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Ukraine: Die Lügenblase platzt – Arestovych packt aus

Ukraine? Natürlich kennt jeder „Ukraine“. Seit fast einem Jahr ist „Ukraine“ in aller Munde. Es gibt Wörter, die man eben lernt im Lauf seines Lebens. In Deutschland dürfte es Hunderttausende geben, die bis vor einem Jahr nicht wussten, was „Ukraine“ sein soll. Bei der Ukelele rätseln sie vermutlich heute noch. Aber heute haben sie alle eine Meinung zu „Ukraine“. Weil sie gleichberechtigte Demokraten sind, die eine Moral haben so groß wie der Mount Everest. Deswegen hat das mit der mordsdemokratischen Bescheidwisserei so zu sein, nämlich. Zeit für ein Update.

von Max Erdinger

Mit der Ukraine ist wie mit einem Museum. Heute vormittag habe ich eine Foto aus einem Museum gesehen. Dort hatte nahe an der Wand jemand eine Brille verloren, die dann mit ausgeklappten Bügeln auf dem Boden „stand“. Genau in der Position, in der man sie normalerweise auf der Nase trüge. Museumsbesucher standen mit nachdenklichen Gesichtern davor, blickten zu Boden und betrachteten das vermeintliche Kunstwerk. Warum? Weil sie vorher durch eine Tür gegangen war, über der das Wort „Kunstmuseum“ geschrieben stand. Genauso ist es mit der „Tagesschau“. Die Zuschauer glotzen in die Röhre und halten das für eine Nachrichtensendung. Weil die „Tagesschau“ nun einmal mit „Nachrichten“ überschrieben ist. Aus der „Tagesschau“ wissen sie auch, was „Ukraine“ ist. Was ist also „Ukraine“? – Die Wiege von Unbestechlichkeit &  Friedfertigkeit, der Ursprungsort der Demokratie und das moralische Fort Knox zur sicheren Aufbewahrung sämtlicher westlichen Werte. Kein Wunder, daß die deutschen Meinungsinhaber mehrheitlich der Ansicht ist, sie könnten schön billig ihren eigenen Edelmut ausstellen, wenn sie nur schön „Ukraine“ sagen den lieben langen Tag. „Böser Russe“ sagen sie auch und „Putins Angriffskrieg“. Solche Sachen eben, von denen sie annehmen, sie könnten dazu geeignet sein, ihre saumäßig eingebildete Moral auf Hochglanz zu polieren, auf daß das gleißende Licht des eigenen Edelmuts dasjenige aller anderen überstrahle.

Und dann das!

Vergangenes Wochenende gab es wieder Besuch für den heiligen Wolodymyr in Kiew. Dieser Besuch war schon öfter in Kiew. Jedesmal war das Wort „Frieden“ unmittelbar nach seiner Abreise wieder für eine zeitlang aus dem Wortschatz des heiligen Wolodymyr gestrichen.

Heiliger Wolodymyr
Zum Anzünden käuflich: Der heilige Wolodymyr als Kerze für 15 Dollar – Screenshot illuminidol.com

Na, wer war vergangenes Wochenende in Kiew zu Besuch? – Boris Johnson. Ganz genau. Der Boris Johnson. Der ist inzwischen schon der vorvergangene britische Premier. Ihm war für kurze Zeit eine Lady namens Liz Truss im Amt gefolgt. Die wusste nicht einmal, daß Rostow am Don zu Russland gehört. Inzwischen wurde sie von dem Globalisten Rishi Sunak ersetzt. Was also hatte Boris Johnson in Kiew zu suchen? Wer hat ihn da hingeschickt? Welchen Auftrag hatte er? Und weshalb wurde er von Selenskyj empfangen als sei er noch britischer Regierungschef? Und was sollte Johnsons Überraschungsgetue bei der Begrüßung? War er wirklich überrascht, von einem leibhaftigen Präsidenten so empfangen zu werden, als bestünde rangmäßige Augenhöhe? Die Szene wurde gefilmt – und Boris Johnson wurde vorher so gründlich verkabelt und mit einem Mikrofon am Revers versehen, daß man deutlich hören konnte, wie er seine freudige Überraschung darüber äußerte, „wider Erwarten“ von Selenskyj persönlich in Empfang genommen zu werden. Nette Inszenierung. Wie die Brille auf dem Museumsboden. Der Zuschauer denkt: Ah, ein Präsident und ein Ex-Premier. Schönes Bild. Für meineneinen sah das eher aus nach „Emissär des globalen Kriegswaffengroßhändlers überbringt dem heiligen Wolodymyr die neuesten Instruktionen“.  Ausgerechnet Boris Johnson also vergangenes Wochenende zu Besuch beim heiligen Wolodymyr. War bestimmt in der „Tagesschau“ zu sehen. Nicht.

Johnson Selenskyj 21.01.
Johnson / Selenskyj in Kiew am 22.01.2023 – Screenshot YouTube/Redacted

Aber es waren noch ganz andere Geschichten aus der Ukraine in der „Tagesschau“ nicht zu sehen. Nämlich die Geschichte um den ehemaligen Präsidentenberater Oleksij Arestovych. Seit dem Beginn der „Militärischen Spezialoperation“ der Russen in der Ukraine – auch der Ukrainer Arestovych bezeichnete die Invasion so –  hatte der Absolvent der Militärakademie von Odessa, der ehemalige Geheimdienstoffizier, Oberstleutnant, Blogger, Schauspieler und politisch – militärische Kolumnist die täglichen Briefings zur militärischen Lage im Büro des Präsidentenberaters Andrij Jermak abgehalten. Die Videos dieser Briefings brachten ihm eine bedeutende Anhängerschaft ein. Für den Fall, daß Selenskyj nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren sollte, wollte Arestovych selbst fürs Präsidentenamt kandidieren, wie er im August 2022 verriet. Oleksij Arestovych war einer der wenigen Realisten in ukrainischen Regierungskreisen. Er äußerte öffentlich, daß es für die Ukraine keine Chance auf einen Sieg im laufenden Krieg gebe. Dafür wurde er heftig kritisiert und trat schließlich am 17. Januar als freier Berater des Präsidentenbüros zurück. Inzwischen findet er sich auf der Todesliste von „Myrotvorets“ wieder. Dort ist er in guter Gesellschaft. Auch der Musiker Roger Waters (Pink Floyd) und der Ex-UN-Waffeninspekteur Scott Ritter gelten bei „Myrotsvorets“ als Verräter der Ukraine und damit als todeswürdig.

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Oleksij Arestovych, Kiew am 17.03.2022 – Foto: Imago

Seitdem er nicht mehr freier Präsidentenberater ist, nimmt Oleksij Arestovych kein Blatt mehr vor den Mund, sondern er beschreibt unverblümt die Lage, in welcher die Ukraine sich befindet – und vor allem, wie es dazu kam, daß sie sich in dieser Lage befindet. Die Lage: Die Ukrainer erleiden in der Schlacht um Bakhmut täglich „Verluste“ in dreistelliger Höhe. Die Angaben stammen vom BND und wurden im Bundestag präsentiert.

Als erstes räumte Arestovych ein, daß die Bombardierung des zivilen Gebäudekomplexes in Dnjepro vergangene Woche einer fehlgeleiteten ukrainischen Rakete geschuldet gewesen war. Mehrere Dutzend Bewohner waren dabei getötet worden. Inzwischen redet Arestovych aber auch über einen keimenden Bürgerkrieg in der Ukraine. Immer mehr Ukrainer scheinen die Schnauze gestrichen voll zu haben von ihrer „Regierung“. Und es gibt keine Chance, den Krieg zu gewinnen. Arestovych: „Ich bin jetzt kein Offizieller mehr. Ich kann sagen, was ich will. Wenn alle denken, daß wir diesen Krieg gewinnen werden: Das ist äußerst unwahrscheinlich.“ Damit bestätigt er den polnischen Präsidenten Duda, der sich erst kürzlich identisch geäußert hatte. Duda sagte, es sei nicht sicher, daß die Ukraine diesen Krieg als Nation überhaupt überleben würde. Arestovych, der sich inzwischen vermutlich gut versteckt fern aller Fenster irgendwo aufhält, legte aber nach. Er sagte, daß er gesichert Folgendes wisse: Als die Russen ihre „Militärische Spezialoperation“ im Februar starteten, sei das unter der Maßgabe vonstatten gegangen, daß nicht eine einzige Person dabei ums Leben kommen dürfe. Die Russen seien der Überzeugung gewesen, daß allein schon die Invasion ausreichen würde, um die Ukraine zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen.  Die Russen, so Arestovych, wollten eine ukrainische Kapitulation, ohne daß es zu einem Blutbad kommt. Die Russen hätten versucht, einen „smart war“ (cleveren Krieg) zu führen mit eleganten und blitzschnellen Operationen, ohne dabei  – Arestovych wortwörtlich – „auch nur ein Kätzchen oder ein Kind zu verletzen„. Die Russen hätten noch nicht einmal die Ukrainer umbringen wollen, die ihnen Widerstand leisteten, sondern hätten es bevorzugt, wenn die einfach die Seiten gewechselt hätten.

In einem weiteren Interview vom vergangenen Wochenende rechnete Arestovych auch mit der politischen Kriegsführung Selenskyjs ab. Erstens, so Arestovych, sei es idiotisch von Selenskyj, einen Feldzug gegen die orthodoxe Kirche und das Christentum als solches vom Zaun zu brechen, wenn er einen Bürgerkrieg vermeiden will, und zweitens, so frage er sich, wie helle jemand sein kann in der Birne, der erwartet, daß russische Ukrainer ein Land – ihren eigenen Staat Ukraine – verteidigen, nachdem sie von der Regierung desselben Staates und derselben Nation zuvor jahrzehntelang angegriffen und in großer Zahl massakriert worden seien.

Der geplante Krieg

Im Übrigen könne er bestätigen, daß es seitens der ukrainischen Regierung seit 2019 Bestrebungen gegeben habe, Russland zu einem großen Krieg zu provozieren. Vor bald drei Jahren bereits habe er darauf hingewiesen. Die Einschätzung der ukrainischen Regierung im Jahr 2019 sei gewesen, daß sie lediglich die Wahl zwischen der Pest und der Cholera habe. Einschätzung 1 im Jahr 2019: Ohne NATO-Mitgliedschaft würde die Ukraine binnen zehn oder zwanzig Jahren russisch werden. Einschätzung 2: Die NATO-Mitgliedschaft ist nur zu erreichen durch einen Krieg gegen Russland. Überzeugung daher: Ein Krieg mit Russland sei so oder so unvermeidlich. Um die Ukraine als Nation zu erhalten, sei es daher besser, die NATO-Mitrgliedschaft per Krieg herbeizuzwingen. Besser also einen Krieg verlieren und hernach NATO-Mitglied sein, als einen Krieg ohne NATO-Mitgliedschaft zu verlieren – und mit ihm die Nation. Ganz harter Tobak. Und das von jemandem, der bis vor kurzem noch ukrainischer Präsidentenberater gewesen war.

Nebenbei zerstörte Arestovych damit nämlich auch noch das Narrativ westlicher Medien, die heute noch nicht müde werden, zu behaupten, in der Ukraine fände ein „unprovozierter Krieg“ statt, der den Expansionsgelüsten von Wladimir Putin geschuldet sei.  Was ja ansich schon bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, daß es inzwischen auch schon wieder ein Weilchen her ist, daß Angela Merkel in einem „Zeit“-Interview eingeräumt hatte, das Minsker Abkommen sei nur geschlossen worden, um der Ukraine mehr Zeit für die Zurüstung auf einen Krieg mit Russland zu verschaffen, daß aber niemand daran gedacht hatte, das Abkommen je zu beachten.

Arestovych Interview
Arestovych Interview – Screenshot YouTube/Redacted

Was Oleksij Arestovych am Wochenende in den Interviews zum Ausdruck brachte, war im Grunde, daß er die ukrainische Regierung für eine Ansammlung von Idioten hält, die förmlich darum gebettelt hat, daß die russische Armee einmarschiert. Arestovych: „Wenn man vermeintlich nur die Wahl hat, entweder nach Russland zu gehen oder sich die Russen ins Land zu holen, um sie sich dann als nächstes tatsächlich ins Land zu holen – wer ist dann der Idiot?“ Und weiter: „Um es klar zu sagen: Wir haben eine inkohärente nationale Politik, eine inkohärente Regionalpolitik und eine ebenfalls inkohärente Arbeitsmarktpolitik sowie eine merkwürdige Identitätspolitik. Das lief sogar in der Sowjetunion besser als bei uns. In Israel gibt es keine offizielle Landessprache, aber die am zweithäufigsten verwendete Sprache ist arabisch, die Sprache der Feinde Israels. Vielleicht wissen die Juden und haben etwas verstanden, das wir nicht begriffen haben? Wir sagen, alle Russen seien das Übel und daß es keine guten Russen gebe. Aber wie kommt das bei den ethnischen Russen in unserem eigenen Land an? Jeder, der russisch spricht in unserem Land, hört die ganze Zeit nur: Du bist der Feind. Dann nimmt er seinen ukrainischen Paß aus der Tasche und erinnert sich an seinen Cousin, der bei Bakhmut als russisch sprechender Soldat der ukrainischen Armee sein Leben verlor – und sagt sich: Fuck dieses Land! Aber wohin soll er denn  gehen? So bleibt er dann eben in der Ukraine, befindet sich aber fortan in einer inneren Opposition zur Ukraine. Weil sich Ukrainer ihm gegenüber benehmen wie komplette Arschlöcher. Dann erklärt Selenskyj auch noch der Christenheit den Krieg und läßt den SBU das Kiewer Höhlenkloster sowie andere Kirchen erstürmen … die ukrainische Kirche des Moskauer Patriarchen.“ – hallo, MdB Jürgen Braun von der AfD, Rächer der Christenheit? Christenverfolgung? – Ukraine? Hallo? – „ … in Anbetracht aller dieser komplexen Vorgänge wird es niemals leicht sein, die ukrainischen Russen auf unsere Seite zu holen.

Selbsternannte Qualitätsmedien & „Faktenchecker“

Was war vom Besuch Boris Johnsons in Kiew und Olekseij Arestovychs Outing als ukrainischem Dissidenten zu lesen oder zu sehen in den selbsternannten Qualitätsmedien für die deutschen Demokraten in der Republik, der grünbunten? Am Wochenende. Gestern. Heute. – Nichts! Null! Niente! Nada! Keine Leseempfehlung. Nirgends. – Was gab es stattdessen?  – „Wir müssen jetzt aber dalli-dalli Tierpanzah an die Ukraine liefern!“. Und daß man unseren Scholz erst in den Krieg hineintragen müsse, ehe er einmal daran denke, schnell „Leopard-Tierpanzah“ für die Ukraine zu bewilligen. Oder das hier: „Union fordert FDP und Grüne zum Koalitionsbruch auf.“ Der gelbe „Verteidigungs“-Dracula, im Grundsatz auf einer Linie mit den grundverlogenen grünen Kriegsgeilisten und Mr. Friedrich „BlackRock“ Merz, dem oppositionellsten aller Oppositionsführer jemals im Bundestag: Wir werden wohl deutsche Soldaten schicken müssen! Ist es noch zu fassen!? Und warum werden „wir wohl müssen“? Weil das amerikanische Herrchen nämlich neue Direktiven herausgegeben hat: Rückeroberung der Krim auch noch! „Russland hinter die Grenzen vom 24. Februar 22 zurück“ ist nämlich inzwischen ebenfalls schon Schnee von gestern!

Und das alles, obwohl es Deutsche und die gesamte NATO einen feuchten Kehrricht anzugehen hätte, wie, weshalb und warum sich eine hochkorrupte Ukrainerelite die russische Armee selbst auf den Hals gehetzt hat. Unterdessen droht es die Ukraine im Inneren zu zerreißen und an der Front sterben junge Ukrainer in dreistelliger Zahl. Jeden Tag! 17 Millionen Hektar bester Ackerböden haben sich seit 2021 Cargill, Dupont und Monsanto in der Ukraine verkaufen lassen von den dortigen Käuflichen. Die größten Anteilseigner dieser Agro-Konglomerate sind BlackRock und Vanguard. Und die wiederum sind auch Anteilseigner der zehn größten Wallstreet-Banken. Aber Mr. Friedrich „BlackRock“ Merz, der vormalige Deutschland-Staatthalter des weltgrößten Vermögensverwalters, gibt in Deutschland unbeeindruckt den – boah – „konservativen“ – Oppositionsführer!? Ihm geht es um russische Aggression , Freiheit, Demokratie, das Völkerrechrt und die sehr beliebten „Westlichen Werte“? Wie billig wird die Show für die deutschen Demokraten in der Republik eigentlich noch? Und wie berichten die selbsternannten Qualitätsmedien der deutschen Demokraten in der Republik? Spielt alles nicht die geringste Rolle, oder?

Das einzige, was mich im Zusammenhang mit den deutschen Altparteien, ihren Topfunktionären, den selbsternannten Qualitätsmedien, der EU, der WHO und den UN sowie deren gemeinsamer „Master’s Voice“ (WEF, OSF + Tentakel, Gates-Stiftung et al) noch interessiert, die übrigens in den USA selbst schon unter gehörigem Druck steht, ist das Folgende: Was wissen die, das ich nicht weiß, damit sie damit rechnen können, unbeschadet aus dem gigantischen Sumpf wieder herauszukommen, in den sie sich selbst hineingesetzt haben? Um diese Frage tendenziell richtig zu beantworten, empfihelt sich ein Blick nach Brasilien. Was dort abläuft, scheint die Blaupause zu sein für das, was der gesamten westlichen Welt bevorsteht. Wenn es nicht noch verhindert wird oder sich durch einen Dritten Weltkrieg von selbst erledigt. Letzterer wird gerade in Deutschland mit einer Blindheit geschürt, daß es einem schier den Atem verschlägt.

 

 

 

 

 

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