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Israels Ex-Premier: NATO verhinderte Frieden in der Ukraine

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Putin und Selenskyj waren nach Beginn der Ukraine-Invasion zum Einlenken bereit und der Frieden schien nur noch von ein paar Unterschriften abzuhängen. Doch westliche Politiker verhinderten sie, allen voran der britische Premier Boris Johnson, das erklärte Sarah Wagenknecht bereits vor acht Monaten. Fast identisch äußerte sich im April der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu. Demnach gebe es einige NATO-Länder, die den Krieg in der Ukraine verlängern wollen. Nach den Gesprächen in Istanbul glaubten wir nicht, dass der Krieg noch lange dauern würde. Nach dem Treffen der NATO-Außenminister konnte man den Eindruck gewinnen, dass einige der NATO-Mitgliedsstaaten wollen, dass der Krieg weitergeht und Russland geschwächt wird, so Cavusoglu damals.

NATO – Staaten blockieren Friedensbemühungen

Eine Einigung zwischen Selenskyj und Putin erschien damals durchaus realistisch. Einige NATO-Staaten, und ganz besonders der damalige britische Premier Boris Johnson, blockierten aber sämtliche Friedensbemühungen. Der Kampf gegen Putin hatte Priorität. Er sollte unbedingt fortgesetzt werden, selbst wenn dabei die Zerstörung der Ukraine voranschreitet. Das bestätigt nun Israels ehemaliger Premier Naftali Bennett. Israels Ex-Ministerpräsident hat das Video von seinem Interview auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Am 4. März 2022 hatte Bennett Russlands Staatschef getroffen, zwecks Vermittlung zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten. Seine Bemühungen habe er dabei mit den USA, Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich koordiniert. Kiew und Moskau hätten großen Zugeständnissen zugestimmt, sagte Bennett. Die russische Seite habe die sogenannte „Entnazifizierung” als Voraussetzung für einen Waffenstillstand gefordert.

Sowohl Russland, als auch die Ukraine waren damals demnach bereit, ihre Positionen zu ändern. Es waren vor allem westliche Staatschefs, die eine Einigung verhinderten. Das geht aus Bennetts Äußerungen hervor, und belegt die Aussagen von Wagenknecht und Cavusoglu. Die westlichen Staats- und Regierungschefs standen den Vermittlungsbemühungen offensichtlich unterschiedlich gegenübergestanden. Der damalige britische Premierminister Boris Johnson habe eine aggressive Linie vertreten, so Bennet weiter. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz seien vorsichtiger gewesen. „Ich denke, es war eine bewusste Entscheidung des Westens, Putin zu schlagen und nicht zu verhandeln”, erklärte Bennett. Auf die Frage, ob die westlichen Staaten die Vermittlungsbemühungen „blockiert” hätten, antwortete der Ex-Premier: „Ja. Sie haben es blockiert, und ich fand, dass sie falsch lagen.”