Kabinettssitzung am 30.11.2022 - Foto: Imago

Unterschied 2023: Regierung und Antiregierung

Fatal wäre, der Regierung weiterhin Unfähigkeit und Ignoranz zu unterstellen. Diese Leute wissen genau, warum sie reden, wie sie reden und warum sie tun, was sie tun. Schluß jetzt mit dem Illusionstheater.

von Max Erdinger

Der Jahresrückblick des Kanzlers – unterirdisch. Die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten – unterirdisch. Die Silvesterrede der Verteidigungsministerin – erschreckend egozentrisch, einfältig und lächerlich. Die Demokratie – geschleift. Der Rechtsstaat – blockiert. Die Freiheit – Phrase des Jahres (ARD-Tagesschau). Sozialdemokraten, Union, Gelbe und Grüne – Nihilisten. Die Übersterblichkeit – hoch.

Die Deutschen haben keine Regierung. Sie haben eine feindliche Verwaltung, die an ihrer Abschaffung arbeitet. Sie haben eine Antiregierung.

Thomas Mann, deutscher Literaturnobelpreisträger 1929, der kurz nach Hitlers Machtergreifung ins Exil ging, zunächst über Umwege in die Schweiz, ab 1938 dann in die Vereinigten Staaten, deren Staatsbürgerschaft er 1944 annahm, am Tag seiner Ankuft in Amerika auf die FRage eines Reporters der „New York Times“, ob er sein Exil als Last empfinde: „Es ist schwer zu ertragen. Aber was es leichter macht, ist die Vergegenwärtigung der vergifteten Atmosphäre, die in Deutschland herrscht. Das macht es leichter, weil man in Wirklichkeit nichts verliert. Wo ich bin, ist Deutschland. Ich trage meine deutsche Kultur in mir. Ich lebe im Kontakt mit der Welt und ich betrachte mich selbst nicht als gefallenen Menschen.“ Um die Weihnachtszeit 1940 dann an die Deutschen: „Euer Gehorsam ist grenzenlos, und er wird, daß ich es euch nur sage, von Tag zu Tag unverzeihlicher.“ Zur deutschen Trägheit: „Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.“ Thomas Mann verließ die USA 1952 und lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1955 wieder in der Schweiz. Wie gut ist doch sein Lebensweg im Jahr 2023 nachzuvollziehen. Thomas Mann war kein Gegner eines bestimmten Totalitarismus, sondern Gegner eines jeden Totalitarismus. Sein Entschluß, die USA wieder zu verlassen, war gereift, als er sich 1951 vor dem US-Kongreß den Fragen eines Ausschusses für „unamerikanische Umtriebe“ hatte stellen müssen.

Diesen „Ausschuß gegen unamerikanische Umtriebe“ gibt es heutzutage in inhaltlich etwas geänderter Form erneut – und zwar in drei verschiedenen Erscheinungsformen. In den USA wollten die einen wegen „unamerikanischer Umtriebe“ die MAGA-Fraktion der Republikaner und deren Spitzenfigur Donald Trump „unschädlich“ machen vermittels eines „January 6 committee“, das vergangene Woche kläglich scheiterte und eine Vorladung Trumps vor einen entsprechenden Untersuchungsausschuß des Kongresses fallenlassen mußte. Die Zweiten, die „unamerikanische Umtriebe“ verfolgen wollen, ist wiederum die MAGA-Fraktion mit ihren medialen Verbündeten etwa bei „Fox-News“. Deren Bestreben richtet sich danach, ihre eigenen Ankläger unschädlich zu machen. Tendenziell sieht es so aus, als würden Letztere im Jahr 2023 erfolgreich sein. Das wiederum hätte Auswirkungen auf den dritten, den europäischen „Ausschuß für unamerikanische Umtriebe“, welcher derzeit noch für unamerikansich halten muß, was die stark unter Druck stehenden erstgenannten Ausschüssler für unamerikanisch halten wollen – und wie gesagt: Zunehmend erfolglos. Das heißt, daß die derzeitigen EU-Proamerikaner bereits ein Verfallsdatum aufgedruckt haben.

Aus denen heraus rekrutiert sich aber die deutsche Regierung – hier besonders die Grünen – und sie dienen mit den unter Druck stehenden ersten Ausschüsslern in den USA zusammen ein- und denselben Herren. Bei denen wiederum handelt es sich um eine ungewählte globalistische Elite, die von einer Neuen Weltordnung und einem Neuen Menschen träumt (Transhumanismus) und die nichts verfassungsschleifendes, antidemokratisches, antifreiheitliches unterläßt, um sie zu verwirklichen. Politisierung der Institutionen und der Medien inbegriffen.

Eine Bezeichnung für diese Herrschaften lautet auf „Deep State“. Zutreffender benannt wären sie mit „National Security State“. Das ist eine Gemeinschaft von Leuten, die aus einer Verbindung von Politik, Geheimdiensten und dem organisierten Verbrechen entstanden ist, einer Entwicklung, die in den USA ab den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ihren Lauf genommen hat. Wie weit das inzwischen gediehen ist, decken  die – in Deutschland nicht ohne Grund kaum thematisierten – Twitter-Files auf. Aber nicht nur die. Sehr verdienstvoll ist in diesem Zusammenhang die Journalistin Whitney Webb, die inzwischen den zweiten Band ihrer historischen Recherchen veröffentlichte: „One Nation Under Blackmail“. („Eine Nation unter Erpressung“) – anstatt „Eine Nation unter Gott“. Die UN – und wofür Sie diese Organisation halten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – und was sie tatsächlich ist, von wem sie abhängt, wer sie leitet. Das WEF – wie es entstanden ist usw.usf. – alles hochinteressant und bestens belegt.

Nation Blackmail 1
„One Nation Under Blackmail“ Vol. I – Screenshot Thalia
Nation Blackmail 2
„One Nation Under Blackmail“ Vol. II – Screenshot Thalia

„Im Würgegriff der neuen Nihilisten“

Ein herausragender europäischer Journalist ist der 43-jährige Milosz Matuschek. Nach seinem Jurastudium in Regensburg arbeitet er u.a. für große europäische Tageszeitungen, darunter für die „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ) von 2014 bis 2020, die sich nach seinem in den sozialen Medien meistgeteilten Artikel während der „Pandemie“ angeblich wegen Urheberrechtsfragen von ihm trennte. Matuschek hatte öffentlich darüber nachgedacht, was eigentlich los wäre, wenn „die Covidioten rechthaben„. In seinem Blog „Freischwebende Intelligenz“ veröffentlichte Matuschek am 18. Dezember 2022 eine Betrachtung der Gegenwart mit dem Titel „Im Würgegriff der neuen Nihilisten„. Meinereiner muß nicht mehr jedes Wort dieser Betrachtung unterstreichen, ist es doch genau das, was meinereiner selbst schon sehr lange behauptet. Umso erfreulicher finde ich es, daß es Matuschek noch einmal hervorragend und zusammenhängend ausformuliert hat.

Milosz Matuschek: „Wir erleben eine Zeit, in der zunehmend das Gegenteil von dem wahr ist, was einem als wahr angepriesen wird. Das Gute daran: All das ist zunehmend so offensichtlich, dass es kaum noch jemand glaubt. Die Nomenklatura in Medien, Politik und «Wissenschaft» hat die Hosen nicht mehr nur heruntergelassen, sondern gänzlich verloren. Die selbsternannten Kämpfer gegen «Hass und Hetze» predigen davon, wie sie Menschen als Ratten in ihre Löcher zurückprügeln wollen (Tagesschau), Kritiker als unnütze Blinddärme entfernen (ZDF); sie stimmen ein Lob der Spaltung der Gesellschaft an (Die Zeit) oder wollen «Mehr Diktatur wagen» (Süddeutsche Zeitung). Inlandsgeheimdienste beobachten den kritischen Teil der Bevölkerung bei der angeblichen «Delegitimierung des Staates», anstatt diejenigen unter die Lupe zu nehmen, die von innen heraus die Wurzeln unseres Gemeinwesens zersägen.

Wer also noch nach einer Erklärung für die jüngsten Ansprachen der Genossen Olaf und Frank-Walter gesucht hat, – hier hätte er schon mal eine.

Matuschek formuliert brillant: „Dostojewskis Dämonen geistern wieder durch die Welt. Ihr Erkennungszeichen: Die Verkehrung der Wirklichkeit ist kein Beiprodukt, es ist das Produkt. Genauer gesagt: Das Produkt einer neuer Riege nihilistischer Kräfte, die sich einen Systemumbau von innen, bezahlt durch den Bürger durch Rundfunkzwangsgebühren und Steuergelder auf die woken Regenbogenfahnen geschrieben haben. Sie wollen nie das naheliegende Machbare und Produktive, sondern stets das fernliegende, Utopische, Destruktive. So sind sie nie verantwortlich zu machen, denn das Ziel ist ja noch in weiter Ferne. Diese Nomenklatura des Nihilismus, man findet sie heute unter demokratie- und volksverachtenden Politikern, bei NGO´s und Stiftungen, in staatsnahen ThinkTanks wie dem «Zentrum für liberale Moderne», gekauften Wahrheitsministerien wie dem «Volksverpetzer» sowie unter willfährig-eifrigen Redakteuren.

Das war auch immer wieder mein Punkt gewsen. Diese „Progressisten“ in Politik & Medien leben in der Gegenwart davon, daß sie Ziele propagieren, deren utopische Erreichung so weit in der Zukunft liegen, daß sie sich quasi eine Arbeitsplatzgarantie für ihr eigenes Leben sichern mit ihren Postulaten. Ob irgendetweas realistisch ist von dem, was sie propagieren, spielt keine Rolle, solange die „Aufgaben“ nur groß genug sind, um sie stetig „streben“ und „kämpfen“ zu lassen.  Immer, immer, immer befinden sich diese Figuren in einem schier endlosen Kampf für und gegen alles.

Matuschek final: „Nun sind wir aber in Zeiten der «Neuen Normalität», wie der gesellschaftliche Umbau seit Corona genannt wird. Und in diesen Zeiten muss man davon ausgehen, dass all dies so gewollt ist. Die Beteiligten wissen Bescheid, über das was sie tun. Und sie tun es trotzdem. Dagegen hilft keine Unterschriftenliste oder eine putzige Petition. Sondern nur die ungeschminkte Analyse der Realität und eine Neukalibrierung der eigenen Einstellung zur Welt.

Am ehesten wird man der aktuellen Situation gerecht, wenn man sie als eine Form der hybriden Kriegsführung betrachtet, als einen Krieg, der nie sichtbar erklärt wurde und in welchem die Hauptwaffe nicht die Kanone ist, sondern das Wort. In dieser Konstellation geht es nicht um einen Angriff von aussen, sondern um eine Aushöhlung von innen. Es geht darum, jede Form der gesellschaftlichen Interaktion zu unterminieren (Ex-Kanzlerin Merkel: «Keine Gespräche!), den Prozess, der zu logischen Schlüssen führen soll, zu untergraben und damit letztlich das Individuum in einer Form der Desorientierung zu hinterlassen.“

Und das ist der Punkt. Es geht um eine Neukalibrierung der eigenen Einstellung zur Welt. Nichts wird sich ändern, so lange weiter gilt, diese Regierung sei lediglich eine Ansammlung von Unfähigen. Unfähig ist sie allenfalls insofern, als daß es ihr nicht einmal mehr gelingt, ihre wahren Absichten zu verbergen. Bei der Durchsetzung ihrer Absichten gemäß Auftraggeber hinwiederum ist sie sehr erfolgreich. Warum? – Weil auch die Massen nicht wahrhaben wollen, was nicht wahr sein darf. Die Massen haben keine Regierung, die Ziele verfolgt, von denen die Masse annimmt, daß sie die eigentlich verfolgen müsste – und daß sie wegen der offensichtlichen Resultate eben unfähig sei. Alle Lippenbekenntniisse der Regierung zu „Freiheit“, „Demokratie“ und „westlichen Werten“ dienen der Verschleierung des Sachverhalts, daß es ihr gerade darum zu tun ist, genau das abzuschaffen, was sie vorgeblich verteidigen will. Deswegen fehlten auch in den wohlfeilen „Jahresrückblicken“ dieser Regierungsdarsteller samt und sonders die Sprengstoffanschläge auf Nordstream 1&2. Und deswegen fehlt in den selbsternannten Qualitätsmeiden auch jede Erörterung der Frage, inwiefern sich die Wahlkampfpropaganda der Grünen aus dem Jahr 2021 verträgt mit dem, was sie seit dem 24. Februar 2022 tatsächlich tun im Hinblick auf Krieg und Waffenlieferungen. Das erklärt auch, warum es den „Feindsender“ wieder gibt, der verboten werden muß. Das erklärt die Existenz von realiter schwerstabhängigen „unabhängigen Faktencheckern“. Der eigentliche Souverän soll mit aller Macht in der Illusion gefangengehalten werden. Die wichtigste davon ist die Illusion, daß er nach wie vor der Souverän sei. Deshalb muß ihm auch in einem Umfang, der tatsächlich keine Gefahr bedeutet, erlaubt bleiben, Kritik an der Regierung zu äußern.  Der einzige Schluß, der daraus wiederum zu ziehen ist, ist der, daß es höchste Zeit für den Souverän wird, tatsächlich gefährlich zu werden für die Macht derjenigen, die ihn  nach Strich & Faden am Nasenring durch die Arena ziehen.

Gesetz & Verfassung haben nur so lange einen Sinn, wie sich Regierung und Institutionen selbst an sie halten. Tun sie es nicht mehr, wird es Zeit für den Souverän, dafür zu sorgen, daß die Regierung kapitulieren muß. Dann muß wirklich die „Reset“-Taste gedrückt werden. Wir schreiben heute den 2. Januar 2023. Es liegt noch ein ganzes Jahr vor uns, in dem wir dafür sorgen könnten, daß der Albtraum bis zum 1. Januar 2024 beendet ist. Bleiben Sie am Ball! Boykottieren Sie die selbsternannten Qualitätsmedien! Lassen Sie sich nicht länger mehr das Gehirn waschen von ARD & ZDF! Stellen Sie Ihren Freunden, Verwandten und Berufskollegen die richtigen Fragen! Missionieren Sie nicht! Fordern Sie einfach schlüssige Erklärungen – und zwingen Sie so zum Nachdenken. Seien Sie behtusam beim Aufwecken der Anderen. Es geht nicht um Sie und Ihren Durchblick, sondern es geht inzwischen einfach ums Ganze. Und das ist nicht untertrieben. Sie haben keine Regierung! Sie haben eine Antiregierung, die aus Auftragnehmern besteht – und Sie sind nicht der Auftraggeber. Ein besonders erfolgreiches Neues Jahr 2023!

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