Schöne neue links-grüne Welt (Bild: shutterstock.com/Von KREML)
Schöne neue vorindustrielle Welt (Bild: shutterstock.com/Von KREML)

„Degrowth“ fürs Klima: Zurück in die Steinzeit mit ARD und ZDF

Die Klimahysterie ist mittlerweile zum zentralen Pfeiler des Programms der öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührensender geworden. Kaum eine Sendung, bis in die Unterhaltungssparte hinein, kommt noch ohne Verweise auf die angeblich bevorstehende Klimakatastrophe aus. Dabei wird jedem abseitigen Projekt und jeder noch so lächerlichen Sekte eine Stimme geboten, garniert mit den dazu passenden Umfragen und Gefälligkeitsstudien.

Konsum und Wirtschaftswachstum sind dabei der Feind, der vor allem bekämpft werden muss. Dies war nun einmal mehr im ARD-Magazin „Report Mainz“  zu bestaunen: Dort wurde das „Ökodorf Sieben Linden” in Sachsen-Anhalt vorgestellt, dessen Bewohner sich seit 25 Jahren „weitgehend vegan“ ernähren würden. Nur selbst angebautes Obst und Gemüse auf den Tisch, es werde gemeinsam gekocht viele Alltagsdinge geteilt und vor allem öffentliche Verkehrsmittel genutzt – so schwärmt der Bericht über dieses ostdeutsche Ökoparadies, das man offenbar als Vorbild für das ganze Land sieht.

Konsumverzicht und esoterischer Eskapismus

Wenn (durchaus fragwürdige, aber ihrer Lebensweise nach vergleichbare) agrarische Selbstversorger-Kommunen von autochthonen Deutschen, die dort aus politischen Gründen das „deutsche Kulturvolk” erhalten wollen oder eine Art „Wehrsiedlung“ gegen die „Überfremdung“ des eigenen Landes unterhalten, von ÖRR-Journalisten thematisiert werden, sind sie rückständige esoterische Nazi-Spinner. Doch wenn zwei dasselbe tun, ist es bekanntlich nicht dasselbe – und so auch hier: Als grünes Musterprojekt mit Vorbildfunktion verzückt dieses Back-to-the-root-Kibbuz von Palöogrünen natürlich die gebührenfinanzierten Reporter ungemein.

Um das Klima zu schützen, wollten die Bewohner der „Sieben Linden“, so die ARD’ler fasziniert, „bewusst nachhaltig leben und auf Konsum verzichten“, die „besondere Bauweise der Häuser aus Holz, Stroh und Lehm“ spare Ressourcen und CO2 – alles ganz im Sinne der „Degrowth“-Bewegung, die sich diesen Lebensstil zu eigen macht, weil sie sich einbildet, damit das Klima zu retten. Der Rest des Beitrages bestand dann in einem Schaulaufen weiterer Hysteriker, die in der Rückkehr in die Steinzeit den einzigen Weg zur Weltrettung sehen.

„Degrowth“ von 46 Prozent der Deutschen angeblich befürwortet

So durfte etwa Ruth Krohn vom „politischen Thinktank „Konzeptwerk neue Ökonomie“ in Leipzig, die abgedroschene Litanei zum Besten geben: „Wenn wir davon ausgehen, dass auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen kein unendliches Wachstum möglich ist, und wenn wir es doch versuchen, so wie es aktuell passiert, sehen wir halt Krisen wie zum Beispiel die Klimakrise“. Diese kindische Analyse wird im Bericht ganz selbstverständlich bejaht. Um herauszufinden, wie viele Deutsche bereit sind „ihre Lebensgewohnheiten für das Klima wirklich zu ändern?“, gab Report Mainz sogar eine „repräsentative Umfrage“ unter 1225 Personen in Auftrag, die ergab, dass dies bei „rund der Hälfte“ der Deutschen der Fall sei.

46 Prozent der Befragten hätten dem „Degrowth“-Grundsatz zugestimmt, dass man zum Stopp des Klimawandels auf Wirtschaftswachstum verzichten müsse. Ebenfalls 46 Prozent lehnten dies ab. 35 Prozent konnten sich vorstellen, ihr Auto weniger zu nutzen, wobei 19 Prozent erklärten, schon jetzt kaum noch Auto zu fahren. Allerdings wollten 44 Prozent ihre Mobilität nicht reduzieren. 49 Prozent, die bereit waren, seltener oder gar kein Fleisch mehr zu essen, standen 41 Prozent gegenüber, die dies ablehnten.

„Verzicht auf Wachstum reicht nicht“

Dabei vergaß man natürlich auch nicht zu erwähnen, dass sich „vor allem höher Gebildete und Frauen“ vorstellen könnten, „ihre Ernährung für den Klimaschutz umzustellen.“ Wie üblich darf auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nicht fehlen. Dieses habe „anhand von Computersimulationsmodellen berechnet, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, damit die CO2-Emissionen im Lebensmittelsektor deutlich sinken“. Dadurch habe man herausgefunden, ein bloßer Verzicht auf Wirtschaftswachstum keineswegs ausreichend zur Reduzierung der Treibhausgase sei. Institutsmitglied Hermann Lotze-Campen erklärte dazu: „Die drei wichtigsten Maßnahmen, um die ernährungsbedingten Emissionen zu reduzieren, sind tatsächlich Umstellung auf eine sehr stark pflanzliche Ernährung. Reduktion der Abfälle, also so wenig wie möglich Nahrungsmittel wegwerfen. Und dann muss noch die Produktion so emissionsarm wie möglich gestaltet werden“.

Somit müssten tierische Produkte teurer und pflanzliche Produkte günstiger gemacht werde, fabulierte er weiter. Nur durch eine Kombination dieser Maßnahmen könne die Erzeugung und den Konsum von Lebensmitteln bis zum Ende dieses Jahrhunderts „emissionsneutral“ gemacht werden. 42 Prozent der Befragten erklärten, höhere Preise für den Klimaschutz zu akzeptieren, während dies von 51 Prozent abgelehnt wurde, informierte der Bericht weiter. Die Bitte um eine Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums bezüglich „der Forderung nach einer CO2 Bepreisung von Lebensmitteln“ blieb unbeantwortet.

Die immergleiche Propagandashow

Zurück zur Lebensweise der vorindustriellen Gesellschaft, Re- und Degression und Beseitigung aller Errungenschaften der Moderne: Das scheint für grüne Klimafundis, ob sie auf dem Asphalt kleben oder in klimatisierten öffentlich-rechtlichen Redaktionsbüros am Chai-Latte nippen, eine legitime Lösung aus der „Klimakrise“ zu sein. Mit diesem Subtext war dieser Beitrag wieder einmal ein Musterbeispiel für die immergleiche ÖRR-Propaganda: Absurde Freakshows und „alternative“ Aussteiger-Modelle werden begeistert und unkritisch propagiert, die Behauptungen dubioser Organisationen und die angeblichen Erkenntnisse von Wissenschaftlern, deren Computermodelle nur die Prämissen derer bestätigen, die sie entwickelt haben, werden ohne ein einziges Wort der Kritik als richtig weitergegeben.

Keine einzige Gegenstimme kommt zu Wort, ergebnisoffene Recherchen werden gar nicht erst vorgenommen. „Journalisten“, die von Zwangsgebühren leben, proklamieren, im Zusammenspiel mit der Klimaschutzlobby und sektenartigen Aussteigern, die Rückkehr zu einer Art Jäger-und-Sammler-Existenz, um den angeblich bevorstehenden Weltuntergang von Deutschland aus zu verhindern. Die Frage, ob die ARD bereit wäre, ihren gigantischen, milliardenteuren Apparat „fürs Klima“ zu reduzieren, stellt man sich natürlich nicht. Das stetige Wachstum des ÖRR steht nicht zur Debatte, weil hier die finanziellen Ressourcen niemals ausgehen. (DM)

 

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