EU zu retten – egal zu welchen Kosten. Danach wurde er als „größter Zentralbanker der Neuzeit“ gepriesen und war bis vor kurzem auch noch italienischer Ministerpräsident. Etliche Jahre waren es nur verlachte Außenseiter unter den Ökonomen, die voraussagten, welchen Preis die gigantische Gelddruckerei nicht nur der EZB, sondern auch der anderen westlichen Zentralbanken einmal haben würde – nämlich Inflation.
Draghis Nachfolgerin im EZB-Amt, die Französin Christine Lagarde, war offenbar so überzeugt von diesem „Whatever it takes!“-Wundermittel, dass sie die Inflation noch leugnete und schönredete, als diese schon rapide anstieg. Ihr Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein soll“. Nun heißt es in einem aktuellen Pressebericht: „EZB-Präsidentin Lagarde gibt mittlerweile zu, dass die Notenbank Fehler bei der Vorhersage der Inflation gemacht hat, sieht sich aber in guter Gesellschaft vieler anderer Prognostiker.“ Geht es eigentlich noch schamloser und irrer?
Faktisch beweist Lagardes Entschuldigungsversuch nicht nur ihre völlige Unfähigkeit, sondern auch, wie unseriös die Heerscharen von Ökonomen sind, die den Finanz- und Schuldenkapitalismus kommentieren und deuten. Damit aber sind wir beim brisantesten Aspekt von Inflation: Was ist das für ein ökonomisches System, das offenbar nur am Leben erhalten werden kann, wenn seine Rettungsversuche letztlich zur Zerstörung von Kaufkraft, Ersparnissen und Vermögen des überwältigenden Teils der Bevölkerung führen? Wer sich diese Frage stellt und zu beantworten sucht, wird keinerlei Möglichkeiten haben, damit eine größere Öffentlichkeit zu erreichen. Denn er stellt die böse Systemfrage, deren Antwort schlicht und einfach lautet: Inflation ist Systemversagen!
Es ist nämlich Tatsache, dass das gesamte Geld- und Wirtschaftssystem des Westens, auf immer höheren Schuldenbergen basierend, in seiner jetzigen Ausprägung am Ende ist. Die von diesem System profitierenden sogenannten „Eliten“ wissen das auch – die „Great Reset“-Pläne kommen ja nicht von ungefähr. Doch sie haben keine Lösungen zu bieten, die zu Nutzen und im Interesse der großen Masse der Menschen wären. Und deshalb ist eine historisch nicht unbekannte extreme Lösungsmöglichkeit so bedrohlich: Krieg. Wer das für übertrieben und Panikmache hält, blendet einfach aus, was sich an internationalen Spannungen und inneren Verwerfungen in vielen Staaten zusammenbraut. Wir können nur hoffen und beten, dass dieser gefährliche Mix nicht explodiert.

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