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Bundesregierung haut die Kohle raus: 112 Millionen für Kenia´s Energiewende

Wenn es ums Geld verteilen geht, ist die Bundesregierung spitze: Mindestens 112 Millionen Euro hat die deutsche Entwicklungsstaatssekretärin dem ostafrikanischen Küstenland nach Regierungsverhandlungen zwischen beiden Staaten zugesichert. Man wolle das Land für seine „sozial gerechte Energiewende tatkräftig unterstützen“.

Kenia produziert bereits jetzt mehr als 75 % seines Stroms aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich Geothermie und Wasserkraft und ist damit für die Regierenden ein Vorbild in Sachen Energie. Soviel Gutwillen muss belohnt werden und so geht der nächste Steuerzahler-Scheck an das 53 Millionen Einwohner zählende Land im weit entfernten Afrika.

Kenias Energiemix wird dominiert von Bioenergie (64,6 % der gesamten Primärenergieversorgung), Ölprodukten (16,9 %), erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne (15,2 %) und in geringerem Maße Kohle und Wasserkraft (1,9 %). Darüberhinaus ist das Land auf importierte fossile Brennstoffe angewiesen, um seinen grundlegenden Energiebedarf zu decken. Fast die Hälfte seiner jährlichen Devisen gibt es  derzeit für Erdöl- und Ölimporte aus. Doch damit soll bis 20030 Schluß sein. Hilfe naht aus Deutschland. Die Bundesregierung wolle Kenia „bei der Umsetzung seiner ehrgeizigen Ziele für eine sozial gerechte Energiewende tatkräftig unterstützen“, teilte das Bundesentwicklungsministerium nach Regierungsverhandlungen beider Länder am Sonntag mit. Schwerpunkte der Zusammenarbeit soll den Angaben zufolge der Ausbau sogenannter erneuerbarer Energien, des Stromnetzes und der Wasserstoffproduktion sein. Auch bei der Schaffung neuer Jobs will Deutschland helfen. Für SPD-Entwicklungsstaatssekretärin Bärbel Kofler ist Kenia „ein bei der Energiewende besonders weit fortgeschrittenes Land“.

Aufgrund der starken Sonnenenergie, der Küstenbrisen und der Geologie an bestimmten Orten ist Kenia für die Energieindustrie interessant.Solar-, Wind- und Erdwärmeenergie hätten ein erhebliches Potenzial. Die Region zieht deshalb ausländische Investoren an, die Wind- und Solarenergie als praktikable Optionen für die ländliche Elektrifizierung betrachten, berichtet Centurion. Mit deutscher Steuerzahler-Unterstützung soll in Kenia außerdem eine grüne Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden, so will es das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Kenia hat als „Vorbild für Deutschland“ immer wieder mit Stromausfällen zu kämpfen. Doch die seien „selten flächendeckend und würden oft nur wenige Stunden dauern, tröstet der Focus. Im laufenden Jahr kam zweimal zu den „seltenen flächendeckenden Stromausfällen“: Im Januar und im November musste die Bevölkerung Blackouts ertragen.

Einen Großteil seines Strom bezieht Kenia seit November aus dem Nachbarland Äthiopien. Im Oktober unterzeichnete Kenia einen 25-jährigen Stromabnahmevertrag mit dem Nachbarland, um 600 Megawatt Strom aus Äthiopien zu importieren. Das bis 2047 laufende Abkommen macht Äthiopien zur zweitgrößten Wasserkraftquelle Kenias. Äthiopien plant laut The East African, mit Stromexporten nach Kenia jährlich bis zu 100 Millionen US-Dollar zu verdienen. Das bis 2047 laufende Abkommen macht Äthiopien zur zweitgrößten Wasserkraftquelle Kenias. Äthiopien hat Milliarden US-Dollar in den Bau von Wasserkraftwerken investiert, um der führende Stromexporteur der Region zu werden. (MS)

 

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