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Deutschlands gefährliche transatlantische Sackgasse

Der vom Wertewesten vielgeschmähte russische Präsident Wladimir Putin hat mit seiner Rede auf der Jahreskonferenz des Valdai-Klubs am Donnerstag erneut eine strategische Weitsicht dokumentiert, die den gegenwärtigen politischen Herrschern in Washington wie in der EU abgeht, leider mit dem total verblendeten Deutschland an vorderster Front.
Von Wolfgang Hübner
Denn Putin sagt in seiner Rede nicht nur das nahende Ende der Vorherrschaft des Westens voraus. Sondern Putin erkennt auch die Formierung einer neuen, multipolaren Weltordnung, die sich dem imperialen Machtanspruch der USA aus Dollar und Militär nicht mehr unterwerfen will und auch nicht länger muss.
Ausgerechnet der Antikommunist Putin spricht sogar im Stil von Lenin von einer revolutionären Situation in den internationalen Beziehungen: „Die oben können nicht mehr, die unten wollen nicht mehr“. Das ignorant-idiotische politmediale deutsche Machtkartell, angeschmiedet in den selbstangelegten Fesseln transatlantischen Vasallentums, kann mit solchen Äußerungen entweder nichts anfangen, hält sie für größenwahnsinnig oder lacht sie nervös aus. Doch wer sich seinen kritischen Verstand in diesen Zeiten große Umbrüche bewahrt hat, kann in Putins Analyse die wahre Weltlage sehr wohl erkennen: Der bisherige globale Dominator USA verliert seine nach dem Ende des Kalten Krieges einsame Vormachtstellung immer mehr, will diese jedoch auch mit militärischen Mitteln und Dollar-Dominanz aufrechterhalten.
Dafür zeugt der amerikanische Stellvertreterkrieg in der Ukraine ebenso wie die bewusst eskalierende Unterstützung für das von China beanspruchte Taiwan. Für beide Problemzonen gäbe es friedliche, für alle Seiten vertretbare und gerade für die Ukraine viel weniger blutig-opferreiche Lösungen, wenn die Biden-USA das nur wollte. Das würde allerdings bedingen, dass Washington eine multipolare Weltordnung akzeptieren und auf den unipolaren Machtanspruch verzichten würde. Leider deutet alles darauf hin, dass die USA dazu nicht bereit sind und dafür selbst einen Weltkrieg riskieren wollen.
Um diesen „siegreich“ zu bestehen, hat die Biden-USA geradezu planmäßig die von einer transatlantischen deutschen Chefvasallin repräsentierte EU sowie Australien und Japan in eine künftige Kriegsallianz gelockt oder auch genötigt.
Deutschland, das nach zwei katastrophal verlorenen Kriegen und einer langen profitablen Friedensperiode unter westlicher Obhut endlich so gerne zu den Siegern der Geschichte gehören möchte, ist jedoch abermals drauf und dran, sich zu den künftigen Verlierern zu gesellen. Denn weder die Großreiche China und Russland, noch Indien, Brasilien, die vielen afrikanischen Staaten noch die anderen sogenannten Schwellenländer werden perspektivisch die Dominanz einer gigantisch verschuldeten, innerlich gespaltenen, militärisch überforderten USA hinnehmen.
Für das exportabhängige, rohstoffarme Deutschland kann nur eine multipolar orientierte, sich aus dem amerikanischen Klammergriff befreiende EU die wirkliche Alternative sein. Doch ohne grundsätzliche Abkehr von der transatlantischen Knechtschaft wird das nicht zu realisieren sein.

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