Nicole Höchst MdB; Bild: Nicole Höchst
Nicole Höchst (MdB) vom AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz

Höchst brisant: Zeitgeist, Synodaler Weg, Benedikt-Bashing und jede Menge Rufmord

Danke an alle, die sich gegen die Irrlehren des synodalen Wegs vehement zur Wehr setzen! / von Nicole Höchst

„Das Grundproblem“ des Synodalen Wegs besteht aus meiner Sicht nicht nur in der „Vermischung“ der Aufbereitung von sexuellem Missbrauch mit kirchenpolitischen Themen, sondern vielmehr in dem „Dogma“, auf dem der Synodale Weg aufgebaut ist. Das „Dogma” wurde von der MHG-Studie mit dem Ergebnis verkündet, systemische Fehler der katholischen Kirche hätten den sexuellen Kindesmissbrauch begünstigt. Das ist eine Behauptung, die nicht der Wahrheit entspricht.

Man kann diese Behauptung einfach mit den Ergebnissen der Studie von Professor Christian Pfeiffer aus 2011 falsifizieren: Im Zeitraum von 15 Jahren vor 2011 waren zölibatäre Priester nur in 0,1 Prozent aller Fälle des Kindesmissbrauchs die Täter. Berücksichtigte man eine Dunkelziffer, so erhöhe sich der Wert auf maximal 1 Prozent. Das heißt, in 99 Prozent aller Fälle sind die Tatorte außerhalb der systemischen Fehler der katholischen Kirche angesiedelt. Wie können dann diese systemischen Fehler nur in 1 Prozent, und nur in der katholischen Kirche, ausschlaggebend sein? Auch in der evangelischen Kirche gibt es Missbrauchsfälle!

Falsche Annahmen

Maßnahmen, denen falsche Annahmen zu Grunde liegen, können bestenfalls zufällig zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs führen.
Die wie Dogmen behandelten falschen Behauptungen der MHG-Studie müssen endlich vom Tisch genommen werden, um die ständige Verurteilung der katholischen Kirche in der Öffentlichkeit zu stoppen. Die „unheilvollen Grabenkämpfe“ in der Kirche könnten eventuell verringert werden. Auch die Öffentlichkeit wird von der (absichtlich?) völlig unkritischen Presse immer wieder auf den aus meiner Sicht falschen Anschuldigungen der MHG Studie zum Hass auf alles Katholische, insbesondere auf den zeitgeistkritischen emeritierten Papst Benedikt XVI. aufgestachelt.

Die Katholische Kirche und Benedikt werden schon lange immer in einem Atemzug genannt, durch das ständige Wiederholen dieses konstruierten Zusammenhangs findet Framing und für die breite Masse Gehirnwäsche par excellence. Dabei sind die trapsenden Nachtigallen groß wie Leuchtreklamen in Las Vegas. „Europa hat Christus verlassen – und deshalb stirbt Europa, ganz allein deshalb!
Mit diesem Kommentar von Dostojewski möchte ich hier einsteigen.

Erosion durch die Gesellschaftsklempner

Die Institution „Kirche“ steht – wie die noch ältere Institution „Familie“ – der großen sozialistischen Transformation, die das eigentliche Hauptziel des Great Reset à la Klaus Schwab und Konsorten ist und die gerade vor allem in Deutschland beispielhaft vorangetrieben wird, wie ein Bollwerk entgegen. Die Familie wurde bereits in anderen sozialistischen Gesellschaften mutwillig zerstört, denn nur wenn die Staatsabhängigkeit eines singulären Menschen groß genug ist, ist er zu hundert Prozent kontrollierbar, gefügig und beinahe beliebig steuerbar. Da unsere Staatsbürger derzeit aber NOCH durch Mann und Frau gezeugt und in eine Familie hineingehören werden, diese Familie im Idealfall liebt, schützt und erzieht, also: mit den Wertevorstellungen der Familie prägt, muss die Familie durch unsere sozialistischen, rot grünen Gesellschaftklempter weiter erodiert, verunmöglicht und der Beliebigkeit preisgegeben werden.

Die Familie hegt, die familie pflegt und sie steht in Notfällen zusammen. Auch der verlorene Sohn kann heimkehren in seine Familie. Ein besonderer Dorn im Auge sind besonders christliche Familien, weil die christlichen Werte, die die Kirchen im Idealfall lehren und leben, den sozialistischen Kontroll- und Allmachtsphantasien diametral entgegen stehen. Die Geschichte ist leider voll von Beispielen, ich möchte hier Mao und seine Kulturrevolution nennen, in denen Familiendynastien nicht nur entmachtet, sondern komplett geschliffen wurden. Kinder wurden in der Schule angeregt, ihre Eltern zu denunzieren, indoktrinierte Kinder und junge Erwachsene besiegelten den Erfolg Maos Bemühungen. Ich weiß, das ist verkürzt dargestellt, aber dies ist auch keine wissenschaftliche Arbeit, sondern meine vierzehntägige Kolumne.

Kommunismus und Sozialismus lassen grüßen

Ich will aber noch auf ein zweites Beispiel zu sprechen kommen: Stalin. Wen es interessiert, der kann einmal selbst nachlesen, warum Stalin gegen Religion und Kirche war – z.B. hier: „Religion sei das ‚Opium des Volkes‘, schreibt Karl Marx. Aus Sicht der Kommunisten stand der Glaube der Modernisierung stets im Wege. Kirchenhistorikerin Katharina Kunter hat den historischen Konflikt zwischen Kommunismus und Religion untersucht.

Ja, ich werfe mit voller Absicht hier Kommunismus und Sozialismus in einen Topf. Das ist ja eines der Hauptprobleme im derzeitigen Kulturkampf in Deutschland, dass nämlich nichts mit nichts zu tun hat oder haben darf. Es könnte ja Durchblick dabei herauskommen und das wiederum würde die finsteren Machenschaften der zeitgenössischen Sozialismus/Kommunismus Wiederbelebungsanstrengen in Deutschland genau wie weltweit auffliegen lassen. Unsere Gesellschaft wäre sicherlich mehrheitlich alles andere als erfreut, wenn sie denn wüßte, was letzten Endes für sie und vor allem zukünftige Generationen auf dem Spiel steht.

Da Familien weniger organisiert und strukturiert sind, kann man diese Staatsspitze einfacher bekämpfen, um sie letztlich zu zerstören. Es genügt ja in den meisten Fällen schon, wenn man die Frauen unter Androhung von Renteneinbußen, also Armutsandrohung zum Lohnerwerb zwingt. Der gewünschte Nebeneffekt von Vollzeit arbeitenden Müttern ist, frei nach Scholz, „die Hoheit des Staates über die Kinderbetten“. Auch die Bemühungen, Frauen zu suggerieren, sie seien als Vollzeit Hausfrauen und Mütter in einer modernen Gesellschaft ewig gestrig und weniger wert, sind seit Jahrzehnten erfolgreich. Eine erschreckend große Zahl von Kindern wird mit folgenden Normalitäten groß: Kita selbst für die Kleinen; Vater und Mutter haben keine Zeit für sie;  Oma und Opa sind im Altersheim, wohin sie irgendwann entsorgt wurden und dort auch sterben werden. Familienbande – im Guten wie im Schlechten, wie vor 30, 40, 50 Jahren – erleben sie nicht mehr. Das macht mich unfaßbar traurig.

Politische Kirchen

Der Kirche, eine Institution, die nun deutlich älter ist, als das immer wieder zum Scheitern verurteilte Gesellschaftsmodell von Karl Marx, kann auch der findigste, reichste und mächtigste Gesellschaftsklemptner nicht einfach so vom Antlitz der Erde fegen. Es braucht unendlich lange, solche Institutionen zu bewegen, was auch in der Unendlichkeit der gepredigten Wahrheit liegt.

Aber, mit dem unbändigen Willen, eine Seelenlose, kontrollierbare, Arbeits- und Konsumgesellschaft entstehen zu lassen, kann man schon etwas bewirken. Steter Tropfen höhlt schließlich den Stein. Die Aufklärung war kein solcher Tropfen, das war gleich ein ganzer Wolkenbruch.Abhängigkeiten von staatlichen Zuwendungen sind da ein ganz besonderes Thema unter der Rubrik: „Wes‘ Brot ich es, dass Lied ich sing“. Böse Zungen behaupten ja sogar, die höchsten Kirchenpositionen hier in Deutschland seien politisch besetzt. Das würde zumindest helfen zu erklären, wie die ewige Kirche hilft, sich zu politischen Vorfeldorganisationen umbauen zu lassen und als solche zu fungieren.

Da eine sozialistische Weltherrschaft aber gar keine Institutionen dulden kann, die älter sind als sie selbst und die von der Wahrheit leben und den Anspruch erheben, diese unter die Menschen zu bringen, auf dass sie glauben und ihre unsterblichen Seelen retten, arbeitet sie einerseits an der Verzeitgeistlichung der Lehre, andererseits gleichzeitig an einer Amalgamierung der drei großen Buchreligionen bestehend aus Judentum, Christentum und Islam. Auch zu diesem Behufe wird meiner Meinung nach derzeit die katholische Kirche „sturmreif geschrieben”. Wenn ein Unternehmen kaputt und pleite ist, wird es üblicherweise entweder dichtgemacht oder, wenn es bedeutend genug ist, von Solventeren übernommen .Es gibt da auch noch die feindliche Übernahme; aber lassen wir das.

Benedikt, ein herausragender Papst

Solche Bemühungen sind nicht überall wohlgelitten. Die evangelische Kirche hat sich leider schon sehr prominent mit dem Zeitgeist verheiratet und ihre Verweltlichung zur politischen Vorfeldorganisation scheint schon unwiederbringlich geschehen (ich würde mich freuen, wenn es nicht so wäre!). Aber es gibt – oder gab – immer auch noch Akteure an der Glaubensfront, die tatsächlich noch am Markenkern ihrer Unternehmung festhalten wollten. Und hier kommt jetzt der emeritierte verblichene Papst ins Spiel; möge er in Frieden ruhen.

Ich fange mal damit an, warum Benedikt meiner Meinung nach ein herausragender Papst war und größten Respekt verdient:

  • Er war der herausragendste Theologe und Denker auf dem Papstthron; Werner Herzog bezeichnete ihn als den „tiefsten Denker“ der letzten 300 Jahre.
  • Er war heimatverwurzelt, Bayer, und kam aus der „alten“ Welt. Kein Papst war so tief und kenntnisreich mit den Denktraditionen des Abendlandes verbunden wie er.
  • Sein Kampf galt der Bewahrung des christlichen Europas und dem Werben für eine von christlichen Werten geprägte Welt.
  • Sein Anspruch war: Politik, Staat und Gesellschaft sollen von christlichen Werten ausgehen und an Schöpfungsordnung, Naturrecht und Wahrheit gebunden sein (so, wie er es einst in der Bundestagsrede ausgeführt hat).
  • Ethik und Moral sollen sich nicht an tagesaktuellen Umfrageergebnisse oder eine Quotenmoral orientieren.
  • Er kämpfte gegen die Diktatur des Relativismus.
  • Er hat sich entschieden gegen die angestrebte Erschaffung des neuen bindungsfreien, nicht religiösen und maximal selbstverwirklichten Menschen gestellt; deswegen war er für die Nachfolger der 68er der „Reaktionär“ par excellence.
  • Er stand für Glauben und Vernunft (und ich glaube, er hat über dieses Thema sogar einst mit Herbert Marcuse diskutiert).
  • Er ist so mutig wie kein anderer Papst zuvor gegen die internen Übel des sexuellen Missbrauchs vorgegangen und war es, der sich öffentlich entschuldigt hat – obwohl er keine persönliche Involvieren in die Taten hatte. Er hat sich mit Opfern getroffen. Er schuf die Basis für die Missbrauchsaufbereitung. Er hat hunderte Priester aus dem Amt entlassen. Und trotzdem wurde nach der Veröffentlichung des Münchener Gutachtens eine Rufmordkampagne gegen ihn in Deutschland ausgelöst.

(Die vorstehenden Punkte habe ich aus meiner Überzeugung, dem Austausch mit meinem Vater, meinem Gedächtnis und der Lektüre verschiedener Artikel, die ich in den letzten Jahre gelesen habe, wiedergegeben. Falls ich hier falsch oder zu wenig zitiert habe, bitte ich um Entschuldigung; falls mir etwas begegnet oder mich jemand darauf hinweist, wo das Geschriebene evtl. anderweitig „vorgedacht” wurde, werde ich die Quellen sehr gerne nachreichen.)

Rufmordkampagne setzt sich fort

Und wie wir gerade erleben, gehen Prozess und die Rufmordkampagne ungebremst weiter – trotz des Ablebens und der Bestattung des emeritierten Papstes. Die Begründung dafür lautet ernsthaft, da sich der Papst emer. anwaltlich vertreten ließe, ende die Klagesache nicht. Woraus man dann wohl schließen muss, dass ein einmal begründetes Mandatsverhältnis rechtlich als Lebensersatz gilt, was insofern interessant ist, als dass zukünftig dann z.B. auch die Rentenkassen trotz des Versterbens eines Rentenempfängers weiter zahlen müsste, wenn dieser zuvor einen Anwalt beauftragt hatte… Offenbar möchte man nicht den Ruf des Papstes, sondern auch seinen intellektuellen Nachlaß in die Schmuddelecke verbannen. Denkbar wäre das. Denn dem Mehltau des linken Mainstreams war dieser Papst ein reaktionärer Revoluzzer.

Allen Kritikern an der Person Benedikts möchte ich deswegen zurufen: Sein Dahinscheiden läßt es im christlichen Abendland deutlich dunkler werden. Wenn die Grünen in ihren ersten Jahren den Eingebungen ihres Schwups Arbeitskreises (also: Schwule, Päderasten und Transsexuelle) gefolgt wären und die Gesetzgebung entsprechend angepasst worden hätten, dann wäre der Missbrauch in der katholischen Kirche, für den man Joseph Ratzinger ja persönlich an den Pranger stellt und öffentlich vorverurteilt, heute in Deutschland legal (!).

Widerliche – vor allem grüne – Bigotterie

Diese Bigotterie ist ungeheuerlich und die Rolle der Medien ein weiteres Mal unrühmlich. Ja, Missbrauch geht gar nicht. Nicht in der katholischen Kirche, aber auch nicht anderswo. Und ja: Er muss lückenlos und ehrlich aufgeklärt werden, um zukünftig dergleichen zu verunmöglichen.

Hier sehe ich allerdings auch die Grünen in der Pflicht, deren Gutachten zum Missbrauch, der unmittelbar mit ihrer Partei in Zusammenhang steht, nur vom Landesverband Berlin über ihren eigenen Landesverband veröffentlicht worden ist. Angesichts der hohen Fallzahlen alleine für Berlin werden sie sehr wohl wissen, warum. Und die grüne Journaille arbeitet sich selbstverständlich lieber an der Nemesis ihrer verqueren Weltanschauung ab – der katholischen Kirche. Es wird dunkel in Deutschland. Und die zeitgeistlich Politisierenden der Amtskirchen schicken sich auch noch freiwillig an, selbst die Kerze des leuchtenden Christentums auszublasen. Ich finde das sehr bedauerlich. Aber ich bekenne: Ich bleibe katholisch!

 

 

 

 

 

 

Zur Person:

Nicole Höchst, Jahrgang 1970, ist AfD-Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz. Sie trat 2015 in die AfD ein und ist seit 2017 Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 201 (Bad Kreuznach/Birkenfeld). Dort ist sie unter anderem als ordentliches Mitglied und Obfrau des Bildungsausschusses und als Sprecherin der AfD-Fraktion für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung tätig. Ferner ist sie stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Familie, Senioren und Jugend sowie für Digitales. Höchst ist desweiteren Delegierte des Deutschen Bundestages in den Europarat für die AfD-Fraktion und stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Bis 2012 unterrichtete sie als Studienrätin am Staatlichen Speyer-Kolleg, anschließend war sie bis Oktober 2017 Referentin am Pädagogischen Landesinstitut (vormals IFB). Höchst war 2015 Mitglied der AfD-Bundesprogrammkommission und ist stellvertretende Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Speyer. Sie ist katholisch, hat vier Kinder und lebt mit ihrer Familie in Speyer, wo sie auch Stadträtin ist.

Auf jouwatch veröffentlicht Nicole Höchst alle 14 Tage die kritische Kolumne „Höchst brisant“ zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Der erste Jahrgang dieser Kolumnen ist auch in Buchform erschienen. Unter demselben Titel veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen Videobeiträge auf ihrem YouTube-Kanal.

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