Bhakdi (Bild: Screenshot)

Angebliche Volksverhetzung: Sucharit Bhakdi muss vor Gericht

Der Mikrobiologe und Corona-Maßnahmenkritiker Sucharit Bhakdi muss sich wegen Volksverhetzung in zwei Fällen vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht Plön hat die Anklage gegen ihn nun zugelassen. Die Hauptverhandlung soll im März kommenden Jahres stattfinden.

Knapp fünf Monate nach der Anklage durch die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein hat das Amtsgericht Plön beschlossen, die Anklage gegen Professor Sucharit Bhakdi zuzulassen, teilte das Landgericht Kiel mit. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, in einem Interview im April 2021 im Zusammenhang mit kritischen Äußerungen über die Impfpolitik Israels mit verallgemeinernden Aussagen auch gegenüber in Deutschland lebenden Juden zu Hass aufgestachelt und diese als religiöse Gruppe böswillig verächtlich gemacht zu haben.

Außerdem soll Sucharit Bhakdi, der seit 2012 Professor im Ruhestand für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene in Mainz ist, in einer Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung für die Basis am 24. September 2021 in Kiel die Zulassung von Covid-19-Impfstoffen in Verbindung mit einem „Endziel“ gebracht haben, so die Behauptung der Staatsanwaltschaft. Er habe von einem zweiten Holocaust gesprochen. Dadurch sei das Schicksal von Juden unter der NS-Herrschaft verharmlost worden.

Bhakdi hatte in einem Video behauptet, „das Volk der Juden“ habe von den Nazis das „Erzböse“ gelernt und „umgesetzt“: „Das Volk, das geflüchtet ist aus diesem Land, aus diesem Land, wo das Erzböse war, und haben ihr Land gefunden, haben ihr eigenes Land in etwas verwandelt, was noch schlimmer ist, als Deutschland war. (…) Das ist das Schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt – und umgesetzt. Deshalb ist Israel jetzt living hell – die lebende Hölle“, zitiert ihn die Tagesschau.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte in den Äußerungen zunächst keine strafwürdige Volksverhetzung oder Holocaust-Relativierung erkannt und die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. „Die Äußerungen des Beschuldigten in dem Video richten sich vornehmlich gegen den Staat Israel als solchen, wobei er sich auf die dortige Politik im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bezieht“, hieß es damals zur Begründung. Nun folgt die Kehrtwende.

Der 75-jährige Mediziner hatte es mit seinem Buch mit dem Titel „Corona Fehlalarm?“ vor zwei Jahren auf den ersten Platz der Spiegel-Bestseller-Listen geschafft.  Es war eines der meistverkauften Sachbücher des Jahres 2020. (MS)

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