Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Annalenas feministische Mädchenpolitik

Thorsten Hinz hat für die „Junge Freiheit“ einen hervorragenden Artikel zu den nationalen Interessen Deutschlands geschrieben – und wie wenig die feministische Außenministerin Willens und in der Lage ist, zu erfassen, was nationale Interessen überhaupt sind. Da geht noch mehr.

Die Unzulänglichkeit der Amtsinhaberin ist ein Gemeinplatz: Ihr Mangel an historischer Bildung, die Unfähigkeit zu strategischem und analytischem Denken, die Neigung zum sinnfreien, auf jeden Fall verantwortungslosen Geplapper. Ihre „feministische Außenpolitik“ ziele darauf ab, „von Anfang an den Genderblick in Ressourcen und Köpfen zu verankern“, äußerte sie kürzlich. Und niemand ist in Sicht, der ihrem gemeingefährlichen Unfug im Auswärtigen Amt ein Ende macht.„, schreibt Thorsten Hinz. Wohl wahr, wohl wahr. Niemand will sich einen „Frauenfeind“ schimpfen lassen.

Aber Annalena Baserbock ist bei weitem nicht das einzige Mädchen in der Politik, das sich für berufen hält, erwachsenen Leuten die Welt zu erklären. Die Welt ist immer die Welt solcher Mädchen. Ihre Großmutter heißt Pippi Langstrumpf.

2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt
Und Drei macht Neune !!
Ich mach‘ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ….

Solche Mädchen strahlen freudig, wenn sie in ein Amt gehievt worden sind und sagen sich: „So, jetzt darf ich aber auch mal.“ Betonung auch „Ich“. Lucilectric in ihrem 1994er Hit „Mädchen“:

Komm doch mal rüber mann und setz dich zu mir hin
Weil ich ’n Mädchen bin, weil ich ’n Mädchen bin
Keine Widerrede mann, weil ich ja sowieso gewinn, weil ich ’n Mädchen bin

Lucilectric singt eigentlich „Mä-ä-ä-ädchen bin“. Diese ganze Haltung, die solche Mädchen wie Annalena Baerbock, Emilia Fester oder Ricarda Lang verinnerlicht haben, ist natürlich Resultat einer inzwischen jahrzehntealten Botschaft, permanent in die Köpfe aller Bürger eingehämmert: Die Welt wäre eine bessere, wenn nicht böse (alte weiße) Männer die Bestimmer wären, sondern empathiegeladene Mädchen in ihrer ganzen Friedfertigkeit. Schon viel früher hätte das ganze öffentliche Gewese in die Hände der empathischen Mädchen mit ihrer hohen sozialen Intelligenz gelegt werden sollen, dann hätten wir alle auch schon längst das Paradies auf Erden. Mädchen zu sein, reicht aus für alles. Die armen Mädchen sind seit dem Urknall immer nur von den bösen und machtgeilen Männern unterdrückt worden, auf daß sich der Segensreichtum ihrer Geisteskraft nur ja nicht über die Welt ergieße. Wenn das passiert wäre, dann stünden die Männer schon längst als das da, was sie ihrem Wesen nach sind: Veritable Unholde. Noch besser als Frauen statt Männern wäre nur noch „Kinder an die Macht“.

Qualifikation: Meinen & Finden

Als ob es nie einen berücksichtigenswerten Ökonomen gegeben hätte, der völlig zu Recht etwas ganz anderes behauptet hätte, steht dann so ein vor Selbstbewußtsein strotzendes Mädchen vor der Kamera und erklärt kraft seiner Hormone, wie sich das tatsächlich verhält mit dem Geld, dem Staat und der Fiskalpolitik. Jamila Schäfer jüngst: „Mythos: Geld, das der Staat ausgibt, muß erst einmal erwirtschaftet werden.“ Sehen Sie? Sie dachten wahrscheinlich, daß Geld, das der Staat ausgibt, tatsächlich erst einmal erwirtschaftet werden muß. Pah! Das ist ein Mythos! Und das Mädchen Jamila hat das durchschaut. Ein grünes Schlaumädchen läßt sich einen solchen Patriarchen-Kokolores nicht weismachen. Das grüne Mädchen denkt nämlich selber. Glaubt es.

Und dann räumt das grüne Schlaumädchen auf mit dem patriarchalischen Mythos, dem überkommenen, weil als falsch entlarvten. „Das stimmt so nicht„, sagt Mädchen Jamila – und man merkt an ihrer Mimik und an ihrer Gestik, daß sie wohl vor nicht allzu langer Zeit einmal ein Rhetorikseminar für freundliche Versicherungsvertreter:innen besucht haben muß. „Körpersprachlich zum Abschluß“, könnte es geheißen haben. „Denn die finanziellen Spielräume in einem Staatshaushalt, die ergeben sich nicht nur aus den Steuereinnahmen, sondern auch aus der Höhe der Kredite“ – bei „Kredite“ strahlt Mädchen Jamila vor lauter Freude an der eigenen Sachkundigkeit – „die man bei der Zentralbank aufnimmt. Natürlich müssen diese Kredite auch zurückgezahlt werden, aber man kann natürlich politisch festlegen, zu welchen Konditionen und in welchen Zeiträumen man sie zurückzahlt. Man kann in seiner eigenen Währung gar nicht pleite gehen. Deshalb macht es Sinn, auch mal über Kredite die Konjunktur in der Währung zu stabilisieren.“ – Grundgütiger! Ende 2021 war der Bund mit 1.548,5 Milliarden Euro verschuldet. Das waren satte 10,3 % mehr als Ende 2020. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands waren das Ende 2021 sagenhafte 18.627 Euro pro Kopf vom Baby bis zum Greis. (2020: 16 884 Euro). D.h.: Wer in Deutschland heute zur Welt kommt, hat als erstes gleich einmal über 18.000 Euro Schulden.

Da muß man direkt froh sein, daß es außer schlauen Grünmädchen und einem wirtschaftlich irrsinnig Kompetenten im Bundeswirtschaftsministerium auch noch eine erwachsene Frau Alice Weidel gibt, eine richtige Wirtschaftswissenschaftlerin, welche bei den grünen Wirtschaftsexperten für die nötige Nachhilfe sorgen könnte. Das Problem ist nur: Wenn Grüne etwas ganz genau wissen, dann, daß es niemand besser weiß als sie selbst. Und zwar ganz egal, worum es geht. Das grüne Mädchen Jamila studierte ab 2012 zunächst Jura, seit 2013 in Frankfurt Soziologie mit Philosophie als Nebenfach, bislang ohne Abschluß. Genau solche Leute zieht die Politik magisch an. Annalena Baerbock, Ricarda Lang, Jamila Schäfer, Emilia Fester – nicht nur bei den Grünen wimmelt es nur so vor Jungpolitikern, die es für eine gute Idee halten, sich aus Steuergeldern fürstlich dafür bezahlen zu lassen, daß sie etwas zu meinen & zu finden haben.

Die Grünen als Symptom

Thorsten Hinz über die Grünen als einer genuin westdeutschen Parteigründung, und was es für die deutsche Außenpolitik bedeutet, wenn sie von einem dieser grünen Geschöpfe verantwortet wird: Für Westdeutschland sei kennzeichnend gewesen, schreibt er, daß es selbst keine wirkliche Bedeutung hatte in der Außen- und Militärpolitik. Die wurde hauptsächlich von den USA verantwortet. Hinz: „Wer in diesen beschränkten Status hineingewachsen ist und durch ihn geistig und politisch konditioniert wurde, neigte dazu, die Politik ausschließlich als hypermoralisch aufgeladene Innen- und Gesellschaftspolitik zu verstehen und vor das Ausland mit einem schuldbewußten ‚Ich bin klein, mein Herz ist rein‘ hinzutreten.“ – Ganz genau. Wenn das Mädchen Annalena mit dem Zug zu den leidgeprüften Ukrainern nach Kiew fährt, dann trägt es nicht etwa schwarze Schuhe mit einer roten Hose und einem güldenen Jäckchen, sondern eine blaue Jeans mit einem gelben Herbstjäckchen. „Ich bin eine von euch“, soll das wohl signalisieren. „Ich trage die Farben eurer Flagge, nicht die der deutschen“. Kein Wunder, daß ihr egal ist, was ihre deutschen Wähler denken. Die Hälfte ihrer Wähler kann ohnehin nicht so ganz „richtig denken“, da sie aus Männern besteht. Und was das für welche sind, – da erübrigt sich jedes weitere Wort. Gerade bei den Grünen. Deswegen versucht dort auch gar nicht erst irgendein Männchen, durch besondere Virilität und testosteronhaltiges Selbstbewußtsein unangenehm aufzufallen. Das wäre sogar dann so, wenn es in der jeweiligen Sache hochqualifiziert wäre. Die Masse der grünen Entklöteten würde hochaggressiv über es herfallen wie die Piranhas über den Büffel bei der Flußdurchquerung.

Nationales Interesse

Während Adenauer, Kohl und Schmidt mit dem nationalen Interesse noch etwas anzufangen wussten, schreibt Hinz, sei das bei den Grünen ganz anders. Die historisch wurzellosen Grünen kennen kein nationales Interesse. Hinz: „Was in der gefrosteten Welt des Kalten Krieges relativ folgenlos blieb, schlägt jetzt, da die Welt in Bewegung geraten ist, als Katastrophe auf das Land zurück. Hypermoralisten betrachten die Außen- als Weltinnenpolitik. Logischerweise haben sie keine innere Distanz zu den Einflüssen und Einflüsterungen internationaler Institutionen und Denkfabriken mit globalistischer Ausrichtung.“ – Volltreffer! Grüne Außenpolitik ist entweder Welt:innenpoltik oder Welt-Innenpolitik. Zudem schaffen es Grüne, auch den eher schlichten Gemütern im Lande ein Gefühl der Auserwähltheit zu verleihen. Und an schlichten Gemütern herrscht anno 2022, nach 50 Jahren progressistischer Gehirnwäsche der Medien wahrlich kein Mangel.

So kommt es, daß die deutsche Außenministernde einem Durchgeknallten, der nukleare Präventivschläge gegen Russland fordert, nicht klar widerspricht und ihm die Grenzen der deutschen Loyalität aufzeigt, sondern ihn unkommentiert reden läßt. So kommt es, daß die Anschläge auf vitale deutsche Interessen wie die Versorgung mit reichlich günstiger Energie unkommentiert bleiben. Man müsste Flagge zeigen. Flagge zu zeigen, wäre aber das letzte, was einem grünen Hypermoralisten in den Sinn käme. Schließlich wäre es die Flagge der ewig Schuldigen, denen er moralisch haushoch überlegen sein muß, damit er überhaupt in irgend einem Punkt einen Führungsanspruch erheben kann.

Realiter ist es also so, daß in Deutschland niemand mehr nationale Interessen durchsetzt. Die einzig wahre Opposition würde zwar – aber das wird mit aller Macht verhindert. Das Land muß sich von der internationalen Staatengemeinschaft quasi willenlos herumschubsen lassen. Und auch das kann nicht eingestanden werden, weil dadurch offenbar werden würde, daß nicht nur das Selbstbild der Grünen realitätsfremd ist, sondern auch noch ihre Einschätzung der „besseren Menschen“, die eben dadurch schon „besser“ sind, daß sie keine Deutschen sind. Die armen Polen z.B. entpuppen sich gerade als gar nicht so beschützenswert, wie das ein nationalmasochistischer Grüner gern hätte.

Tatsächlich: „Was in der gefrosteten Welt des Kalten Krieges relativ folgenlos blieb, schlägt jetzt, da die Welt in Bewegung geraten ist, als Katastrophe auf das Land zurück.“ So gesehen sind die Grünen mit ihren cleveren Mädchen ein Anachronismus geworden. Es fehlt ihnen das Umfeld, das sie bräuchten, um besten Gewissens das zu bleiben, was sie von Anfang an gewesen sind: Eine Anti-Partei, die deswegen eine sein konnte, weil alles reichlich vorhanden gewesen ist, wogegen man sein konnte. Allmählich kommt ihnen von der Atomkraft bis zur Industralisierung als solcher alles abhanden, wogegen sie noch sein könnten, weshalb sie allmählich auch gegen die Folgen ihrer eigenen „Politik“ sein müssten, wenn sie sich nicht selbst obsolet machen wollen. Das ganze Gendergedöns war ja im Grunde auch nie mehr als ein Dekadenzphänomen von Leuten, die sich aussuchen konnten, wo sie gern vom Schuh gedrückt werden wollen.

Aber so viel ist auch klar: Angesichts der praktisch inexistenten Alternativen, die das meiste grüne Personal hätte, um außerhalb der Politik ein vergleichbares Auskommen zu finden, werden sie lieber endgültig gar zu Diktatoren, als sich selbst aufzulösen. Wenn sie sich also nicht selbst entfernen, wird man sie wohl entfernen müssen, wenn einem das eigene Land lieb ist. Je länger man damit wartet, desto häßlicher wird es werden. Das ist wie mit unbehandelten Furunkeln. Irgendwann entzünden sie sich. Das muß wirklich nicht sein.

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