Henryk M. Broder - Foto: Imago

Der Meinungsgott: Wenn Bruder Broder predigt

In der „Welt“ lieferte Bruder Broder ein Meinungsstückchen zur Kritik am diesjährigen Preisträger des Deutschen Buchhandels ab, welches so dämlich ist in seiner durchsichtigen Verlogenheit, daß sofort klar wird, was Bruder Broders größtes Problem ist: Er zehrt schon länger von seinem Nimbus und glaubt, daß er niemals gar aufzubrauchen sei. Mit seinem Meinungsstückchen in der „Welt“ hat er es aber gar geschafft. Es ist einfach unterirdisch.
von Max Erdinger
In der Rubrik „Meinung – Intellektuelle“ befasst sich Henryk M. Broder mit der Reaktion des Soziologen Harald Welzer auf die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Serhij Zhadan. „Harald Welzer und der Gestus moralisierender Überlegenheit„, heißt Bruder Broders Meinungs-Predigt. Und mit der setzt sich Bruder Broder schon wieder in die Nesseln, paradoxerweise dadurch, daß er mit einer Angestrengtheit versucht, sich eben nicht in die Nesseln zu setzen, daß es einem die Frage nach seinem Motiv förmlich aufzwingt.  Über so viel Chuzpe, zu behaupten, er habe mit seiner Meinungs-Predigt ein konsistentes Stückchen aufrichtiger Argumentation abgeliefert, dürfte nicht einmal Broder verfügen. Schon seit Bruder Broders bemerkenswert dämlicher Begründung dafür, warum er für Köppels „Weltwoche“ nicht mehr schreiben wird, hatte ich den Verdacht, daß es Bruder Broder hauptsächlich um eines geht: Nicht aus dem System herauszufallen. „Broder“ ist sozusagen eine etablierte Marke, die so lange zieht, wie die Marke im System geduldet wird. Aus demokratiekosmetischen Gründen geduldet. „Broder“ – das ist dieser joviale Onkel mit der Lesebrille auf der Nasenspitze, der jenen kleidsamen „kritischen Geist“ geben darf, welcher einem System gut steht, das sich gerne für vorbildlich hält. Innerhalb dieses Systems hatte sich Broder auf einem gefährlichen Platz positioniert, nämlich am „Rand des Zulässigen“. „Broder“ – das war wohldosierte Provokation, das, was das „juste milieu“ gerade noch hinzunehmen bereit gewesen ist, um sich seiner eigenen Liberalität und Toleranz zu vergewissern. Sowie sich der „Rand des Zulässigen“ aber kontrahiert wie ein Schließmuskel, müsste Broder eigentlich vom Rand herunterfallen. Das wäre der Tod der Marke Broder. Bei wem war solches bereits  zu sehen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg? Bei Frau Krone-Schmalz, bei Herrn Precht, bei Frau Wagenknecht, bei Colonel Macgregor, dem schweizerischen Geheimdienstler Jacques Baud, dem ehemaligen UN-Waffeninspekteur Scott Ritter und etlichen anderen. Einst wohlgelitten und häufig nachgefragte „Experten“, wurden sie allesamt zu „personae non gratae“, als sie sich den massenhaft kolportierten Gewißheiten für den Plebs in den Weg stellten. Das ist nichts für unseren Bruder Broder. Wenn es nur noch das ist, was ihm seinen einkömmlichen Platz am „Rand des Zulässigen“ zu sichern in der Lage ist, dann liefert er auch inkonsistentes Geschwätz ab. Hauptsache, er darf weiter den jovialen Onkel mit der spitzen Zunge geben. There’s no business like showbusiness. Mit seinem „Harald Welzer und der Gestus moralisierender Überlegenheit“ outet sich Bruder Broder endgültig als Zyniker, dem die Suche nach der Wahrheit in der Sache am Allerwertesten vorbeigeht.
Nützlich für Broder: Täter und Opfer
Mehr ‚Dezivilisierung‘ geht nicht in einer Gesellschaft, die ‚Empathie‘ zu einer Primärtugend erhoben hat, in der kein Mensch illegal ist. Wer Täter und Opfer gleichbehandelt, ergreift Partei für die Täter. So wie der Soziologe Harald Welzer.“ – es ist freilich anders. Wer beabsichtigt, sich zu einer Moralpredigt aufzuschwingen, der stellt am besten erst einmal fest, daß er selbst ganz genau weiß, wie Täter- und Opferrolle verteilt sind. Hier: Ich, Broder, stehe auf Seiten der Opfer. Das sind die Ukrainer. Die Täter, das sind die russischen Angreifer. Ob das wahr ist, interessiert mich nicht. Ich brauche ein Fundament, von dem aus ich den Welzer in der Luft zerreißen kann. Ich habe eine Absicht. Ich bin ein absichtsvoller Broder. Also schaffe ich mir erst einmal das Fundament. Ob Welzer Täter und Opfer nach meiner Definition von Täter und Opfer gleichbehandelt hat oder nicht, spielt gar keine Rolle. Die Behauptung, daß er das getan hätte, hilft mir schon bei der Etablierung meines Fundaments. Den Stichtag für die Unterscheidung nach Opfern und Tätern suche ich mir selbst aus. Das ist der 24. Februar 2022. Ein besseres Datum für die Einteilung nach Tätern und Opfern gibt es gar nicht. Das ist der Tag, an dem die Russen angegriffen haben. Ich brauche schließlich Angreifer, damit ich auch Opfer habe. Vorgeschichte – das habe ich früher schon geschrieben – interessiert mich nicht. Alles hat eine Vorgeschichte. Vorgeschichten sind lästig. Soll mir keiner kommen und behaupten, der russische Angriff sei eigentlich ein Eingriff gewesen, weil der Krieg am Tag des Angriffs schon acht Jahre alt gewesen sei. Ich habe es gern eindeutig. Täter und Opfer. Es geht um die Marke Broder und ihre Stellung im Buchstabenmarkt. Mir ist völlig egal, was in den USA seit Mitte der Neunziger Jahre – bezüglich der Ukraine speziell spätestens seit 2014 –  ausgebrütet worden ist. Die Russen haben angegriffen und basta. Das sind die Täter. Mir ist auch völlig egal, daß es um den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht und nicht um den Täter- und Opferpreis. Ich will jetzt gefälligst Täter und Opfer haben. Schließlich will ich dem Welzer eine reinwürgen. Weil das gut für mich ist.
Als nächstes erzähle ich meinen Lesern, wie lange der Applaus auf einem CDU-Parteitag für Angela Merkel schon einmal gewesen ist – und dann vergleiche ich das mit der Länge des Applauses für Serhij Zhadan.
Auch für Serhij Zhadan, der aus Kiew nach Frankfurt angereist war, gab es ‚minutenlange Standing Ovations‘, wenn auch nicht so ausgiebig wie für Merkel, etwa drei bis vier Minuten. Und dann dauerte es nur einen Tag, bis ein bekannter Vertreter der kritischen Intelligenz Anstoß an der Preisverleihung nahm, Harald Welzer.“ – Ist es die Möglichkeit? Der Ukrainer kam tatsächlich bis aus Kiew angereist?  Und Welzer nicht? Da sieht man schon, wer hier das Reiseopfer erbracht hat. – „Der ‚minutenlange Applaus‘, sagte der Kulturkritiker und Soziologe bei einem Auftritt in Köln, sei das Ergebnis einer ‚gesinnungsethischen Überanstrengung‘, und er diagnostizierte eine ‚Veränderung des zivilisatorischen Sprechens… in bestimmten Sätzen des Friedenspreisträgers… in Bezug auf die Gegner‘, womit er die russischen Invasoren meinte.„-  und das ist schon gelogen. Die „Invasoren“ waren für Zhadan bloß der Anlaß, über das russische Volk insgesamt herzuziehen. Das weiß Broder auch. O-Ton Zhadan: „Die Russen sind Barbaren, sie sind gekommen, um unsere Geschichte, unsere Kultur, unsere Bildung zu vernichten (…) Horde, Verbrecher, Tiere, Unrat (…) brennt in der Hölle, ihr Schweine.“ -aaaber: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Man komme Broder nicht mit Fakten, wenn er eine Meinung haben will.
Bruder Broder zitiert dann Harald Welzer: „Solche Sätze des Friedenspreisträgers seien ‚kein Beitrag zur Zivilisation, sondern…Teil eines dezivilisierenden Prozesses, der von anderen angestoßen worden ist‘. Wir, die Dritten, die zwischen den Parteien stehen, sollten erkennen, dass die ‚eigentliche Kulturleistung‘ darin besteht, ‚dass man sich in diesen Dezivilisierungsprozess nicht reinziehen lässt‘.“ – 100 Punkte für Harald Welzer. Es geht ja auch um einen Friedenspreis, ganz egal, ob Bruder Broder lieber über die Verleihung eines Täter- und Opferpreises predigen würde. Broder: „Für den Umgang mit solchen Wortblasen gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann sie gleich unter ‚postmoderner Humbug & rhetorisches Imponiergehabe‘ ablegen oder versuchen, sie in eine Sprache zu übersetzen, die auch von Menschen verstanden wird, die Foucault und Bourdieu für zwei französische Rohmilchkäsesorten halten.“ – Das steht Broder einfach nicht zu. Der hat als „Experte“ evident Mariupol in der Nähe von Odessa angesiedelt. Und zwar bei „Welt“-TV. Es liegen aber 700 Kilometer zwischen den beiden Städten. Genausogut hätte er von „Hamburg bei München“ schwadronieren können mit seiner Lesebrille auf der Nasenspitze. So einer schreibt gefälligst nicht von Menschen, die Foucault und Bourdieu für zwei französische Rohmilchkäsesorten halten, zumal dann nicht, wenn er selbst der Prototyp desjenigen ist, der auf solche Leute mit der größten Belustigung herabschaut. Unser Bruder Broder wäre schwer beleidigt, würde man ihm unterstellen, er schreibe seine Texte für Leser, die Foucault und Bourdieu für zwei französische Rohmilchkäsesorten halten. Wozu hat er denn seine Lesebrille so keck auf der Nasenspitze sitzen? Weil er für Leute schreibt, die Foucault und Bourdieu für zwei französische Rohmilchkäsesorten halten? – Garantiert nicht. Warum will er dann auf einmal? Ah, behaupten wollte er, daß er es will. War halt gerade nützlich, bzw. es kam ihm gerade nützlich vor. Bruder Broder der Volkstümliche.
Welzer, der deutsche Feingeist, wirft dem ukrainischen Emporkömmling vor, er leiste keinen „Beitrag zur Zivilisation“, sondern befördere einen „dezivilisierenden Prozess“, der – das räumt der Soziologe immerhin ein – „von anderen angestoßen“ wurde. Dagegen bringt er die „eigentliche Kulturleistung“ in Stellung, die daraus besteht, dass man sich raushält und keine Partei ergreift. Es ist der alte Konflikt zwischen Kultur und Zivilisation, den man in zwei Sätzen zusammenfassen kann: ‚Kultur ist, wenn du deinem Nachbarn den Kopf abschlägst und daraus eine Blumenvase machst. Zivilisation ist, wenn du dafür ins Gefängnis kommst‘.“ – da kann ich nur wiederholen: Broder hat sich in dem Irrtum festgefressen, es ginge beim Friedenspreis des Deutschen Buchhandels um einen Parteiergreifungstag anläßlich der Verleihung eines Täter- und Opferpreises. Tatsächlich wäre es natürlich um einen Friedenspreis gegangen. Bruder Broder scheint bei der Frage nach dem Frieden regelrecht besessen zu sein von der Opfer- und Täterzuteilung. Mit Frieden hat das aber nichts zu tun, sondern mit Broders Vorlieben. Es wäre direkt interessant, herauszufinden, ob Broder den Sinngehalt des Wortes „Friedenspreis“ überhaupt erfassen kann.
Und weiter geht’s mit Broders Parteiergreifungstag: „Welzers Bemühen, Äquidistanz zu wahren, also sich weder mit den Russen noch mit den Ukrainern zu verbünden, bedeutet praktisch, dass er sich mit dem russischen Aggressor solidarisiert. Wer Täter und Opfer gleichbehandelt, ergreift Partei für die Täter. Und wer meint, es wäre am besten, sich in einen ‚dezivilisierenden Prozess‘ nicht hineinziehen zu lassen, der würde auch ungerührt zusehen, wie ein Mann ein Kind misshandelt und hinterher darüber klagen, wie weit der Prozess der Dezivilisierung fortgeschritten ist.“ – wie gesagt, das ist alles eine Frage nach dem Datum des Dezivilisierungsbeginns. Sehr dezivilisierend waren beispielsweise die ukrainischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung im Donbass. 14.000 Tote zwischen 2014 und 2022. Die diesbezüglichen Reden von Poroschenko in der Werochnwa Rada. Das Massaker im Gewerkschaftshaus von Odessa – alles sehr dezivilisierend. Um mit Bruder Broder zu argumentieren: Gar nicht schön wäre, wenn jemand ungerührt dabei zusieht, wie eine ukrainische Armee tausende von Zivilisten massakriert und hinterher darüber klagt, wie weit der Prozess der Dezivilisierung fortgeschritten ist. Bruder Broder wird schon wissen, warum er in seinem Beispiel darauf verzichtet hat, zu schreiben, was denn jemand am besten tun sollte, der sieht, daß ein Mann ein Kind mißhandelt. Gar nicht erst zu fragen, was Broder selbst tun würde, wenn er sieht, wie eine Frau ein Kind mißhandelt. In Broders Analogien steckt zweifellos der Wortstamm „Anal“. Sie sind einfach für’n Arsch.
Welzers Wortwahl ist kein Zufall. Dezivilisierung und Zivilisationsbruch sind nahe Verwandte, und wenn die Ukrainer das nicht begreifen, dann muss ihnen Harald Welzer nachhelfen, indem er darauf hinweist, dass nicht der russische Präsident die Dezivilisierung vorantreibt, sondern der ukrainische Friedenspreisträger.“ – es hört nicht auf mit Broders Parteiergreifungstag, bei dem der Frieden keine Partei zu sein hat. Wenn Frieden aber zivilisiert ist, und wenn es um den Friedenspreis gehen soll, dann ist der diesjährige  „Friedenspreisträger“ wegen seiner dezivilisierenden Äußerungen tatsächlich der Falsche. Zhadan spricht nicht von Frieden, sondern von Russen als Unrat, als von einer Horde, von Verbrechern, Tieren, Schweinen – und dann fiebert er auch noch von ihrem Willen, die ukrainische Kultur zu vernichten. Das möchte er vielleicht einmal erklären, der Bruder Broder, was das sein soll, diese spezifisch ukrainische Kultur. Aber abgesehen davon: Wenn stimmt, was Broder weiter oben über den Unterschied zwischen Kultur und Zivilisation geschrieben hat, dann war es Kultur, die Leute in Odessa bei lebendigem Leibe zu verbrennen – und Zivilisation ist, daß Putin sie nun zur Rechenschaft zieht. Ja, oder stimmt nicht, was Broder zu Kultur und Zivilisation geschrieben hat?
Broders Gestus
Der Gestus moralisierender Überlegenheit ist im Milieu der Kulturschaffenden weit verbreitet„, meint Bruder Broder schreiben zu sollen. Er scheint sich selbst ausnahmsweise nicht dem Milieu der Kulturschaffenden zuzurechnen, auch wenn er sonst hin und wieder einmal ein Buch herausbringt. Ein Buch zu veröffentlichen hat mit der Kulturschaffung vermutlich nichts zu tun. einen eigenen „Gestus moralisierender Überlegenheit“ kann Broder überhaupt nicht gebrauchen, wenn er dem Welzer eine reinwürgen will, unser wille-walle-wolle-Bruder Broder. – „Selbst wenn die Dinge so klar auf dem Tisch liegen wie im Falle des russischen Überfalls auf die Ukraine, relativieren sie die Vorgänge so lange hin und her, bis die Einzelteile das Bild ergeben, das sie sich wünschen„. – Das ist ja jetzt eine Projektion, nichts weiter. Broder tut ungefähr das, was er „den Kulturschaffenden“ vorwerfen möchte. Er relativiert die Vorgänge lediglich nicht, sondern er unterschlägt einfach eine ganze Menge, damit sich das Bild ergibt, das er selbst sich wünscht. Er möchte gern der joviale Onkel mit der Lesebrille bleiben, der es sich mit der Marke Broder am „Rand des Zulässigen“ bequem macht. Und wenn er dazu Vorgänge unterschlagen muß, dann tut er das eben. –  „Der Westen ist an allem schuld, ohne das Vorrücken der Nato wäre es nie zu diesem Krieg gekommen, die Ukrainer sind die willigen Handlanger der Amerikaner, die ihre geopolitischen Interessen durchsetzen wollen. Und auf einmal gehört auch Russland zum „globalen Süden“, der vom Imperialismus angegriffen wird.“ – so ungefähr kommt das schon hin. Beweisen läßt es sich auch. Recht bauernschlau redet unser Bruder Broder halt von den Ukrainern daher, wo es eigentlich um die ukrainischen „Regierungen“ (seit spätestens 2014) zu gehen hätte und nicht um „die Ukrainer“. „Die Ukrainer“ haben eigentlich seit 2014 keine eigene Regierung, sondern amerikanische Prokönige. Sie haben aus einer Vorauswahl, die sie selbst nicht getroffen hatten, einen Präsidentendarsteller gewählt und müssen sich jetzt erzählen lassen, das sei eben Demokratie gewesen. Witzig ist, daß Broder weiter unten auf den Bundeskanzler abhebt und auf die Überschätzung von dessen Macht. Komisch, daß ihm das bei Selenskyj nicht schon viel früher eingefallen ist. Sonst noch was?
Hinzu kommt ein Übermaß an emotionaler Kälte, wie sie Menschen eigen ist, die mit ihren Smartphones Unfälle filmen, an denen sie vorbeifahren. Mehr „Dezivilisierung“ geht nicht, und das mitten in einer Gesellschaft, die „Empathie“ zu einer Primärtugend erhoben hat, in der niemand allein schreiten muss und kein Mensch illegal ist.“ – ja, ja, das Brodersche Übermaß an emotionaler Kälte. Frag den Broder. Der weiß, was das richtige Maß an emotionaler Kälte zu sein hat. Dann schreibt er noch ein bißchen was zum Brief von 28 Intellektuellen und KünstlerInnen an den Kanzler, und mokiert sich darüber, daß die einen Stopp von Waffenlieferungen gefordert hatten und auf einen Waffenstillstand, einen Kompromiss drängten. Dabei setzt er Intellektuelle und KünsterInnen in Anführungszeichen, das Wort Kanzler jedoch nicht. Das begreift meinereiner für sich genommen schon als Indiz dafür, daß Bruder Broder die Marke Broder ganz unbedingt am „Rand des Zulässigen“ etabliert lassen will, ganz egal, wohin der Rand sich zurückzieht. Für solche Typen wie Broder gibt es das häßliche Wort „Mitläufer“.
Der Mitläufer: „Stellen wir uns mal vor, eine Räuberbande bricht in das Haus von Harald Welzer ein und verlangt von ihm die Herausgabe aller Wertgegenstände, andernfalls sie das Haus in eine Bruchbude verwandeln werde. Wie würde Harald Welzer darauf reagieren?“ – Weil Welzer nicht auf den Kopf gefallen ist, würde er vermutlich sagen, die Räuberbande solle sich schleunigst verdrücken, weil Broder gleich aus dem Keller  kommen wird, um ihnen einfältig die rechte Gesinnung zu predigen. Daraufhin würden die Räuber in panisches Geschrei ausbrechen und Welzers Haus fluchtartig verlassen, während Welzer sich einen Friedenspreis umhängt. Mit Bruder Broder bin ich durch.

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