Salman Rushdie (Bild: shutterstock.com/360b)
Salman Rushdie (Bild: shutterstock.com/360b)

Rushdie: Auf einem Auge blind, Hand unbeweglich

Es grenzt an ein Wunder, daß Salman Rushdie den 12. August überlebt hat. Wie schwer seine Verletzungen waren, wird nun knapp drei Monate nach dem Gemetzel klar. Rushdie bleibt auf einem Auge blind und kann eine Hand nicht mehr bewegen, weil Nerven verletzt wurden. Er erlitt 15 Stichwunden im Oberkörper und Bauch und drei im Nackenbereich. Ob er noch im Krankenhaus ist, ist unbekannt.

Knapp drei Monate nach dem mörderischen Messerangriff auf den Autor der Satanischen Verse wird klar, wie viel Hass und Wut den islamhörigen Täter angetrieben hat. Am 12. August wurde der mit einer Fatwa belegte indisch-britische  Schriftsteller auf offener Bühne von dem 24-jährigen Hadi Matar niedergestochen. Rushdie wollte am Chautauqua Institution in New York einen Vortrag über künstlerische Freiheit halten, als der libanesischstämmige Matar die Chance ergriff, das Todesurteil am dem 75-Jährigen zu vollstrecken.

Er metzelte Rushdie mit dem Messer nieder, Rushdie erlitt allein mehr als ein Dutzend Stichwunden an Hals und Bauch, wurde mehrfach in Gesicht und Nacken gestochen und musste schwer verletzt im Krankenhaus notoperiert werden.

„Seine Wunden waren tief. Er verlor auf einem Auge das Augenlicht. Er erlitt drei schwere Nackenverletzungen und verlor die Beweglichkeit in einer Hand, weil die Nerven durch die Stichwunden durchtrennt wurden“, erklärte jetzt sein Agent Andrew Wylie gegenüber der spanische Zeitung El País. „Und er erlitt weitere 15 Verletzungen an Brust und Oberkörper. Es war also ein brutaler Angriff“, weiß sein Agent, der darüber schweigt, ob Salman Rushdie sich noch im Krankenhaus befindet. Nur soviel will er sagen: „Rushdie wird überleben.“

Selbst der Täter, Sohn libanesischer Einwanderer, wunderte sich, daß sein Opfer seinen hasserfüllten Angriff überlebt hat. In einem Gefängnisinterview wundert sich der Täter, Sohn libanesischer Einwanderer, daß sein Opfer nicht gestorben ist. Er sei „überrascht“, dass der Autor überlebt habe, so Hadi Mata.

Andrew Wylie habe in der Vergangenheit immer wieder mit Rushdie über die Möglichkeit eines Attentats besprochen.

Die Hauptgefahr, der er so viele Jahre nach der Verhängung der Fatwa ausgesetzt war, sei daß eine zufällige Person aus dem Nichts kommt und ihn angreift, ein Szenario, das am 12. August Wirklichkeit wurde. „Man kann sich davor nicht schützen, weil es völlig unerwartet und unlogisch ist. Es war wie der Mord an John Lennon“, erklärt Wylie.

Nur wenige Tage vor dem Angriff hatte Salman Rushdie in einem Interview mit dem „Stern“ darüber gesprochen, wie sein Leben nach Jahren des Versteckens und Morddrohungen „wieder ganz normal“ geworden sei. Morddrohungen seien „normaler geworden“ – die Fatwa mache ihm keine Angst mehr, sagte er damals.

„Eine Fatwa ist eine ernste Sache. Zum Glück hatten wir damals noch kein Internet. Die Iraner hatten die Fatwa per Fax an die Moscheen geschickt. Das ist alles lange her. Heute ist mein Leben wieder ganz normal“, glaubte der Schriftsteller.

Der Beschuldigte Hadi Matar, bekannte sich wegen versuchten Mordes und Körperverletzung zweiten Grades nicht schuldig, als er am 18. August vor Gericht erschien.

Für den Bezirksstaatsanwalt Jason Schmidt ist klar: „Seine Mission, Mr. Rushdie zu töten, ist seiner Meinung nach größer und überwiegt seine persönliche Freiheit.

Der Angeklagte aus dem US-Bundesstaat New Jersey steht wegen versuchten Mordes in den USA vor Gericht. Über das Tatmotiv sei bislang offiziell nichts bekannt gegeben worden, erklärt die Bild.
Nach Angaben seiner Mutter hatte der 24-Jährige sich offenbar während eines Besuchs im Libanon radikalisiert, berichtete die britische Zeitung „Daily Mail“ nach dem Angriff.  Durch die Reise in ihr Geburtsland habe sich ihr Sohn „sehr verändert“, sagte die in Fairview im US-Bundesstaat New Jersey lebende Silvana Fardos nach dem Mordanschlag. (MS)

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