Verladung der Benin-Bronzen und anderer Kulturschätze in Abuja - im Rahmen des Bierbock-Besuchs in Nigeria (Foto:Imago)

Woker Kulturmarxismus: Antikolonialistische Außenpolitik mit Annalena Baerbock

Neues von der “Völkerballexpertin”: Statt “feministischer Außenpolitik” widmet sich die ministerielle Dauerblamage Annalena Baerbock zunehmend dem Steckenpferd “antikolonialistische Außenpolitik”. Geschichtslos, traditionsverachtend und mit dem typischen bildungsfernen undifferenzierten Rigorismus der Grünen Khmer hat sich Deutschlands bestgekleidete Legasthenikerin dem Ansinnen verschrieben, nunmehr die eigene deutsche Kolonialgeschichte aufarbeiten – quasi “to make a short story long”. Dass sie so wenig Ahnung von historischen Leistungen hat, wie sie von differenzierten Einordnungen versteht, bewies Baerbock kürzlich bereits mit ihrer Verbannung des Andenkens Otto von Bismarcks aus dem Auswärtigen Amt.

Jetzt, auf der Suche neuen Wirkungsfeldern zur Fortsetzung eines Dauerschuldkults als wesentliche Nationalidentität der Bundesrepublik infolge allmählicher Abschweifung der überstrapazierten Nazi-Keule, steigt Baerbock offenbar ganz in die Cancel-Culture ein – und will die deutsche Kolonialgeschichte, eine im Gegensatz zu fast allen anderen westeuropäischen Partnerländern nur sehr kurze Episode, zur die Jahrhunderte überdauernden Erbsünde erklären, um die deutsche Sack-und-Asche-Politik ad infinitum fortschreiben zu können. Wo “Klima-Schuld” fortan nicht mehr genügt, muss die Erzählung vom – realen oder nur kulturellen – Völkermord umso leidenschaftlicher beschworen und ausgemährt werden.

Beutekunst nach Afrika schambehaftet, Beutekunst aus dem Grünen Gewölbe Grund zur Dankbarkeit

Einen Vorgeschmack darauf lieferte Baerbock die Rückgabe der sogenannten “Benin-Bronzen” an Nigeria. Mit dieser zeige Deutschland, dass man es “ernst meine”, sagte die Grünen-Politikerin gestern vor ihrer diesbezüglich eigens angesetzten Reise in das westafrikanische Land. Ziel sei es, den betroffenen Ländern “einen Teil ihrer Geschichte” zurückzugeben. Schulkinder, Wissenschaftler und die breite Bevölkerung könnten diese geraubten Kunstschätze dann im eigenen Land erfahren und nicht mehr nur aus der Ferne, in Büchern und dem Internet. Nochmal zur Klarstellung: Nein, hier geht es nicht um das im Grünen Gewölbe gestohlene, nun an den dysfunktionalen deutschen Rechtstaat gnädig von Araberclans zurückgegebene Raubgut der eigenen Geschichte (das ist dem politischen “grünen Gewölbe” in Berlin ganz schnuppe), sondern um “koloniale Beutekunst”.

Diesbezüglich stellte Baerbock allerdings klar, dass man mit dem Schritt auch “nicht alle Wunden der Vergangenheit heilen” werde. Sie hoffe aber, dass diese “Aufarbeitung kolonialen Unrechts” auch “ein neues Kapitel vertiefter Kooperation” aufschlage, so Baerbock. Auf die Frage, wie es eigentlich mit dieser Aufarbeitung bei anderen Nachfolgestaaten historischer Usurpatoren und Unterdrücker aussieht? Und das betrifft nicht nur die Hauptakteure des Imperialismus und kolonialer Verbrechen, unter denen vor allem Spanien, England und auch Belgien (Kongo!) zu nennen wären, sondern ja auch frühere Mächte: Haften die Ungarn jetzt für die Brandschatzung der Hunnen, die Italiener für die Niederwerfung des Kontinents durchs Römische Reich, die Griechen für die Eroberungen Alexander des Großen? Wann fängt bei den woken Linken eigentlich Geschichte an?

Moralischer Platz an der Sonne

In Afrika liegt der Fall klar: Deutschland mit seinem Drang nach einem “Platz an der Sonne” – damals imperial gemeint, heute moralisch – soll wieder mal für alle büßen. Und das ausgerechnet in Nigeria, das britische Kronkolonie und nicht deutsche war. Das Königreich Benin sollte von einem deutschen Handelskontor kolonisiert werden, das Reich gab aber seine Ansprüche sogleich zugunsten Großbritanniens auf. Die nun restituierte Rückgabe der Bronzen wird nicht von ungefähr von vielen Experten auch kritisch gesehen, weil eben dieses Königreich Benin einer der übelsten Akteure des Sklavenhandels war.

Dass afrikanische Herrscher und die Eliten der schwarzen Bevölkerung selbst eine Schlüsselrolle bei der Versklavung des Kontinents spielten, findet in der antiweißen woken Weltsicht bis hin zur “Kill all the white men”-Wahrnehmung mancher “Black-Lives-Matter”-Extremisten ebenso wenig Beachtung wie bei ihren politischen Erfüllungsgehilfen – zu denen in Deutschland an vorderster Front natürlich die Grünen gehören.

Hässliche Teile der Geschichte werden ausgeblendet

Die hässlichen Seiten einer allzu komplexen und differenzierten Geschichte blendet Baerbock aus, stattdessen feiert sie Nigeria mit seinen über 210 Millionen Menschen “die größte Demokratie Afrikas” – in verkürzender Idealisierung dieses von islamistischem Terror, beispielloser Umweltzerstörung durch westliche Konzerne und grassierender Korruption geprägten Molochstaates, der zunehmend auch zum Herkunftsort von – wiederum mit deutschen Steuergeldern aus dem Mittelmeer gefischten – Flüchtlingen wird.

Was nicht ins Weltbild passt, spricht die Grüne eben nicht an; stattdessen schämt sie sich ein weiteres Mal professionell für ihr eigenes Land und würdigt das Reiseziel in blinden Elogen: Nigeria sei “eine Stimme, die international Gewicht” habe und “nicht nur als Sitzstaat der Regionalorganisation ECOWAS und tragende Säule der Afrikanischen Union, sondern auch als wichtiger Truppensteller in UN-Friedensmissionen” gebraucht werde. Mit diesem wichtigen Partner wolle man “noch enger zusammenarbeiten”, so Baerbock –  “insbesondere bei der größten globalen Herausforderung, der Eindämmung der Klimakrise”. Was das heißt bzw. was generell gemeint ist, wenn diese Regierung von “Zusammenarbeit” schwadroniert, liegt auf der Hand: Die deutschen Steuerzahler dürfen wieder bluten. (DM)

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