Ursula von der Leyen (Bild: shutterstock.com/Alexandros Michailidis)
Ursula von der Leyen (Bild: shutterstock.com/Alexandros Michailidis)

Scheitert der erzwungene EU-Umstieg auf Elektroautos?

Die demokratisch nie legitimierte EU-Kommission scheint nun doch kalte Füße zu bekommen. Es werden nun von weniger ideologisch verblendeten EU-Politikern Zweifel laut, ob der in der letzte Woche beschlossene Wahnsinn, im EU-Raum ab 2035 Verbrennermotoren zu verbieten, tatsächlich „eine gute Idee“ war. Der europäische Alleingang werde Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten, unglaubliche Umweltzerstörungen mit sich bringen und enorm viel Rohstoff verbrauchen, heißt es nun aus Brüssel.

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, zweifelt aktuell an, ob das Aus für Verbrennungsmotoren im EU-Raum – letzte Woche von den Brüsseler Wohlstandvernichter beschlossen –  eine „wirklich gute Idee“ war. Er warnte in ungewohnt drastischen Worten vor der „gigantischen Störung“, die das Verbot einer der Kernindustrien der EU bringen werde. Die Umstellung von Benzin und Diesel auf Strom werde so viele Auswirkungen auf vor- und nachgelagerte Unternehmen haben, dass die EU es sich nicht leisten kann, zu scheitern, so der Franzose weiter. Sollte es bei der Transformation zu den befürchteten Engpässen kommen, müsse die EU ihr Ausstiegsdatum „ohne Tabus“ überdenken.

Beim Umstieg vom Verbrenner auf Elektroautos würden rund „600.000 Arbeitsplätze vernichtet“, stellte  Breton weiter fest. „Wir sprechen nicht nur von den großen Autoherstellern – die werden das sicher schaffen –, sondern wir sprechen vom gesamten Ökosystem und der Stromerzeugung.“

Breton – der ehemalige französische Finanzminister gelang ihm eine deutliche Schuldenreduzierung des Landes – sieht grundlegende Schwierigkeiten, die Kritiker der ideologiegesteuerten Erneuerbaren Energiewende seit Jahren anmahnen: Um all die nötigen Elektroautos zu produzieren, die herkömmliche Fahrzeuge ersetzen sollen, „brauchen wir bis 2030 etwa 15-mal mehr Lithium, viermal mehr Kobalt, viermal mehr Graphit, dreimal mehr Nickel“, so Breton. „Wir werden also einen enormen Rohstoffverbrauch haben, und das müssen wir alles überprüfen.“ Auch sei der Strom für all diese Autos gar nicht vorhanden: „Wenn wir wollen, dass alle Autos elektrisch sind, brauchen wir 150 Gigawatt mehr Stromerzeugung pro Jahr – das bedeutet 20 bis 25 Prozent mehr Strom, als wir heute in Europa produzieren“, so Breton weiter. „Also müssen wir die Stromproduktion massiv steigern. Aber es muss auch kohlenstofffreier Strom sein – wenn wir es mit Kohle oder Gas machen, macht es keinen Sinn.“ Zum Thema Ladestationen stellt Breton fest: „Bis 2030 wollen wir 30 Millionen Elektrofahrzeuge auf Europas Straßen. Das heißt, wir brauchen rund sieben Millionen Ladestationen. Aber heute haben wir nur 350.000, davon 70 Prozent in nur drei Ländern – Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.“

Der Mähr vom sauberen Elektroauto widerspricht der Franzose laut der Berliner Zeitung ebenfalls: „Es gibt zusätzliche Emissionen – etwa von Reifen und Bremsen –, die sehr gesundheitsschädliche Partikel abgeben. Auch nach 2035, wenn wir keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkaufen, wird es also Emissionen geben.“ Elektrofahrzeuge seien wegen der Batterien etwa 40 Prozent schwerer als herkömmliche.  Deshalb würden sie deutlich mehr Partikel von Bremsen und Reifen ausstoßen als Autos mit Verbrennungsmotoren.

Den irrsinnigen, europäischen Alleingang sieht Breton ebenfalls kritisch: Selbst wenn 450 Millionen Menschen in der EU komplett auf Elektroautos umsteigen, würde „der Rest der Welt, also sieben Milliarden Menschen“ noch „viele Jahrzehnte Fahrzeuge mit Verbrenner fahren“. Breton verwies insbesondere auf Afrika, wo viele Länder kaum stabile Stromnetze haben und weit davon entfern seien, genug Strom zu produzieren, um umsteigen zu können.

Die EU dürfe diese Märkte nicht aufgeben, nur weil sie den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren im Inland beschlossen habe, so die wahrenden Worte des Geschäftsmannes. EU-Verbrennungsmotoren würden in vielen Fällen sauberer sein als Motoren von anderen Herstellern. Daher sollten Autohersteller ihre Verbrenner weiterhin in die ganze Welt exportieren: „Ich ermutige EU-Unternehmen, die das wünschen, weiterhin Verbrennungsmotoren zu produzieren.“ (SB)

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