Seymour Hersh bei "Democracy Now!" / YouTube

Hersh: “Es ist vorbei. Es geht nur noch darum, wie viele Menschen Selenski opfern will”

Nord-Stream-Enthüller Seymour Hersh hat mehrere Interviews vornehmlich linken Medien gegeben, in denen er sein Unverständnis über die Propaganda der Mainstream-Medien und die Bereitschaft der Biden-Regierung, die NATO zu zerstören, ausdrückte. YouTube zensierte ausgerechnet sein Interview mit dem linken Portal “Democracy Now!

Im Gespräch mit Alexander Zevin von New Left Review sagte Hersh: »Ich weiß nicht, ob er (Joe Biden) Krieg mit Russland will. Ich weiß nicht, ob er Krieg mit China will. Ich weiß nicht, was er will. Es ist furchterregend, weil er vielleicht nicht einmal selber weiß, was er will.«

Es wäre »ein Wunder, wenn diese amerikanischen Beamten etwas mehr IQ hätten«, so Hersh. »(Stellvertretende Außenministerin Vicoria) Nuland ist nicht gerade ein Genie. Sie neigt dazu, Dinge auszuplaudern – wie erst vor ein paar Wochen bei der Anhörung des Senats, wo sie gegenüber (Senator Ted Cruz) aus Texas sagte, die US-Regierung sei erfreut, dass Nord Stream 2 jetzt »ein Haufen Metallschrott auf dem Meeresboden« sei (Freie Welt berichtete).

»Wenn ich im Deutschen Bundestag wäre, würde ich eine öffentliche Anhörung verlangen«

»Biden plaudert natürlich auch Dinge aus. Am 7. Februar 2022 war Olaf Scholz im Weißen Haus zu Gast, und auf der anschließenden Pressekonferenz sagte Biden: ‘Wenn Russland in die Ukraine einmarschiert . .. es wird kein Nord Stream 2 mehr geben, wir sorgen dafür.’ Wenn ich im Deutschen Bundestag wäre, würde ich eine öffentliche Anhörung verlangen und die Regierung Scholz fragen, was sie über den amerikanischen Plan wusste, da diese Bemerkungen bereits im Januar und Februar gefallen sind.«

»Irgendwann hätte Scholz aus wirtschaftlichen Gründen sagen können: Ich bin raus! Die Ukraine kann vielleicht noch ein paar deutsche Panzer haben, aber ich brauche das Erdgas, weil ich meine Leute warm halten und die Wirtschaft am Laufen halten muss«, so Hersh. »Durch das Ende von Nord Stream hat Biden diese Option vom Tisch genommen. Das ist der Punkt, wo vernünftige Menschen im US-Regierungsapparat sagen müssten, dieser Typ hat eine Entscheidung getroffen, die ihm auf lange Sicht ernsthaft schaden wird. Dieser Vorgang könnte den Einfluss Amerikas in Westeuropa langfristig beenden. Wenn die Energiepreise explodieren und der Lebensstandard der Menschen leidet, wird die extreme Rechte in verschiedenen Ländern zulegen.«

»Dieser Vorgang könnte den Einfluss Amerikas in Westeuropa langfristig beenden«

Die USA »liefern zwar immer noch Flüssiggas an ihre europäischen Verbündeten, verlangen dafür aber das Drei- bis Vierfache«, so Hersh. »Der Präsident hat im Grunde eine Münze geworfen – entweder ein Ende der Beziehung zwischen Deutschland und Russland, oder ein Verlust der politischen Unterstützung einiger unseren engsten Verbündeten für Amerika. Das sollte jeder vernünftigen Person in den Geheimdiensten zu denken geben. Aber offensichtlich gab es viele Menschen in den Diensten, die glaubten, dass die Zerstörung der Pipelines nützlich wäre, um eine Botschaft an Putin zu senden.«

Im Gespräch mit dem linken Portal Democracy Now! sagte Hersh, die Biden-Regierung habe sich entschlossen, Nord Stream zu sprengen, um die wankelmütigen deutschen Verbündeten zur Unterstützung der Ukraine zu zwingen: »Die Befürchtung war, dass Europa keine Lust auf Krieg haben würde.«

YouTube versah das Video mit einer Altersbeschränkung, damit es nur angemeldete Nutzer über 18 sehen können. Diese Zensurmaßnahme ist üblicherweise nur für Gewalt und sexuelle Inhalte reserviert.

»Die Befürchtung war, dass Europa keine Lust auf Krieg haben würde«

Hersh ärgerte sich über die Mainstream-Presse, die sich von der Wahrheitssuche komplett verabschiedet hätten: »Nach all den wunderbaren Jahren, die ich bei der New York Times verbracht habe, ist es mir peinlich, aber es ist mir nie in den Sinn gekommen, die Nord-Stream-Geschichte der New York Times anzubieten. Sie haben beschlossen, dass die Ukraine siegen muss. Das vermitteln sie ihren Lesern, und das war‘s. Das ist ihr Ziel. Also habe ich das einfach selbst veröffentlicht«, sagte Hersh zu Amy Goodmann auf dem linken Kanal Democracy Now!

»Mich interessiert das mangelnde Interesse der Presse für den Anschlag, und auch des Kongresses«, sagte Goodman. »Die Medien scheinen überhaupt nicht daran interessiert zu sein, herauszufinden, was passiert ist, wie Sie enthüllt haben. Auch im Kongress fragt niemand nach.«

Es geht nur noch darum, wie viele Menschen Selenski noch opfern will

»Seit Trump hat es eine Polarisierung der Presse gegeben«, so Hersh. »Es gibt jetzt zwei Lager: rechts, links, Demokrat, Republikaner, wie auch immer Sie dazu sagen wollen. Wenn Sie Fox News sehen, schauen Sie nicht MSNBC usw. Und wenn Sie die New York Times lesen, werden Sie gar nicht mitbekommen, was die Rechten sagen. Die Konservativen hatten die New York Times und Washington Post schon immer aufgrund ihrem »linksdrall« auf dem Kieker. Es gibt also diese Polarisierung.«

»Derzeit haben wir einen demokratischen Präsidenten, der vielleicht einige gute Dinge im Inland getan hat, aber dieses totale Engagement für die Ukraine verstehe ich nicht«, so Hersh. »Die Dinge, die ich über den Krieg mitbekommen habe, vor allem ab Herbst, als es ernst wurde, waren ziemlich schlimm. Die Russen werden nicht… Ich glaube, das Ende ist nur noch eine Frage der Zeit. Im Moment geht es darum, wie viele Menschen Selenski von seinen eigenen Leuten noch opfern will. Es ist vorbei.«

Zuerst veröffentlicht auf Freie Welt.

 

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