Meloni in Kiew - Foto: Imago

Links & Rechts: Die Verwechslung

Der Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn schmeißt hin und rechnet mit seiner Partei “Die Linke” ab, berichtet die “Junge Freiheit”. In St. Hintobertupfing hat der Baumüller Sepp die Kammerer Zenzi geheiratet.

von Max Erdinger

“manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum”

(Ernst Jandl, “Lichtung”)

In Nachkriegsdeutschland waren die politischen Kategorisierungen nach Links & Rechts seit Jahrzehnten schon nicht mehr zutreffend, nachdem Rotlinke es geschafft hatten, die maximale Distanz zwischen sich und die Braunlinken zu legen, indem sie sich selbst als links bezeichneten und ihren braunen Brüder im Ungeiste als rechts. Dabei ist der einzige Unterschied die ganze Zeit gewesen, daß die einen eben Nationalsozialisten sind und die anderen Internationalsozialisten. Gerade in Zeiten wie diesen erweist sich diese reichlich ahistorische Kategorisierung als fatal. Es kristallisiert sich nämlich immer deutlicher heraus, daß die Marionetten in dieser ganzen “Links-Rechts-Show” an den Fäden ein- und derselben Puppenspieler herumhampeln.

Wie erklärte nun der Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn seinen Bruch mit den Rotlinken? Im Teaser der dazugehörigen Meldung in der “Jungen Freiheit” heißt es: “Schonungslos rechnet der Rostocker Sozialsenator Steffen Bockhahn mit seiner Partei ab. Diese sei von ‘Scheindebatten’ über die Nato und die USA geprägt und schaffe es nicht, sich von Wladimir Putins Krieg in der Ukraine zu distanzieren. Er äußerte zudem einen Faschismus-Vorwurf.” Bockhahn: “Das ist nicht mehr meine Partei.

Was würde man tun ohne solche Leute wie diesen Rostocker Sozialsenator? Der Mann wurzelt fest im Glauben daran, daß sich richtig & falsch danach richten, wer etwas gesagt hat – und nicht danach, was jemand gesagt hat. Das ist für sich genommen schon extrem, und zwar extrem blöd. Deswegen heißen die Allerblödesten ja auch “Linksextremisten” resp. “Rechtsextremisten” und “Islamisten”. Die ganze Debatte ein einziger Mistenhaufen.

Meinereiner lehnt den ganzen lähmenden Linksundrechtsismus seit geraumer Zeit komplett ab. Es gibt Linksisten, die gelegentlich einen zutreffenden Satz hervorbringen, es gibt Rechtsisten, bei denen es nicht anders ist – und dann gibt es noch die unideologischen Realisten, die mehr zutreffende Sätze sprechen, als Linksisten und Rechtsisten miteinander. Wer in Deutschland glaubt, er habe sowohl einen Blick nach links als auch einen nach rechts, der hat in Wahrheit immer nur einen Blick nach links – und hält grün für die Alternative, nicht für die Symbiose. Dieses Links-Rechts-Gelaber verhindert jeden Erkenntnisgewinn. Ein Linkenpolitiker, der keine Rechtsextremen mag, ist ein überflüssiger Witz, weil es nicht von Relevanz ist, als was er sich gern selber begreifen würde. Dieses Rostocker Etepetete-Getue ist einfach lächerlich. Die ganze massenmediale Parteiendemokratie ist zu einer grotesken Veranstaltung degeneriert, wo alle nur noch herumplärren, was ihnen am besten gefällt und was nicht, resp. wer die verkommene Drecksau ist und warum er selbst es auf gar keinen Fall ist. Alle haben sie die Moral mit der Baggerschaufel gefressen. Und das grüne Neubauer-Küken gackert, daß Doppelmoral immer noch besser sei als gar keine Moral. Klicken Sie auf “gefällt mir”.

Rechtsmeloni

In Italien haben sie ja jetzt diese famose Frau Meloni als Ministerpräsidentin. Die gilt als rechts bei den deutschen Linksisten, den antirechtsistischen. Was für ein Theater! Einer meiner Freunde, traditioneller, nicht progressistischer Katholik – folglich also Realist: “Die Meloni wurde in Italien gesetzt und mit ihrer Wahl hat’s geklappt. Wenn nicht, dann wäre der abgewrackte EU-Banker Draghi drangeblieben. Sorry, aber eine No-Name-Partei wie ihre hängt die Lega in kürzester Zeit ab? Wer’s glaubt. In Italien ist es besonders leicht Leute zu pushen und sie wieder los zu werden, bei der Menge der Wahlen, die dort stattfinden. Die Frau betreibt ein bisschen konservatives Theater mit ein paar frommen Schlagworten und Sprüchen. Wie gesagt: Einfach mal auf die Taten schauen. Da kommt nichts und nochmals nichts. Ist irgendwas verbessert für Familien in Italien? Antwort: Nein. Ist die illegale Zuwanderung via Italien gestoppt? Antwort: Nein. Wurde die Abtreibung eingeschränkt, wie sie so vollmundig beschworen hat? Nein. Kurzum: Diese Frau ist die italienische Ausgabe des CSU-Söder. Große Klappe und nichts dahinter.” – Apropos “kürzeste Zeit” und “abhängen”: Woher kennt man das schon? Ah ja, Frankreich. Macron und “En marche!”, eine “Bewegung” die aus dem Boden geschossen ist wie die Champignons nach dem Regen und die angeblich keine Partei mehr gewesen ist. Hört man noch etwas von “En Marche!”? In Italien sind das eben die “Fratelli d’Italia”. In den Medien gilt: Frankreich = Macron und Meloni = Italien. In Österreich vor einigen Jahren: “Liste Kurz” für die ÖVP. Kanzler Kurz, Kanzlerschaft ebenfalls kurz.

Selenskyj Meloni
Selenskyj und Meloni – Screenshot Facebook

Nun ist es ja so, daß es zum UKrainekrieg jede Menge Fakten gibt, die im einwandfreien Wertewesten nicht und nicht genannt werden dürfen, weil sie im Zeitalter des Narrativs dazu geeignet wären, das vorherrschende Narrativ so zu erschüttern, daß sogar ein türkisches Erdbeben blass aussehen würde daneben. Von einem syrischen Erdbeben will ohnehin keiner etwas wissen, geschweige denn, daß jemand helfen wollte. Wille-wolle-walle. Narrative werden medial transportiert, damit möglichst alle die richtige Meinung haben. Wie sich das mit den Meinungen verhält, brachte vor Jahren bereits Clint Eastwood in seiner Rolle als “Dirty Harry” auf den Punkt, als er anmerkte: “Meinungen sind wie Arschlöcher. Jeder hat eines.” Das hat er aber gesagt, als das Wort “Narrativ” noch nicht so populär gewesen ist. Das kürzeste Narrativ allerweil besteht aus zwei Wörtern: “Putins Angriffskrieg”. Dieses Narrativ dient dazu, viele individuelle Arschlöcher zu einem einzigen Riesenarschloch zusammenzufassen, das dann als Kollektivanus den größten Haufen der deutschen Nachkriegsgeschichte in die Meinungslandschaft setzt. Der Wirkungsweise von Frau Noelle-Neumanns “Schweigespirale” zufolge führt das dann dazu, daß sich sogar die Hämorrhoiden nicht mehr trauen, auf den bestialischen Gestank hinzuweisen, sondern lieber still und leise vor sich hinbluten. Und dann hat man erst so richtig eine Riesensauerei beinander. Schade, daß es der Nitsch nicht mehr mitbekommt. Der hätte seine Freude daran gehabt.

Wenn ich mir also das Bild von der rechtsistischen Frau Meloni anschaue, wie sie mit dem rechtsistischen Oberukrainer schäkert – und wenn ich mir dann überlege, welche Linksisten in den USA und in Deutschland allerweil die größten Waffennarren sind und was ihnen das Menschenleben eines Ukrainers oder eines Russen wert ist, – buchstäblich nichts nämlich im Gegensatz zum Leben eines linksistischen Kriegstreibers fern der Ukraine – , und daß das deswegen so ist, damit sie schön rechthaben können mit ihrer herbeinarrartivierten Meinung, dann komme ich um den einen Puppenspieler nicht herum, der die Fäden sämtlicher Marionetten in der Hand hält. Dieser “eine Puppenspieler” ist in der Realität natürlich eine Clique. Ungewählt, auch. Wahrscheinlich ist der Puppenspieler zugleich auch der Regisseur des Bühnenstücks und weiß daher, daß das Publikum ein wenig nach Abwechslung verlangt. Ein bißchen rechtsistisches Meloni im gesamtlinksistischen Einerlei gefällig? Gebt doch dem Publikum sein Meloni, wenn es eines haben will! Es ändert doch am Großen und Ganzen gar nichts. Angesichts der Messermorde, die in Deutschland inzwischen an der Tagesordnung sind, und angesichts der horrenden Übersterblichkeit im zeitlichen Zusammenhang mit der “Impfkampagne”, frage ich mich, ob gesamtlinksistischen Rechtsisten und Linksisten ein einzelnes Menschenleben – das Leben überhaupt –  etwas wert ist, oder ob sie wirklich nur in zu verwaltenden und zu steuernden “Gruppen” als politischer Verfügungsmasse zu denken vermögen.

Zum Ukrainekrieg gibt es Fakten. Meinungen sind erläßlich. Die größten Verächter des Lebens eines Anderen sitzen in Washington, nicht in Moskau. Die Fakten geben eine solche Feststellung her. Auch dazu sind Meinungen erläßlich. Wenn ich also zwei Rechtsisten, den einen aus der Ukraine, die andere aus Italien, dabei sehe, wie sie miteinander schäkern, während in der Ukraine Menschen sterben wie die Fliegen, weil das ausgesprochene Linksisten wie die US-Demokraten unter dem mutmaßlichen, jedoch umstrittenen Präsidenten Joe Biden so eingefädelt haben auf Geheiß gekaufter Rechtsisten (Neocons), dann komme ich eben zu dem Schluß, daß “Rechts” und “Links” völlig gegenstandslose Kategorisierungen sind, die verschleiern, daß die einzige sinnvolle Unterscheidung die zwischen Realisten und Traumtänzern ist.

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