Geheimnis (Bild: shuttertock.com/Yuricazac)

Nach gescheiterter Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs: Polizei jagt unbekannten wegen „Geheimnisverrats“

Ein 11-jähriger Junge wird am Neujahrstag im sächsischen Strehla in einem Imbiss mutmaßlich von einem 42-jährigen Iraker missbraucht. Jedoch: Wie es scheint, wollte die Polizei den Übergriff verschweigen, zumindest wurde er in den Medieninformationen nicht erwähnt. Ein mutiger Beamter veröffentlichte jedoch einen Auszug aus einem polizeilichen Einsatzbericht. Nun ermittelt die nicht nur gegen den Verdächtigen – sondern –  wegen Geheimnisverrat“ – auch in den eigenen Reihen.

Ein Elfjähriger wurde am Neujahrstag von einem 42-Jährigen am Busbahnhof Riesa angesprochen. Den Ermittlungen der Polizei zufolge fuhren beide anschließend mit einem Bus zu einem Imbiss in Strehla. Da der Täter – es handelt sich um einen Iraker – konnte, da er dort arbeitet, den Imbiss aufschließen und dem Jungen ein Getränk anbieten. Dann verging er sich an dem Kind, indem er es küsste und befummelte. Erst als der Elfjährige sagte, er müsse nach Hause, schloss der Mann das Geschäft wieder auf und ließ sein Opfer gehen.

Allein: In der entsprechenden Medieninformationen der Polizei vom 2. Januar wird der Vorfall mit keinem Wort erwähnt.

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Das änderte sich erst, nachdem Stadt- und Kreisrat Peter Schreiber (NPD) die polizeibehördliche Schweigespirale durchbrach und einen Auszug aus einem polizeilichen Einsatzbericht veröffentlichte. Erst dann reagierte die Behörde und gab den Vorfall zu.

Die Polizei ermittelt aber nun nicht nur gegen den Verdächtigen. Die Polizeidirektion Dresden leitete gleichzeitig ein Verfahren wegen Geheimnisverrats gegen Unbekannt ein und will nun diejenigen Polizisten ermitteln, die den Mut hatten, den Vorfall öffentlich zu machen.

Die Sächsische Zeitung schreibt: „Ein juristisches Nachspiel könnte aber auch haben, wie die Tat publik wurde. Denn noch vor der Polizeimeldung hatte NPD-Kreisrat Peter Schreiber am Montagabend auf seiner Facebook-Seite ein Bildschirmfoto veröffentlicht, das erkennbar einen internen Polizeibericht zeigte. Schreiber schrieb weiter, er habe bereits bei der Polizei nachgefragt, warum das Thema keine Rolle in den öffentlichen Medieninformationen vom 2. Januar gespielt habe.“

Wie t-online berichtet, wurde die vorläufige Festnahme des 42-jährigen Irakers nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder aufgehoben: Die Ermittlungen wegen Verdacht des sexuellen Missbrauchs würden intensiv fortgeführt.

Während nach der mutmaßlich vertuschten Meldung über den sexuellen Missbrauch an einem 11-jährigen in Strehla die Jagd auf den „Geheimnisverräter“ eröffnet ist, wurde am Mittwoch die offizielle Meldung über die sexuelle Belästigung an einem neunjährigen Mädchen in Meißen veröffentlicht:

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Bild: Screenshot

(SB)

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