Bald auf dem Ku'damm zu bewundern (Foto: anmbph/Shutterstock)

Leichenfledderei mitten auf Berlins Prachtboulevard

Die Zeit der siegreichen Panzerschlachten gehört ins letzte Jahrhundert. Dennoch werden Panzer eingesetzt, obwohl sie mit modernen Lenkwaffen abgeschossen werden können wie Kaninchen. Leidtragende sind Soldaten, die in diese Kriegswerkzeuge hineinbefohlen werden.

Von Meinrad Müller

Wird ein Panzer von einer Rakete getroffen, sind Fahrzeug und Mannschaft verloren. Und genau so ein metallener und zerfetzter Sarg, der eigens aus der Ukraine herangeschafft wird, soll nun mitten in Berlin aufgestellt werden. Auf der Prachtstraße „Unter den Linden“, welche am Brandenburger Tor beginnt und bis zum Berliner Dom führt. Unter den Linden residiert auch die russische Botschaft.

Dr. Hugh Bronson, seit sechs Jahren fachpolitischer Sprecher für EU-Politik im Berliner Abgeordnetenhauses, erklärt dazu:

„Die AfD-Fraktion lehnt diese Provokation rundum ab. Wer Kriegsgerät präsentiert, gießt weiteres Öl in das Feuer eines mehr als aufgeheizten Konflikts. Verständigung und Diplomatie sind jetzt das Mittel der Wahl, um weiteren Schaden von den betroffenen Völkern dieses grausamen Krieges abzuwenden.“

Sogenannte „Museumsmacher“ hatten beim Bezirk Mitte (385.000 Einwohner) den Antrag gestellt, diesen ausgebrannten Panzer als ein Kunstprojekt durchführen zu können. Das Kriegsgerät sollte direkt vor der russischen Botschaft platziert werden.

Die Beamten des Berliner Bezirksamts Mitte lehnten dieses Vorhaben ab, unterlagen jedoch vor dem Verwaltungsgericht Berlin. Demnach muss der Bezirk die diese auf 14 Tage begrenzte Aufstellung genehmigen, allerdings nicht auf der Mittelpromenade „Unter den Linden“, sondern in einer derzeit gesperrten Seitenstraße. Ob das Kanonenrohr dann auf die russische Botschaft gerichtet sein wird, könnte Ausgang eines neuen Disputs sein, der wiederrum vor den ohnehin schon überlasteten Berliner Gerichten geklärt werden muss.

„Events“ wie diese ziehen die Presse geradezu magnetisch an. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob die Lenkwaffe, die das Leben der Männer in diesem Panzer ausgelöscht hat, aus den Beständen der Bundeswehr und aus deutscher Produktion stammen. Wer Frieden will, schickt keine Waffen in Kriegsgebiete.

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