Ukraine (Bild: shutterstock.com/Gabriel Preda RO)

Von wegen alle Ukrainer wollen das Land verteidigen: Immer mehr Männer im wehrfähigen Alter verlassen die Ukraine

Immer mehr Männer im wehrfähigen Alter verlassen das Land, um in diesem Stellvertreter-Krieg nicht ihr Leben lassen zu müssen. Im vergangenen Jahr flohen Zehntausende nach Deutschland.

Von wegen alle Ukrainer wollen das Land verteidigen! Immer mehr Männer im wehrfähigen Alter verlassen das Land, um in diesem Stellvertreter-Krieg nicht zu sterben. Das belegen Zahlen des Bundesinnenministerium. Auf Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Petr Bystron sind sein Beginn des Ukraine-Konflikts bis Ende des vergangenen Jahres 163.287 männliche, wehrfähige Ukrainer nach Deutschland eingereist.

Nach ukrainischem Kriegsrecht ist die Ausreise für Männer zwischen 18 und 60 Jahren grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es etwa für Familienväter, die drei oder mehr minderjährige Kinder zu versorgen haben, Ausnahmen, berichtet hierzu die Berliner Zeitung. Auch alleinstehende Väter minderjähriger oder behinderter Kinder dürfen die Ukraine verlassen. Das gilt ebenfalls für Männer, die medizinische Gründe nachweisen können.

Dass es sich jedoch mehrheitlich nicht um benannte “Ausnahmen” handelt, zeigte bereits ein Bericht der tageschau im September des vergangenen Jahres. “Offenbar fliehen immer mehr ukrainische Männer im wehrfähigen Alter über die grüne Grenze nach Rumänien”, so die Feststellung. Darin die Beschreibung, wie die ukrainische Armee mit den jungen Männern verfährt: Videoaufnahmen zeigen einen jungen Ukrainer auf der Straße, neben dem plötzlich ein ziviles Fahrzeug hält. Männer springen aus dem Pkw und nehmen den jungen Mann mit. “Sie nehmen dich einfach mit und bringen dich in den Krieg, wo die Schlachten sind”, so ein geflohener junger Ukrainer. Er habe keinen Wehrdienst abgeleistet und wisse deshalb nicht mit einer Waffe umzugehen und beklagt: “Ob du weißt, wie man ein Gewehr benutzt oder nicht – ob du das kannst oder nicht kannst, das ist ihnen egal.” Nach einer zehntägigen Ausbildung würde man an die Front gebracht. So sei es seinem Cousin ergangen. Die ukrainische Grenzpolizei meldet bereits im vergangenen Jahr regelmäßig auf ihrer Internetseite Festnahmen Fahnenflüchtiger entlang der grünen Grenze zu Rumänien.

In einer weiteren Anfrage wollte die AfD-Fraktion wissen, „wie vielen von politischer Verfolgung bedrohten russischen Staatsangehörigen und deren Familienangehörigen“ das Innenministerium seit Januar 2022 aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen eine Aufnahme gewährte. Die Antwort des Ministeriums: Zum Stichtag 2. Februar 2023 lag die Aufnahmegewährung bei 1162 Personen. Das Ministerium weist darauf hin, dass das entsprechende Aufnahmeverfahren, das zu einer Aufenthaltserlaubnis führen könne, außerhalb des Asylverfahrens durchgeführt werde. Währenddessen seien im vergangenen Jahr 3862 Asylanträge von russischen Staatsangehörigen in Deutschland gestellt worden.

„Tausende Russen und Hunderttausende Ukrainer entziehen sich diesem Krieg, sie wollen genauso wie die Bevölkerung der Nachbarländer keinen Krieg“, so Bystron, der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion ist gegenüber der Berliner Zeitung. „Die Menschen wollen keine Waffenlieferungen, die Menschen wollen Frieden – in der Ukraine wie in Deutschland.“ (SB)

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