Erdingers Absacker; Bild: Collage
Erdingers Absacker; Bild: Collage

Erdingers Absacker: Weihnachten, frohe!

Alter Schwede. Weihnachten 2022. Schön wie immer. Frohe Weihnachten, also. Freut euch gefälligst. Der Herr ist geboren. Vor 2.000 Jahren ungefähr. Und 2.000 Jahre später wurden dann Bedford-Strohm, die Frau Kurschus und die anderen Wannlafs geboren. Das hätte nicht sein müssen. Ich meine, wegen Weihnachten nicht. Im Stall zu Betlehem lag schließlich das Jesuskind in der Krippe und nicht der Urahn von Olaf oder der grünen Parteivorsitzenden. Letztere schon wegen der Krippe nicht. Ist ja nicht so breit, so eine Krippe.

Den Amtskirchen laufen die Schäfchen davon, was mir gefällt. Das sind die größten Glaubenszerstörer. Hoffentlich geht wenigstens der Glaube nicht völlig gar mit den Amtskirchen zusammen zugrunde. Gerade die Evangelisch-Lutherischen: Politische Vorfeldorganisation. Während die Gans im Ofen bruzelte heute vormittag, habe ich den Bedford-Strohm aus dem Augenwinkel heraus mitbekommen. Nur zwei oder drei Sätze. Jeder fing mit „Ich“ an. Ich, der Bedford-Strohm, der immer „wir alle gemeinsam“, uns „Christenmenschen“ meint, wenn er „Ich“ von der Kanzel säuselt als sei er der Verbalkuschelbeauftragte des Herrn fürs christenmenschliche Weihnachts-Wohlbefinden. Anbrüllen müsste er sie eigentlich, seine Schäfchen. Die Leviten lesen. Aber einen Tonfall hat er wie ein reformpädagogischer Kindergärtner. Und die Frau Kurschus erst. Die glaubt wahrscheinlich, daß die zehn Gebote im Ukrainekrieg nicht gelten – und daß Bachmut früher Betlehem geheißen hat. Zum Kotzen. Auf jeden Fall sucht sie sich aus, wann sie sich auf den Herrn berufen will und wann nicht. Aus Opportunitätsgründen paßt es halt gerade mit den christlichen Waffenlieferungen an die Heiden. Ganz egal, ob der olivgrüne Oberurkrainer die ukrainisch-orthodoxen Glaubensbrüder drangsaliert und schikaniert. Hier zwei Videos, wie die ukrainischen Azovs ihre Wintersonnwendfest feiern. Von Weihnachten will man da gar nicht reden.

 

 

Als die Ukrainer ab 2014 jahrelang ihre eigenen Landsleute im Donbass massakrierten, hat sie sich noch nicht einmal überlegt, ob Waffenlieferungen eine christliche Tugend sein könnten. Ich brauche diese anthropozentrischen Schlaumeier nicht mehr. Denen geht wirklich jede Transzendenz ab. Wer braucht die überhaupt noch, außer für die Folklore? – Jingle Bells.

Ich gebe gern zu, daß ich gestern abend meinen „Moralischen“ bekommen habe. Das war, als ich Weihnachten gesucht und gefunden habe.

„Sanctus“. Musik von Franz Schubert (1797 – 18128), Text von Johann Philipp Neumann (1774-1849). Nicht unbedingt ein bekanntes Weihnachtsstück. Aber es passt.

Heilig, heilig, heilig, – heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig, – heilig ist nur Er! Er, der nie begonnen – Er, der immer war, ewig ist und waltet, sein wird immerdar. Heilig, heilig, heilig, – heilig ist der Herr! Heilig, heilig, heilig, – heilig ist nur Er! Allmacht, Wunder, Liebe – alles rings umher! Heilig, heilig, heilig, – heilig ist der Herr!

Er, der immer war, ewig ist und waltet, sein wird immerdar. Anfang und Ende. Wovon? Begreifen kann er’s nicht, der Mensch. Fragen muß er trotzdem.

Das Schlimmste ist der Verrat. Und schlimm ist der Verräter als Prediger. Weihnachten 2022. Kann man schon machen, so ganz für sich. Oder im kleinen Kreis. Aber dieser gottlose Rummel unter Beteiligung der Amtskirchen ist einfach nur noch ekelhaft. Immerhin ist er pünktlicher als die Deutsche Bahn. Was für eine abgeschmackte Show. Der kleine Lord im Fernsehen, alle drei Folgen von Sisi dazu. Übermorgen ist diese institutionalisierte Beleidigung des Glaubens gottseidank wieder vorbei. Ab übermorgen können sich die Bedford-Strohms, die Kurschüsse und die Parteivorsitzenden wieder ihr eigener Maßstab sein in ihrem je persönlichen Anfang und ihrem je persönlichen Ende irgendwo in der Zeit desjenigen, der immer war und ewig sein wird.

Von den biblischen Geschichten gefällt mir übrigens die am besten, in der Jesus die Händler aus dem Tempel hinausprügelt. Gäbe es noch ein wirklich gläubiges Christenvolk hierzulande – es sähe alles sehr viel besser aus. Setzen Sie sich einen Kopfhörer auf und hören Sie sich Schuberts „Sanctus“ an.  – Trotz allem: Frohe Weihnachten in diesen geistlosen Zeiten!

 

 

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